Bildung & Theorie

Veröffentlicht am August 20th, 2014 | von Philipp Ofenloch

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Warum unser deutsches Schulsystem ungerecht ist und wie ein gerechtes Schulsystem aussehen könnte

 

Alle Schüler*innen sollten gleiche Chancen und Perspektiven erhalten, unabhängig von dem sozialem Hintergrund, der Weltanschauung und einer bestehenden Behinderung oder Einschränkung.

Von diesem Ziel sind wir in unserem Schulsystem allerdings noch weit entfernt. In keinem anderen OECD-Land hängt der Bildungserfolg so stark von der sozialen Herkunft ab. Besonders finanzielle Hürden verstärken soziale Benachteiligung und halten Menschen von Bildung fern. Während 67% der Kinder von Eltern mit Abitur ebenfalls das Abitur erwerben, schaffen nur knapp 23% der Kinder von Eltern mit Hauptschulabschluss das Abitur. Nur 20% der Jugendlichen haben einen höheren Abschluss als den ihrer Eltern.

Doch woran liegt es, dass nicht alle die gleichen Perspektiven erhalten? Im Folgenden versuche ich, die Ungerechtigkeiten unseres Schulsystems aufzudecken und gleichzeitig Lösungsansätze zu zeigen.

 

Frühkindliche Bildung

Der Grundstein für gute Bildung muss bereits vor der Einschulung gelegt werden. Bis zum Besuch einer Kindertagesstätte spielt die erzieherische Verantwortung der Eltern bereits eine richtungsweisende Rolle. Aufgabe von Staat und Gesellschaft muss es sein, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen. Deshalb müssen Kitas mittelfristig gebührenfrei sein, damit finanzielle Hürden nicht den Zugang zur frühkindlichen Bildung verhindern. Erster Schritt kann hier sein, dass letzte Kindergartenjahr als Vorbereitung auf die Einschulung kostenfrei zu halten. Damit würde als positiver Nebeneffekt die Frauenerwerbstätigkeit gefördert werden.

Klar ist, dass neben der sozialen Schichtzugehörigkeit die Beherrschung der deutschen Sprache Voraussetzung für den Bildungserfolg ist. Für viele Schüler*innen mit Migrationshintergrund stellt die Sprachbarriere während der Schulzeit jedoch ein K.O.-Kriterium dar. Da Benachteiligungen aufgrund von Sprachschwierigkeiten vielmehr ein Defizit des Bildungssystems als das der Schüler*innen ist, müssen von Anfang an für alle Angebote zur kostenfreien Sprachförderung entwickelt werden.

Die frühen Selektionsprozesse des deutschen Bildungssystems (Zurückstellung bei Einschulung, Klassenwiederholungen) sind ungerecht und wenig zielführend. Nicht die Schüler*innen sollten sich der Schule anpassen müssen, sondern die Schule der Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler. Der Vorschlag der SPD-Landtagsfraktion zur Einführung einer „Schuleingangsstufe“, in der die Schüler*innen die ersten zwei Schuljahre, je nach Entwicklungsstand, zwischen ein und drei Jahre besuchen können, bietet hier eine begrüßenswerte Alternative. Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, die zuvor in den Vorschulen gearbeitet haben, würden in die Arbeit der Schuleingangsstufen integriert werden. Zurückstellungen bei der Einschulung würde es hierdurch nicht mehr geben und das durchschnittliche Einschulungsalter würde sogar sinken.

 

Gegliedertes Schulsystem abschaffen!

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell in ihren Kompetenzen. Dennoch werden sie in fast allen Bundesländern bereits nach der vierten Klasse in verschiedene Leistungsgruppen getrennt. Verschiedene Studien, wie die Grundschuluntersuchung IGLU, belegen, dass die Schulempfehlung am Ende der Grundschule in 50% der Fälle von den späteren Leistungen der Kinder abweicht. Falsche Schulempfehlungen werden dann fast nur nach unten korrigiert. So hat der „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung im vergangenen Jahr erneut nachgewiesen, dass in Hessen auf einen Bildungsaufsteiger etwa 9,2 Bildungsabsteiger kommen. Da die Noten der Grundschule offenbar nicht zuverlässig auf die späteren Entwicklung des Kindes schließen lassen, ist die fast schon willkürliche Trennung der Schüler*innen bereits nach der vierten Klasse also strikt abzulehnen, ein längeres gemeinsames Lernen ist zu begrüßen.

Wie bereits zu Beginn dargelegt, sind die Bildungschancen in Deutschland ungleich verteilt. So ist die soziale Schichtzugehörigkeit und der Bildungsabschluss der Eltern von immenser Bedeutung beim Kompetenzerwerb der Kinder. Festzuhalten ist also, dass das gegliederte Schulsystem (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Förderschule) unflexibel ist und Chancen verbaut. Wir müssen uns deswegen für ein Schulsystem einsetzen, dass kein Kind fallen lässt und sich stattdessen an die Heterogenität der Schüler*innen anpasst.  Hierfür müsste auch über eine Abschaffung der Förderschule nachgedacht werden, da diese oftmals für viele Schüler*innen eine Sackgasse darstellt.  So verlässt nur jede*r fünfte Förderschüler bzw. Förderschülerin die Schule mit einem Hauptschulabschluss. Und auch das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen hat festgestellt, dass Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in Regelschulen einen deutlichen Vorsprung gegenüber gleichaltrige Förderschüler*innen haben – im Durchschnitt ungefähr ein halbes Jahr. In sechs Bundesländern ist der Hauptschulabschluss an einer Förderschule gar nicht erst möglich.

Anhand dieser Tatsachen muss meiner Meinung nach die Förderschule durch ein inklusives Schulangebot für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ersetzt werden.

 

Länger gemeinsam lernen und Schule inklusiv gestalten!

Als Regelunterricht würde also der gemeinsame Unterricht von der Grundschule bis zum Ende der Sekundarstufe I eingeführt werden, in dem alle Schüler*innen, unabhängig von ihrem Leistungsvermögen, in einer Schule für alle unterrichtet werden. Nach erfolgreichen Abschluss der zehnten Klasse würde dann ein allgemeiner Bildungsabschluss erworben werden. Nach dem allgemeinen Bildungsabschluss könnte dann eine Berufsausbildung angefangen werden oder die Sekundarstufe II besucht werden, die zum Abitur führt.

Die Unterschiedlichkeit der Kinder müsste viel mehr als Chance betrachtet werden, denn die Schüler*innen könnten sich kognitiv, emotional und sozial besser entwickeln. Die Kinder würden lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein. Nebenbei möchte ich kurz erwähnen, dass durch die Unterzeichnung Deutschlands der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung vom Jahr 2009 sichergestellt sein muss, „(…) dass Menschen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden (…) [und] Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden haben.“

Die Frage Inklusion ja oder nein darf sich also gar nicht erst stellen, da sie bereits zur Pflicht unseres Bildungssystems geworden ist. Darum werde ich nachfolgend Möglichkeiten zur Gestaltung einer inklusiven Schule für alle vorstellen.

 

Individueller Unterricht

Der Unterricht müsste dahingehend umstrukturiert werden, dass alle Schüler*innen eine individuellen Aufgabenstellung zu einem Themengebiet erhalten. Das Lerntempo kann hierdurch bei jede*m Schüler*in individuell angepasst werden. So könnten Schüler*innen in einer gemeinsamen Gruppe unterrichtet werden, die im vorherrschenden gegliederten Schulsystem getrennt voneinander unterrichtet werden. Die Lehrkraft würde eine begleitende Rolle übernehmen und hilft den Schüler*innen bei Schwierigkeiten. Der Unterricht würde neben Einzelarbeitsphasen auch viele Gruppenarbeitsphasen beinhalten, bei denen die Schüler*innen unterschiedlich schwere Aufgaben erhalten. Wichtig für dieses Konzept des Lernens ist, dass es einen eindeutigen rechtlichen pädagogischen Rahmen gibt, in dem die Schulen selbständig über Unterrichtsorganisation und Unterrichtsgestaltung entscheiden können. So würden die Schulen einen Kernlehrplan erhalten, der den Schulen größeren Freiraum gibt, sodass der Unterricht bestmöglich auf die Schüler*innen abgestimmt werden kann.

 

Noten abschaffen!

Auch muss ein neues Bewertungssystem geschaffen wird, dass Noten und Punkte durch sinnvolle individuelle Lernentwicklungsberichte ersetzt. Hierdurch würden die Schüler*innen nicht mehr in gut und schlecht unterteilt werden, sondern würden in zeitlichen Abständen eine Rückmeldung über ihre Lernentwicklung erhalten, die in erster Linie dazu dient, Lernmotivation zu schaffen und nicht Lernfrustration. Die Schüler*innen bekommen ein Feedback zum Arbeits- und Sozialverhalten sowie zu ihren Stärken und Schwächen.

 

Jahrgangsübergreifendes Lernen statt Sitzenbleiben!

Das Wiederholen einer Klasse macht keinen Spaß. Wie auch bei der zu Beginn erklärten „Schuleingangsstufe“ wäre es denkbar,  bis zum Ende der Sekundarstufe I jeweils zwei Jahrgänge zu mischen (1+2, 3+4, (…) 9+10). So kann jedes Kind auf seinem Niveau lernen und das frustrierende „Sitzenbleiben“ würde abgeschafft werden. Querversetzungen würde es durch die Zusammenlegung der verschiedenen Schulformen ebenfalls nicht mehr geben.

 

Abschaffung von G8!

Die schlecht geplante Verkürzung der Gymnasialzeit um ein Jahr (G8) bedeutet für viele Schüler*innen einen enormen Leistungsdruck. Die Nachmittage werden häufig damit verbracht, zu lernen und Hausaufgaben zu erledigen. Hobbys und andere Aktivitäten kommen dann häufig zu kurz.  Außerhalb der Schule muss Zeit für Sport, Musik, Freund*innen und soziales Engagement bleiben. Deshalb sollten wir das Konzept des jahrgangsübergreifenden Lernens auch in die Oberstufe verlagern. Das bedeutet, dass die Oberstufe, wie zum Beispiel von der Landesschülervertretung bereits gefordert, in zwei bis vier Jahren durchlaufen werden kann. Je nach Leistungsvermögen kann hierbei das Abitur also auch zukünftig nach zwölf Jahren erreicht werden. Entscheidend für die Verweildauer wäre der Nachweis von Pflicht- und Wahlkursen, die in der Zeit bis zum Abitur belegt werden müssten. Ein weiterer Vorteil dieses Oberstufensystems wäre, dass bei Schwierigkeiten in einem Kurs nicht die ganze Jahrgangsstufe wiederholt werden müsste, sondern nur der betroffene Kurs.

 

Ganztagsschulen ausbauen!

Um mehr Chancengleichheit zu erreichen, bedarf es auch des Ausbaus von Ganztagsangeboten. Die Ganztagsschule hat sich an vielen Schulen bereits als Erfolgsmodell bewährt, dass mehr Zeit zum Lernen bietet. Hier kann jede*r einzelne Schüler*innen gezielte Förderung erhalten und durch Hausaufgabenbetreuung, zusätzlicher Beratung, Unterstützung und Förderung seine Schwächen ausgleichen. Um Schule zu einem Ort zu machen, an dem sich Schüler*innen gerne aufhalten, sollte hierbei die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, wie zum Beispiel Sportvereinen, gesucht werden. Ziel muss es sein, schrittweise allen, die möchten, einen Ganztagsplatz anbieten zu können.

 

Schulsozialarbeit ausbauen!

Schulsozialarbeit stellt ein professionelles Angebot der Jugendhilfe dar, das von freien und öffentlichen Trägern in Kooperation mit den Schulen durchgeführt wird. Besonderes Ziel der Schulsozialarbeit ist, soziale Benachteiligung und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden. Unsere Aufgabe sollte es also sein, uns für den Ausbau von Schulsozialarbeit einzusetzen, da diese einen wichtigen Beitrag zur Schaffung guter Ganztagsschulen und einer inklusiven Bildung leistet.

 

Lehrer- und Lehrerinnenausbildung reformieren!

Eine Schule für alle würde die Lehrer*innen vor neue Herausforderungen stellen. Wir bräuchten Lehrkräfte, die mit den unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und familiären Hintergründen der Schüler*innen umgehen könnten. Auch müssten die Lehrer und Lehrerinnen trotz der verschiedenen Lernvoraussetzungen alle Schüler*innen bestmöglich individuell unterrichten und fördern können. Wie bereits zuvor beschrieben, würden die Lehrer*innen in Zukunft eine begleitende Rolle übernehmen und sind dazu da, den Schülern und Schülerinnen in ihren selbständigen Lernprozessen behilflich zu sein und sie zu motivieren.

Für eine inklusive Schule für alle würde das nach Schulformen gegliederten Lehramtsstudium abgeschafft werden und durch ein einheitliches Grundstudium ersetzt werden, da es nur noch eine Schulform gäbe. Wie die OECD bereits festgestellt hat, sind “ bei den deutschen Lehrkräften die didaktischen Fähigkeiten und die allgemeinen Unterrichtskompetenzen weniger stark entwickelt (..) als ihr Fachwissen und sie [sind] nicht hinreichend darauf vorbereitet (..), die Lernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln, den Unterricht auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen, das selbstregulierte Lernen zu fördern, die Schüler durch Anwendung aktiver Methoden zu motivieren (…)“¹.Deshalb müssen Förderpädagogik, Didaktik und der Erwerb diagnostischer Kompetenzen während des Grundstudiums stärker miteinander verbunden werden.

Nach dem Grundstudium würde eine Spezialisierung stattfinden, bei der sich die Studierenden zum einen auf eine bestimmte Stufe vorbereiten und zum anderen zusätzlich auf bestimme Beeinträchtigungen spezialisieren. Darauf aufbauend gäbe es ein neues Lehrer- und Lehrerinnenzuweisungsverfahren, bei dem die Schulen eigenständig ihre Lehrkräfte einstellen sollen können, um durch die verschiedenen Kompetenzen der Lehrkräfte den Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht werden zu können.

 

Schulkonferenz demokratisieren!

An den Schulen Hessens besteht die Schulkonferenz aus mindestens elf und höchstens 25 Mitglieder. Die Schulleiterin oder der Schulleiter übernimmt den Vorsitz und ist gleichzeitig stimmberechtigtes Mitglied. Ebenfalls Mitglied der Schulkonferenz sind mit der Hälfte der Sitze (ohne Schuleiter*in) Vertreter*innen der Lehrkräfte. Jeweils ein Viertel der Sitze nehmen Eltern und Schüler*innen ein. Beispiel: Bei 13 Mitgliedern (mit Schulleiter*in) hätten die Lehrkräfte sechs stimmberechtigte Mitglieder, die Schüler*innen drei und die Eltern ebenfalls drei Mitglieder. Diese Stimmverteilung ist höchst undemokratisch und stellt für die Schüler*innen und Eltern ein Scheinstimmrecht dar, da in der Regel Schuleiter*in und Lehrkräfte geschlossen abstimmen und somit bei allen Entscheidungen Eltern und Schüler*innen überstimmen können. Mit Demokratieförderung während der Schulzeit hat das absolut nichts zu tun! Im Gegenteil führt solch ein Scheinstimmrecht zu Politikverdrossenheit bei den engagierten Schüler*innen, die sich für die Schulkonferenz aufstellen lassen und anschließend feststellen müssen, dass sie nichts zu entscheiden haben. Um der Demokratie an der Schule gerechter zu werden, müssen wir uns also dafür einsetzen, dass Eltern und Schüler*innen bei der Schulkonferenz eine echte Mitbestimmungsmöglichkeit erhalten. Eine Lösung hierfür wäre, die Schulkonferenz drittelparitätisch zu gestalten. Hier würden die drei verschiedenen Gruppen, Schulangestellte (Schulleiter*in, Lehrkräfte und Verwaltungskräfte), Eltern und Schüler*innen, jeweils ein gleichgewichtiges Stimmrecht erhalten.

 

Inklusion zu teuer? Unsinn!

Abgesehen davon, dass die Kosten aufgrund der bereits genannten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung keine Rolle spielen dürfen, erläutere ich dennoch, warum eine inklusive Schule sich möglicherweise sogar rechnen würde.

Zum einen sollte die demografische Entwicklung beachtet werden, die bereits heute und noch stärker in Zukunft zu rückläufigen Schüler*innenzahlen führt. Deshalb werden auch zukünftig immer mehr Schulen zusammengeführt werden müssen. Bei der bundesweiten Einführung einer Schule für alle könnte diesem Problem entgegengewirkt werden und sichergestellt werden, dass auch in ländlichen Regionen wohnortnah mindestens eine Schule für alle vorhanden ist. Auch im „Haus der Bildung“ der hessischen SPD-Landtagsfraktion wird dieser finanzielle Vorteil bereits aufgegriffen und passend als „demografische Rendite“ beschrieben, da durch den Rückgang der Schüler*innenzahlen Mittel frei werden, die dann weiterhin im Bildungssystem belassen werden sollten. Auch durch die Abschaffung der Förderschulen und des gegliederten Schulsystems würden erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Die frei geworden Mittel müssten dann zur Finanzierung des pädagogischen Aufwandes und der zusätzlichen Angebote eingesetzt werden. Für gute Bildung bedarf es auch der Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern. Es verhindert eine sinnvolle und notwendige Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. In Zukunft muss eine neue Kooperationsnorm im Grundgesetz verankert werden, damit dauerhafte Finanzhilfen des Bundes, wie zum Beispiel beim Ausbau der Ganztagsschulen, ermöglicht werden.

 

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem Artikel die Ungerechtigkeiten unseres Schulsystems etwas besser veranschaulichen konnte! Für Anregungen, Kritik und Fragen bin ich natürlich offen! Jetzt liegt es an uns, für ein gerechteres Schulsystem zu kämpfen, das allen die gleichen Chancen ermöglicht!

 

 

Literaturverzeichnis:

Bertelsmann Stiftung: Der Chancenspiegel 2013 -Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme mit einer Vertiefung zum schulischen Ganztag, 2013

Heike Solga und Rosine Dombrowski: Soziale Ungleichheiten in schulischer und außerschulischer Bildung. Stand der Forschung und Forschungsbedarf, 2009

Statistisches Bundesamt: Bildungsfinanzbericht – Ausgabe 2013, 2014

¹OECD 2004b, S.33

OECD: Die OECD in Zahlen und Fakten 2014, 2014

Hella Wenders: Berg Fidel – Eine Schule für alle, 2011

SPD Hessen: Haus der Bildung, 2012

Landesschülervertretung Hessen: Inklusion & Schule – Bausteine eines schülergerechten Schulsystems, 2012

http://www.sueddeutsche.de/bildung/studie-zu-inklusion-foerderschueler-in-regelschulen-erzielen-bessere-leistungen-1.1954084 (letzter Aufruf: 14.08.2014)

Grundschulen vorgestellt: In der Jenaplan-Schule lernt man in jahrgangsübergreifenden Gruppen: https://www.youtube.com/watch?v=rueFCp5Jan0 (letzter Aufruf: 14.08.2014)

http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_46139216/alte-schule-ausgedient-jahrgangsuebergreifendes-lernen-soll-die-paedagogik-der-zukunft-sein.html (letzter Aufruf: 14.08.2014)

http://www.jusos-odenwald.de/index.php?mod=content&menu=10&menu=11&page_id=8976  (letzter Aufruf: 14.08.2014)

http://www.mpg-umstadt.de/index.php/schulgemeinde/schulkonferenz (letzter Aufruf: 14.08.2014)

 

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Über den/die Autor*in

Hey Leute, ich bin Philipp, 19 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Mannheim. Zurzeit bin ich bei der Juso-HSG in Mannheim, bei den Jusos Ried und als stellvertretender Vorsitzender bei den Jusos Bergstraße aktiv. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit dem demografischen Wandel, Bildung, Migrations- und Asylpolitik und linker Gesellschaftspolitik im Allgemeinen.



5 Responses to Warum unser deutsches Schulsystem ungerecht ist und wie ein gerechtes Schulsystem aussehen könnte

  1. Melanie Smith says:

    I’ve been saying this for years. I was absolutely shocked when I came to Germany as an exchange student from the US in the late 80s to find out that children as young as the forth grade are tracked in such a horrible way which only leads to further social isolation. And it was clear to me even at the time that the children that were tracked into the Hauptschule were always those who were most disadvantaged from the start. I could rant about this for hours. It’s nice to see that Germany is waking up.

  2. SchwontkowskiH says:

    Sehr guter Beitrag, für besonders gelungen halte ich die strukturierte Argumentation – bitte mehr davon!

    Eine bessere Welt kann nur unter kommenden Generationen gedeihen, und ja, wir müssen das finanzieren und ja, wir werden selbst davon nichts mehr mitbekommen. Trotzdem ist es unsere Pflicht, jedem einzelnen Kind zu vermitteln, dass es individuelle Stärken besitzt und diese zu fördern.
    Das aktuelle Schulsystem sucht dagegen nur nach Schwächen und damit nach seelischen Angriffspunkten, die es rigoros bestraft.

    Darüber hinaus werden großartige Möglichkeiten vertan, unter den Schüler*innen Solidarität aufkommen zu lassen und systematische Ausgrenzung und Mobbing sind auf unseren Schulhöfen traurige Realität. Anstatt Nachmittags teilweise so abstrusen wie auch nutzlosen Wahlpflichtunterricht zu halten, bei dem ohnehin nichts bei rumkommt, sollte per Wahlpflichtprinzip aus einem breiten Angebot an AG´s und Schulsportmannschaften gewählt werden, wo Schüler*innen Motivation und Selbstvertrauen für den Unterricht ziehen und sich dabei noch sozialisieren können. Um nur einen von vielen Missständen des deutschen Bildungssystems zu benennen und den schon umfassenden Beitrag oben zu ergänzen.

    Dafür sollten wir auch gerne Steuern und somit unseren Beitrag dazu zahlen!

  3. Man.K says:

    Sehr schöner Beitrag, kann da vielem nur zustimmen! Wir bruachen eine umfassende Bildungsreform, die das ganze Schulsystem gerechter macht!

  4. Emin Pascha says:

    Bezahlt Ihr eigentlich auch die Kosten, die für die Verwirklichung Eurer großartigen Forderungen anfallen? Von „links“ höre ich immer nur tolle gesellschaftsverändernde Ansprüche. Bezahlen sollen dann die Steuerzahler, die aber in der Masse nichts mit den Linken zu tun haben (wollen) !

  5. hekauf says:

    Ein gerechtes Schulsystem wird es wohl nie geben. Wenn es das mal gäbe wären 16 Kultusministerien überflüssig. Was bitter nötig wäre ist ein bundesweites einheitliches System. Was für die SPD gerecht ist findet die CDU ungerecht. Umgekehrt ist es genau so.
    Bei Umsetzung der Vorschläge von Philipp müsste die Lehrerzahl vervierfacht werden.
    Trotz ständigen Reformen und Veränderungen hat sich im Grunde am Schulsystem seit 100 Jahren wenig verändert. Der Geldbeutel der Eltern ist meist immer noch der Maßstab für höhere Bildung. Mit den Veränderungen der Einkommensverhältnisse nach oben hat sich das schon verschoben. Aber ein großer Rest bleibt.
    Der größte Unfug ist die Zulassung zu Studienplätzen nach Abiturnoten. Ob jemand nur zum Arzt geeignet ist wenn er eine 1 vor dem Komma hat ist zweifelhaft. Mancher Krankenpfleger hat bessere Voraussetzungen. Noch schlimmer ist es bei Erziehungsberufen. Das kann man nicht lernen wenn die innere Berufung fehlt.
    Nach meiner eigenen Erfahrung ist die Lernbereitschaft und Freude am Lernen am größten bei Gleichbegabten in einer Klasse. Dann entsteht Konkurrenz und Wettbewerb. Bei „Guten“ und „Schlechten“ Schülern in einer Klasse sind die einen unterfordert und die anderen überfordert. In meiner Schulzeit kosteten höhere Schulen noch Geld. War deshalb bei uns kein Thema. „Schlechte“ Schüler haben es beruflich mitunter weiter gebracht weil sie sich alles erarbeiten mussten. Damit habe ich mich später schwer getan weil ich in der Schule nie etwas erarbeiten musste weil mir alles so zugeflogen ist. Besser sind verschiedenen Leistungsklassen wobei das Alter nicht unbedingt eine große Rolle spielen muss.

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