Antifa & Antira Büdingen Demo

Veröffentlicht am Januar 31st, 2016 | von Ayla.Sattler

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Keine Sonne für Nazis!

Zurzeit wird die deutsche Rechte dominiert von „Ich bin ja kein Nazi, aber…“ und selbsternannten „Asylkritikern“. Die 100 Personen, die sich am 30. Januar 2016 in Büdingen versammelten, konnten sich diese euphemistischen Titel wohl kaum geben, denn wer am Jahrestag der Machtergreifung Hitlers die Dreistigkeit besitzt, eine Kundgebung mit Demonstration zu veranstalten, darüber hinaus noch die Genehmigung zu einem Fackelzug zu beantragen (der glücklicherweise doch noch verhindert wurde) und die Demonstration vor der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende zu beenden, der hat sich seinen Titel wohl hart genug erkämpft und kann mit Recht Nazi genannt werden. Selbstverständlich konnten wir den Nazis das Feld nicht allein überlassen und daher gab es auch eine Gegendemonstration, zu der nach offiziellen Angaben etwa 1000 Menschen erschienen waren, die aus unterschiedlichen Organisationen stammten, aber alle dasselbe Ziel hatten und sich auch von Regen und Kälte nicht davon abbringen ließen, Flagge zu zeigen. Schon bis zu drei Stunden vorher waren wir Jusos da und waren damit auch nicht allein. Wir waren in der deutlichen Überzahl, ein beruhigendes Gefühl.

Was jedoch das Bild von Büdingen an diesem Tag vor allem dominierte, war die Polizei. Mit einem Großaufgebot warteten sie auf die Demonstranten. Was man ihnen lassen muss: Sie haben aus den Erfahrungen in Frankfurt gelernt. Es gab keine Möglichkeiten, den Nazis wortwörtlich die Stirn zu bieten – soweit auch verständlich. Was von meiner Seite aus nicht auf Verständnis stößt: Die ebenso angemeldete Nazi-Safari der Partei „Die Partei“ wurde untersagt. Die Polizei kesselte sie zusammen mit uns ein, verriegelte alle Zugänge zur Innenstadt und der Erstaufnahmeeinrichtung, vor die wir uns schützend stellen wollten, und auch als der braune Haufen schon vorbeigezogen war, wurden die Sperren noch mehrere Stunden lang nicht aufgehoben. Durchnässt und frierend mussten wir uns einen Weg zu unseren Autos kämpfen und dabei einen großen Bogen um die Innenstadt machen, was zu den abenteuerlichsten Routen und Irrwegen führte.

Rückblickend, getrocknet und wieder aufgetaut war es ein erfolgreicher Tag. Ja, es gibt Nazis und sie sind ein Problem für Deutschland. Aber es gibt noch mehr Menschen auf der anderen Seite, die sich nicht klein kriegen lassen und bei Wind und Wetter bereit sind, den Nazis entgegenzutreten. Wir sind nicht allein!

Und an alle Ärzte-Fans: Büdingen hat gezeigt, die Sonne scheint nicht für Nazis 😉


Über den/die Autor*in

ist Vositzende der Jusos Ostkreis und wohnhaft in Seligenstadt. Sie ist 22 Jahre alt, studiert in Frankfurt Germanistik und Politikwissenschaft und setzt sich in ihrer politischen Arbeit für Einhörner ein.



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