Asyl

Veröffentlicht am Mai 9th, 2014 | von Daniel Schmidt

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Das Grundrecht auf Asyl ist nicht verhandelbar – Flüchtlinge wirklich willkommen heißen

Flüchtlinge sind Menschen mit besonderem Schutzbedarf. Sie haben ihre Heimat verlassen, weil sie dort aufgrund ihrer Abstammung, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt, misshandelt,  gefoltert und ihr Leben bedroht wurde. Trotz dieser international bekannten Missstände sind viele überzeugt, dass die meisten „Armutsflüchtlinge“ sind und „sich in unserem Sozialsystem ausruhen wollen“. Das ist faktisch mitnichten der Fall! Niemand würde alles aufs Spiel setzen, alles zurücklassen – Heimat, Besitz, Familienangehörige, vielleicht sogar Kinder – und das alles nur in der Hoffnung, in einem fremden Land, Sozialleistungen zu beziehen.

Dazu kommt der beschwerliche, nicht einfache Weg nach Europa. Abgeschottet mit Hilfe von Frontex (Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen) ist es, wie das Bootsunglück vor Lampedusa im Oktober 2013 mit über 400 ertrunkenen Menschen zeigte, ein lebensgefährlicher Weg, den die Menschen unter anderem und immer öfter auch über das Mittelmeer in Kauf nehmen.

Haben sie es geschafft, finden sich Flüchtlinge in einer fremden Umgebung wieder, wissen nicht, wie lange sie bleiben, ob sie von der Nachbarschaft wohlwollend aufgenommen werden. Es geht erst mal um substantielle Dinge, wie etwa: Können ihre Kinder zur Schule gehen, kann man im Wohnheim kochen, wird es medizinische Versorgung geben und gibt es eine Möglichkeit ihre zurückgelassenen Angehörigen zu kontaktieren (…)? In der medialen Öffentlichkeit hingegen begegnen uns die Schicksale von Flüchtlingen leider oft als Problem. Es ist von steigenden Asylantragszahlen die Rede, von der Suche nach Unterbringungs- und Finanzierungsmöglichkeiten und von rechter Gewalt gegen geflüchtete Menschen. Die hektische Eröffnung von Notunterkünften suggeriert darüber hinaus ein Bild von „wir haben nicht genug Platz“. Dabei könnten wir mit vernünftiger Planung noch viel mehr Menschen aufnehmen und in menschenwürdig hergerichteten Unterkünften unterbringen.

In den letzten Jahren wurden Unterbringungskapazitäten vielerorts abgebaut, so dass neue Gemeinschaftsunterkünfte eröffnet werden müssen. Die Eröffnung dieser Wohnheime wird oft von vorurteilsbehafteten und rassistischen Aussagen einiger Anwohner*innen begleitet. Die NPD und andere rechtsextreme Gruppierungen nutzen diese, in der Bevölkerung breit vertretenen, Ängste aus, um ihrer Forderung nach Abschaffung des Grundrechts auf Asyl Nachdruck zu verleihen und zur Stimmungsmache gegen Flüchtlinge bis hin zu körperlicher Gewalt und Brandanschlägen, wobei der Tod von Menschen billigend in Kauf genommen wird.

Doch viele Bürger*innen nehmen die Neuankömmlinge auch herzlich auf: Es bilden sich Initiativen aus der Zivilgesellschaft zur Unterstützung der Flüchtlinge, Kommunen versuchen eine Willkommenskultur zu schaffen, die etwas ändern soll. Denn selbst wenn nicht alle Anwohner*innen mit der Ankunft der Flüchtlinge sympathisieren, so ist es doch der Großteil der Bevölkerung, der Rassismus verachtet. Genau das macht den Unterschied für die Anwohner*innen, die Bescheid wissen und helfen können und vor allem für die Flüchtlinge, die sich zu all den Sorgen, die sie ohnehin haben, nicht auch noch Gedanken um ihre Sicherheit machen müssen. Deshalb brauchen wir eine echte Willkommenskultur und dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz lassen, für Rassismus, Diskriminierung, Vorurteile und Gewalt!

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Über den/die Autor*in

hat Informatik an der Fachhochschule Frankfurt studiert, ist nun Angestellter einer Softwarefirma und als Antifaschist natürlich im AK Antifa / Antira des Bezirks aktiv. Außerdem stv. Vorsitzender der Jusos Wetterau und beschäftigt sich mit Flüchtlings- Europa- und Netzpolitik.



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