Internationales A_rocket_fired_from_a_civilian_area_in_Gaza_towards_civilian_areas_in_Southern_Israel

Veröffentlicht am Juli 22nd, 2014 | von Tim Huss

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Nein, es sind nicht beide schuld!

Wo Krieg zwischen zwei Parteien herrscht, sind beide Seiten schuld. Dieser naive und verkehrte Mythos hält sich selbst in einem Land, das seine Freiheit und seinen Wohlstand französischen, britischen und US-amerikanischen Flugbombern zu verdanken hat. Im Jahr 2014 wird der Mythos für den Nahost-Konflikt wieder belebt. Wer sagt, beide Seiten hätten Fehler gemacht, kann dem Judenstaat Kriegstreiberei und Kindermord vorwerfen.

„Fehler“ der terroristischen, menschenverachtenden, islamistischen, antisemitischen, autoritären, militanten, anti-emanzipatorischen, anti-zivilisatorischen, frauenfeindlichen und homophoben Hamas werden auf den zahlreichen „Free Palästina“-Demonstration verschwiegen. Die Kritik von Islamisten und traurigerweise vielen Linken konzentriert sich nicht etwa gegen Aktionen der israelischen Regierung, sondern gegen Zionismus allgemein.  Zionismus ist die Idee, dass die Jüdinnen und Juden eine Nation mit Anspruch auf einen Staat sind (jüdischer Nationalismus). Im Hass gegen den Zionismus, also gegen den jüdischen Staat Israel, demonstrieren sonst gemäßigte Araber unter Hamas-Fahnen, skandieren geschminkte Frauen ohne Kopftuch Parolen neben Anhängern von ISIS und Islamischer Dschihad. In europäischen Großstädten spitzt sich die Lage gefährlich zu: In Frankfurt wird eine Synagoge beschmiert, in Essen ein Anschlag auf eine Synagoge verhindert, in Paris eine Synagoge vor einem wütenden Mob geschützt. Gleichzeitig verlieren Hunderte Palästinenserinnen und Palästinenser, Dutzende Jüdinnen und Juden ihr Leben.

Diese Position mag auf den ersten Blick einseitig sein. Diese eine Seite ist aus emanzipatorischer Perspektive konsequent.

Einwurf: „Israelkritik“ und Antisemitismus

Achja, das Verstecken hinter sogenannter „Israelkritik“ führt ins Leere: Wer einen palästinensischen Staat für eine palästinensische Nation fordert, einen jüdischen Staat für eine jüdische Nation ablehnt, ist lupenreiner Antisemit. Antizionismus kann es auch ohne Antisemitismus geben, wenn das Konzept der Nation – auch der palästinensischne Nation – grundsätzlich abgelehnt wird. Geschichtlich gibt es keine Nation, die mehr einen Staat braucht, als die Menschen jüdischen Glaubens. Einen Staat Palästina ohne den Staat Israel kann es nur geben, wenn die Hamas ihr Ziel erreicht, alle Jüdinnen und Juden zu vernichten.

Israel und die Hamas – eine wertfreie Gegenüberstellung

Bezeichnenderweise erfreut sich die Hamas im aufgeklärten Westen einer größeren oder zumindest aktiveren Beliebtheit als im Gazastreifen selbst. Der dortigen Bevölkerung als Kollektiv lässt sich seit der hirnrissigen Idee, die Hamas 2006 zu wählen, keinen wirklichen Vorwurf machen. Sie leidet am meisten unter der Boshaftigkeit der Hamas. Dazu später mehr. Bevor wir zu den aktuellen Entwicklungen kommen, lohnt sich ein Blick auf die Vorgeschichte.

Im Westjordanland entführen vermutlich Hamas-Kämpfer drei Talmud-Schüler, die Tage später ermordet auf einem Feld gefunden werden. Die Hamas jubelt, Israel verurteilt die Tat, leitet Ermittlungen ein und nimmt die mutmaßlichen Täter fest. Als Reaktion tötet eine extremistische Gruppe von Siedlern einen palästinensischen Jungen. Die Hamas schwört Rache, Israel verurteilt die Tat, leitet Ermittlungen ein und nimmt die mutmaßlichen Täter fest.

Solche Fälle sind immer aufs schärfste zu verurteilen. Die Täter gehören ins Gefängnis. Aus politischer Sicht ist hier zwischen Einzeltätern und Strukturen zu unterscheiden. Einzeltäter sind kaum zu verhindern. Sie kann man lediglich festnehmen und zu hohen Haftstrafen verurteilen – dies wird dank des israelischen Rechtssystems geschehen. Politisch problematisch wird es, wenn hinter Morden politische Strukturen stecken. Dies wäre bei der Hamas nicht zum ersten Mal der Fall. Hier stößt der Rechtsstaat an seine Grenzen. Hier braucht es politisches Handeln.

Schauen wir uns infolgedessen nun die wesentlichen Grundzüge der neuen Eskalation in Gegenüberstellung an:

Die Hamas erklärt Israel den Krieg und erhöht ihre Raketenangriffe. Israel lässt sich tagelang im 10-Minuten-Takt beschießen, ehe es sich verteidigt.

Israel versucht, der Hamas die Instrumente für den Krieg – Waffen – zu entziehen. Die Hamas versucht, möglichst viele Jüdinnen und Juden zu töten.

Israel informiert die palästinensische Zivilbevölkerung über Angriffe auf Waffenlager und Tunnel per Telefon oder Flugblätter. Die Hamas ruft ihre Leute auf, an angekündigten Angriffspunkten zu verharren, um die Opferzahl und damit den Hass gegen Israel nach oben zu treiben.

Israel schickt Lebensmittel, Strom und Treibstoff nach Gaza, um den Menschen zu helfen. Die Hamas kümmert sich in der Praxis mehr um den Kampf gegen Israel (vor allem Bau von Tunneln) statt um das Leben und das Wohlergehen der Palästinenser – von Palästinenserinnen ganz zu schweigen.

Israel schützt seine Bevölkerung durch Abwehrraketen. Die Hamas schützt ihre Raketen durch die Bevölkerung.

Israel will eine Waffenruhe, um zu verhandeln. Die Hamas findet, Waffenruhen sind „Zeitverschwendung“.

Israel macht regelmäßig Kampfpausen, um Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu bringen. Die Hamas feuert in dieser Zeit weiter Raketen ab.

Und noch ein Blick in die Grundsatzdokumente und in die Geschichte:

Israel ist als demokratischer Rechtsstaat verfasst (um genau zu sein: Israel hat keine Verfassung im engeren Sinne, sondern Grundgesetze, die den institutionellen Rahmen festsetzen, sowie unveräußerliche Grundrechte für die Bevölkerung). Die Hamas ist die politische und militärische Organisation der Einparteiendiktatur im Gazastreifen.

Israel bekennt sich in seiner Unabhängigkeitserklärung zum Frieden und zu einem Ausgleich zwischen den Völkern. Die Hamas hält im Artikel 7 ihrer Charta fest: „Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Israel gründete sich, da insbesondere nach der Shoa die Notwendigkeit eines jüdischen Staates zum Schutz vor Antisemitismus offensichtlich war. Die Hamas gründete sich, da ihr der Kampf gegen Israel wegen der friedensorientierten Tendenzen der PLO in den 80er Jahren nicht blutig genug war.

Israel akzeptierte die 2-Staaten-Lösungen von 1937 (Peel-Kommission), 1947 (UN-Teilungsplan), 1994 (Oslo-Prozess) und 2000 (Camp David). Die Hamas akzeptiert keinen Frieden, in dem der Staat Israel existiert.

Israel startete nach dem Sechstagekrieg eine „Land-for-Peace“-Initiative mit Ägypten, die mit der schrittweisen Übergabe des ölreichen Sinai (Land…) und dem Israelisch-Ägyptischen-Friedensvertrag 1979 (…for Peace) endete. Die Hamas verfünffachte 2005  ihre Raketenangriffe, nachdem Israel alle 21 jüdische Siedlungen im Gazastreifen gewaltsam räumen ließ (Land-for-even-more-War?).

Blick auf die Alternativen

Doch ist ein Krieg wirklich alternativlos? Nein, sicher nicht. Schauen wir uns die Alternativen an, die Israel und die Hamas hätten verfolgen können:

Alternative 1: Israel startet keine Gegenangriffe und keine Bodenoffensive. Israel ignoriert die antisemitische Vernichtungsrhetorik. Israel stellt sogar die Grenzkontrollen ein und lässt neben Lebensmitteln und Dingen des täglichen Gebrauchs auch Waffenlieferungen zu.

Was wäre die Konsequenz? Der Raketenhagel über Israel würde weitergehen. Die Hamas würde weiter jede Friedensinitiative ablehnen und versuchen, Israel zu vernichten. Die Menschen in Israel würden weiter jeden Tag um ihr Leben fürchten – oder es verlieren. Freiheit und Sicherheit würden für immer in weite Ferne rücken. Israels Misstrauen gegenüber der Hamas ist historisch begründbar und tagesaktuell nachzuvollziehen. Hätte Israel diese Alternative gewählt – es könnte den Staat Israel auflösen und die Jüdinnen und Juden wieder in jene Gefahr entlassen, von der sie bis und selbst nach 1948 aus Deutschland, Osteuropa, der Sowjetunion und aus arabischen Staaten flohen. Wie real die Gefahr auch in Deutschland ist, lässt sich am Einsatzplan der Polizei feststellen.

Alternative 2: Die Hamas schießt keine Raketen auf Israel.

Was wäre die Konsequenz? Die kriegerischen Auseinandersetzungen gäbe es nicht. Hunderte Menschen wären noch am Leben. Auf keiner Seite müssten Menschen um ihr Leben fürchten.

Mittelfristig könnte die Hamas auch ihre Waffen ablegen und das Existenzrecht Israels anerkennen. Sie könnte in Verhandlungen einsteigen, für Frieden sorgen und den Menschen ein Leben in Würde und Freiheit ermöglichen.

Was wäre die Konsequenz? Der Nahost-Konflikt wäre gelöst. Denn Israel hat ein natürliches Interesse an einem starken, friedfertigen Partner in Gaza und nicht an einem antisemitischen, militärischen Aggressor.

Israels Verhalten ist ohne Abstriche nachvollziehbar

Wer findet, beide Seiten haben Fehler gemacht, möge die nicht-reaktiven Fehler Israels benennen, die zum neuen Krieg geführt haben. (Der Siedlungsbau ist sicherlich ein Hindernis im Gesamtkonflikt, aber kein Auslöser der Ereignisse in Gaza.) Mit Fehlern sind nicht Kampfaktionen an sich gemeint, sondern jegliche Aktionen, die zu Leiden im Gazastreifen führten, ohne dass die israelische Sicherheit im Fokus stand. Ich betone nochmal: Es hat sich noch kein Hamas-Kämpfer von diplomatischen Worten Israels abhalten lassen, Raketen zu zünden.

Viele Menschen wünschen sich tatsächlich, Israel solle sich einfach weiter beschießen lassen. Eine solche Ungeheuerlichkeit wird von keinem Staat der Welt verlangt. Mit Blick auf die menschlichen Leidenserfahrungen in der Jahrtausende langen Geschichte des Judentums und auf den aggressiven Antisemitismus der Hamas wirkt eine solche Forderung geradezu zynisch. Liebe „Israelkritiker“, was zur Hölle verlangt ihr von Israel eigentlich?

Da man keine Argumente mehr hat, werden weitere Strohhalme gesucht. Die skandalösen Aussagen der Knesset-Abgeordneten Ajelet Schaked zum Beispiel, die entgegen mancher Behauptung nicht die israelische Regierung vertritt, sondern dort völlig isoliert ist. Doch selbst sie kommt an den aggressiven Antisemitismus der Hamas nicht heran. Sehr beliebt sind auch die Medien, die mehr über Gaza berichten als über Kongo, Thailand, Nigeria, Mali, Mexiko, Uganda und Sierra Leone zusammen. Selbst der Verweis auf eine angeblich pro-israelische Berichterstattung ist erstunken und erlogen – empirisch ist das Gegenteil der Fall. Immerhin haben die meisten Medien endlich verstanden, dass die Raketen der Hamas Todesangst in Israel verbreiten und das israelische Handeln keine Aktion, sondern Reaktion ist.

Wer das Handeln von Hamas und Israel vergleicht, kann nur solidarisch an der Seite Israels stehen – oder sich ein Leben in einem Kalifat wünschen. Unsere Solidarität muss auch den fliehenden Palästinenserinnen und Palästinensern gelten, die sich im Würgegriff der Hamas befinden. Viele bejubeln  immer noch, gesteuert von Judenhass, die Propaganda der Terrororganisation. Mittlerweile haben aber mehr und mehr Menschen in Gaza die Schnauze voll von ihren Gottesführern und Gottesführerinnen, ihrer wirtschaftspolitischen Unfähigkeit, ihrer staatlichen Inkompetenz, ihrem friedenspolitischen Nichtstun. Die einzige Legitimation, aus der die Hamas ihre Existenz abzuleiten versucht, ist der Kampf gegen den Judenstaat und für einen islamistischen Gottesstaat, kein demokratisches Votum. Die Menschen versagen ihr gerade in Scharen die Unterstützung. Die Appelle führender Hamas-Mitglieder, das menschliche Schutzschild möge doch bitte menschliches Schutzschild bleiben, verhallen weitgehend ungehört.

Gaza leidet unter der Besatzung der Hamas

Die Zivilbevölkerung sucht lieber die von „Ungläubigen“ (Art. 13 Hamas-Charta) initiierten UN-Flüchtlingslager im Westen auf. Sie will keinen Krieg gegen Israel, sondern Essen, Trinken, Sicherheit und ein würdiges Leben. Nur wenn die Hamas das erkennt und sich danach richtet, kann es Frieden im Nahen Osten geben. In Israel sind diese Wünsche soweit verwirklicht, wie ein Staat sie verwirklichen kann. Was noch fehlt, ist der komplette Ausgleich mit den Nachbarn. Mit Ägypten und Jordanien hat Israel Friedensverträge abgeschlossen, mit Syrien und der neuen libanesischen Regierung zumindest einen Waffenstillstand gefunden, der mit Ausnahme des kurzen Libanonkriegs seit 30 Jahren hält.

Es ist im ureigensten Interesse Israels, Partner statt Feinde zu haben, Sicherheit statt Krieg. Das ist der Kern der zionistischen Idee. Israel wird auch zu einem Frieden mit den Palästinenserinnen und Palästinensern bereit sein, sofern seine Sicherheit gewährleistet wird. Die Sicherheit ist gewährleistet, wenn die führenden politischen Organisationen – vor allem die Hamas – Israels Existenzrecht anerkennen und die Gewalt in ein staatliches Monopol kanalisieren, das sich zum Frieden verpflichtet fühlt.

Der Ball liegt nicht bei Israel. Der Ball liegt auch nicht bei „den Palästinensern“. Der Ball liegt bei der Hamas und anderen Terrororganisationen. Und bei sonst niemandem.

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Über den/die Autor*in

studiert Friedens- und Konfliktforschung, arbeitet beim Juso-Bundesprojekt Internationales mit und ist stellvertretender Vorsitzender der SPD Darmstadt. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Internationales und Kampf gegen Antisemitismus.



131 Responses to Nein, es sind nicht beide schuld!

  1. Schiesser, Hans-Rudolf says:

    Tim Huss sei größter Dank ausgesprochen !
    Welch wahrhaft linke und aufklärerische Position!
    Welch Mut aber auch, sich einem in der Linken zunehmend zum mainstream entwickelnden Antisemitismus entgegen zu stellen, der sich hinter den vermeintlich harmloseren Etiketten „Antizionismus“ und „legitimer Israelkritik“ verbirgt.
    Möge der Beitrag für eine Initialzündung sorgen, die einen seit Jahrzehnten überfälligen Selbstaufklärungsprozess der politischen Linken in Gang setzt – einer Linken, die nicht nur nüchterne marxistische Analyse vergessen hat, sondern nicht einmal mehr merkt, dass sie faschistoide Klischees reproduziert. Wer wie in der occupy-Bewegung „Finanzkapital“ (raffendes Kapital) mit einem „Realkapital“ (schaffendes Kapital) kontrastiert, hat zugleich die Tür für eine Verschmelzung von Antikapitalismus und Antisemitismus geöffnet. Dann bedarf es nur noch eines kleinen Schrittes zu einem linken Antisemitismus, womit man unversehens objektiv ‚rechts‘ landet. Da nutzt dann auch keine verschleiernde Rede von „Israelkritik“ oder „Solidarität mit unterdrückten Palästinensern“ mehr.

    Voller positiver Verwunderung habe ich dieses Text wahrgenommen, da er ausgerechnet von einem Juso aus Hessen-Süd stammt. Seit Jahrzehnten hätte ich damit nicht mehr gerechnet! Tim Huss, hast Du dort für diese Position eine Mehrheit?
    Es wäre ein Wunder. Aber Wunder soll es ja bekanntlich immer wieder geben.
    Dank und Glückwunsch!

  2. Breden says:

    Und DAS verwundert mich wirklich: Dass zuvor eine zumindest v. d. USA anerkannte palästinensische Einheitsregierung unter Einbindung v. Fatah u. Hamas zustandegekommen war, spielt hier keine Rolle? Und auch nicht, dass der Raketenbeschuss erst nach der Gaza-Stürmung (nach Auffinden der toten israelischen Schüler) durch israelische Polizei- u. Militäreinheiten begonnen hat auch nicht?

  3. Martin Klein says:

    „Nein, es sind nicht beide schuld!“, schon ihr Titel zeigt, dass der Artikel in die falsche Richtung geht, wenn ein Konflikt zu lösen ist.
    Nicht die Schuldfrage sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Suche nach einer Lösung des Konfliktes. Doch leider drehen sich die meisten Konflikte (auch die kleinen privaten, die jeder von uns hat) um die Schuldfrage, die oft nicht befriedigend für beide Parteien beantwortet werden kann. Hier kann sie aus mehreren Gründen nicht beantwortet werden, u.a.:
    1. Schuld kann meiner Meinung nach nicht in die nächste Generation übertragen werden kann
    2. Es sind zu viele Verbrechen auf beiden Seiten geschehen, dadurch ist es nicht mehr entscheidend, wer den ersten Stein geworfen hat.

    Ein Beispiel zu 1.:
    Was kann ich als Deutscher dafür, dass meine Vorfahren derart mit dem jüdischen Volk umgegangen sind? Wenn mich heute ein Nachfahre dafür als Nazi bezeichnet und im heutigen deutschen Volk Schuld sieht, dann kann da etwas nicht stimmen.

    In diesem Fall:
    Was in der Vergangenheit passiert ist, das ist schrecklich. In vielen Fällen sind die Verantwortlichen auch noch am Leben, aber das Ziel muss sein, dass dieser Hass nicht in die nächste Generation übernommen wird.

    Mit den jetzigen Grausamkeiten werden die heutigen Kindern im Gazastreifen zum „Judenhass“ gezwungen. Wenn Israel nur gegen die Hamas vorgehen würde, dann hätten sie in ein paar Jahren nur noch sehr wenige Selbstmordattentätern, weil den Hamas der Nachwuchs ausgeht. Bei der geringen Trefferquote der Hamas sollte ausschließlich gegen die Verantwortlichen hinter den Raketen vorgegangen werden, dadurch kann vermieden werden, dass der Konflikt auf die nächste Generation überspringt.

    In meinem Kommentar richtet sich die Kritik nicht auf die Tatsache, dass sie Israel gegen Raketen der Hamas verteidigt, nur auf die Vorgehensweise. Die Hamas lasse ich an dieser Stelle außen vor, dass deren „politische“ Haltung (Vernichtung des jüdischen Volkes) und ihr Verhalten (Raketenbeschuss) nicht toleriert werden kann, das ist klar. Die Frage ist nur, wieso handelt die israelische Regierung und das Militär nicht besonnen, wenn sie die Macht dazu haben?

  4. Holger-C. Rohne says:

    „Über die Hamas brauchen wir nicht zu reden, das sind natürlich Terroristen, aber wie verzweifelt muss ein Volk sein, dass es Terroristen wählt?!“ [Kommentar von Jan Schmutzler]

    Da kennt jemand offenbar nicht die innenpolitischen Zustände im Jahr 2006, die dazu führten, dass die Fatah so dramatisch verlor. Hierzu gehören zum einen der jahrelange und systematische Aufbau von sozialer Infrastruktur durch Islamisten (v.a. der Hamas), einschließlich gezielter Hilfen, zu denen sich die Fatah wegen eigener Korruption nicht in der Lage sah. Zum anderen war die Fatah anders als die Hamas derart zersplittert, dass sie für einen Wahlkreis nicht 1 Kandidaten, sondern 3-4 präsentierten. Das Ergebnis: Die Fatah-Kandidaten nahmen sich gegenseitig die Stimmen weg und verhalfen so dem Hamas-Kandidaten an die Macht. So funktionierte das – es war spannend sich mit dem Dekan der juristischen Fakultät in Ramallah kurz nach der Wahl hierüber zu unterhalten.

    Das es Provokationen und Unrecht auf beiden Seiten geben kann, verschweigt der Artikel keineswegs. Aber er benennt punktgenau die entscheidende Stelle, an der Gewalt immer wieder losbricht und der Frieden immer wieder verhöhnt wird.

    Ich habe mir abgewöhnt, den Finger auf den angeblichen „Goliath“ zu richten, ohne eine Lösung – eine echte Lösung anbieten zu können. Mir dreht sich das Herz um, wenn ich die weinenden Kinder und trauernden Eltern in Gaza sehe. Aber mein Zorn richtet sich gegen diejenigen, die skandieren, ihre Kämpfer seien begierig darauf, zu sterben und dabei völlig ungefragt jede Menge „Märtyrer wider Willen“ in der Zivilbevölkerung produzieren. In Schulen gelagerte Raketen werden schnell vergessen, von Raketen getroffene Schulen dagegen nicht. Inwieweit das eine etwas mit dem anderen zu tun haben könnte, wird konsequent ausgeblendet. Sonst geht das mit dem „Goliath“-Finger nicht mehr.
    Die Hamas wollte mit dem aktuellen Konflikt ihre innenpolitisch schwachen Stand aufpeppeln, indem sie darauf setzte, dass die Bevölkerung unter der zu erwartenden israelischen Reaktion leiden werde, an die Hamas als einzigen Schutzgeber heranrückt. Ein gezieltes Umpolen der von der Bevölkerung wahrgenommenen sozialen Ingroup und Outgroup. Ein typisches sozio-psychologisches Reaktionsmuster, wenn man die Wirkweisen kollektiver Gewalt betrachtet. Bedauerlicherweise vielfach auf seine Effektivität hin erprobt.

    Ich kann daher nur Ausrufezeichen hinter die Ausführungen des Autors setzen. Die Kommentare hingegen, die versuchen, eine „Balance“ herzustellen, sollten nochmal einen Schritt zurückgehen und auf sich wirken lassen, was der Autor des Artikels tatsächlich gesagt hat. Ich kann nach jahrelanger wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Nahostkonflikt und erhitzten wie freundschaftlichen Gesprächen hüben wie drüben nur sagen: Der Autor hat Recht.

    Und jenseits des Politischen: Wer wissen möchte, was diese Gewalt für israelische und palästinensische Opfer bedeutet , der darf gerne mal in meiner Dissertation schmökern („Opferperspektiven im interkulturellen Vergleich“). Das ist keine Eigenwerbung, sondern ermöglicht vielleicht dem einen oder anderen auch mal auf empirische Belege zurückzugreifen, anstatt von einzelnen Erlebnissen schließend das Große und Ganze zu beurteilen.

  5. In den Medien hört man von tausenden Zivilopfern unter den Palästinensern. Recherchiert man, erfähtt man: Die Zahlen stammen aber überwiegend von paläst. NGO’s. Dabei werden alle Menschen, die sich gerade nicht in einer Kampfhandlung befinden, dazugezählt. So kommen Zahlen wie „80%-Zivilisten unter den Opfern“ zustande.
    Das ist nicht sachlich und unsere Medien verbreiten es.

    „Der Ball liegt nicht bei Israel.“

    Das jedoch ist nicht weniger undifferenziert, als die Pro-Palästina-Bewegung argumentiert. Und das von einem Linken. Auch der Artikel ist Probaganda, wenn er wieder in ein vereinfachtes Täter-Opfer-Denken verfällt. Es sind Extremisten auf BEIDEN Seiten, die den Konflikt anschüren. Und die Bevölkerung leidet, auf beiden Seiten.

    Nichts lese ich vom Siedlungsbau, der unverhältnismäßigen Bombardierung, auch von Stränden und Krankenhäusern, über Wochen hinweg mit tausenden Raketen? Das lässt sich auch nicht durch die Guerillataktik der Hamas rechtfertigen und dass es eine „Antwort“ sei. Israel missbraucht seine militärische Oberhand.
    Und viele Israelis feiern das noch, was auch widerwertig ist: http://www.theguardian.com/…/israelis-cheer-gaza-bombing

    Es ist fast nie nur einer schuldig im Konflikt. Vor allem nicht hier.

  6. ralf spörkel says:

    Der Blogbeitrag ist so schlecht, dass es schon fast weh tut. Es wäre möglich sich ernsthaft damit auseinander zu setzen, dafür wäre Platz und Zeit notwendig. Aber wer ernsthaft etwas zur Situation in Gaza schrieben will und dass so tut sollte sich mit mehr als den Wurzeln des Zionismus und der Charta der Hamas befassen. Natürlich ist die Hamas eine Gruppe die Terror ausübt und das Existenzrecht Israels in Frage stellt. Natürlich wäre alles ganz einfach, wenn es nur die Fatah gäbe, die wird von Israel ja als gleichwertiger Partner behandelt und ernst genommen (der letzte Satz war bitterste Ironie, nur damits jeder versteht!). Die ganze Kausalkette die hier aufgemacht wird ist völlig Weltfremd und ignoriert weitgehend die Ursachen die den Aufstieg den Hamas erste ermöglicht haben. Er ignoriert auch, dass die Hamas in Gaza nach durchaus freien Wahlen an die Macht gekommen ist, die von den USA und Israel durchgesetzt wurden um die Autonomiebehörde in der West Bank zu schwächen, dass vorhersehbare Ergebnis wurde dann mit einer Isolierung des Gazastreifens beantwortet.

    Wer ignoriert, dass Gewalt noch immer den Radikalsten Elementen in die Hände spielte und wir uns davor fürchten können was nach der Hamas kommt, leistet einfach keinen einen ernsthaften Diskussionsbeitrag zur Lösung dieses Konflikts.

    Die Fatah ist übrigens, dies nur zum Schluss auch aus einer Terrororganisation hervor gegangen- Relativen Frieden gab es nur weil BEIDE Seiten erkannt hatten, dass Sie aufeinander zugehen müssen.

  7. Thomas R says:

    Sehr gut geschrieben, Genosse Huss!
    Eine klar begründete Position, die selbstverständlich Widerspruch erzeugt. Den ganzen Hamas-Freunden wünsche ich in etwas friedlicheren Zeiten (wenn sich die IDF wieder aus Gaza zurückgezogen hat) mal ein paar Tage in Beer Sheva oder nur einen kurzen Aufenthalt in Sderot, damit sie mitbekommen, was es heißt, wenn unvermittelt der Alarm losgeht, weil die nächsten Kassams oder Grad-Raketen abgefeuert werden. Es scheint aus der Ferne schwer verständlich, dass es ein demokratischer Staat nicht zulassen kann, dass der Nachbar permanent auf seine Bürger schießt. Fände das z.B. in Oberbayern statt, wo etwa Raketen aus Innsbruck nach Garmisch oder München fliegen würden, würden die Bürger auch zurecht erwarten, dass ihre Armee sie verteidigt und alles unternimmt, um den Beschuss zu unterbinden.
    Kurzum, die Position von Tim Huss ist richtig und unterstützenswert.

  8. Pingback: So sieht Krieg aus | NachDenkSeiten – Die kritische Website

  9. Arndt Schelenhaus says:

    Lieber Tim Huss, danke für eine der besten Situationsbeschreibungen der Gazakrise, die ich bislang gelesen habe. Besonders freue ich mich, dass dies aus der Feder eines Parteifreundes kommt.
    Arndt Schelenhaus
    Stellv. Vors. SPD-Kreisverband Nordhausen

  10. RuthLuschnat says:

    Diese Beschreibung finde ich nicht wirklich treffend, da sie ausser Acht läßt, was sich seit Jahren immer mehr ausprägt, nämlich::

    dass sich die Falken auf beiden Seiten ergänzen und leider in ihrer Macht durch die millitaristische Vorgehensweise auch wieder die Reihen hinter soch zu schliessen verstrehen…….Warum sind denn so viele Israelis nicht mehr dort, weil es immer unerträglicher geworden ist und die Regierungen von mal zu mal rechter….

    Das nun vor einer sich abzeichnenden Einhegung der Hamas in einer Einheitsregierung,
    die Falken in Israel vertrauter sind mit eskalationen, als mit dem eventuellen Druck
    tatsächlich Zugeständnisse und Abstriche von ihren Siedlungs Plänen und dem Traum eines Großisraels machen zu sollen, dass ist leider genauso wahr, wie die Tatsache, dass
    in Gaza selber die Hamas in ihrer Art in Friedenszeiten bestimmt nicht so klare Solidaritäten der Bevölkerung genießt, wie wenn Israel als ungerechter Krieger sich geriert.

    All dies ergänzet sich fabelhaft……..
    auf Kosten derjenigen, die immer weniger ;Macht und Wort haben und daher kaum noch wahrnehmbaren Einfluss haben: alle die nämlich, die ehrlicher an Frieden interessiert sind. Es fehlen schon so lange die früheren zivilisierenden Aktivitäten etwa der
    Frauen in Schwarz. In einer Veranstaltung letztes jahr in Berlin wurde mein Gedanke darauf zurückspiegelnd beantwortet mit dem Bedauern darüber, dass diese Kräfte
    leider mitlerweile in Israel total marginalisiert seien……viele davon sind auch hierher
    geflohen……

    also : die Schuldfrage so zu stellen ist in meinen Augen irreführend, viel mehr solte
    die Frage sein: wie diese Kräfte zu entmachten seien auf beiden Seiten, da sie so wie es
    aussieht das Spiel weiter treiben wollen und das wird sicherlich den Antisemitismus in
    der Welt weiter befördern, schon allein deswegen, weil Israel auf agressive und auf viele subtile Weisen beansprucht für alle Juden auf der Erde zu sprechen, selbst wenn die es
    vehement abweisen, so findet das ein starkes Echo:

    – in vielen Jüdischen Gemeinden

    – Durch Staaten, die meinen diese Politik Israels wegen dem Holocaust stützen zu müßen, oder weil in ihren Ländern einflussreiche jüdische Israellobbies ihrnen dies
    zu tun drängen und si edie Wählerstimmen bediehnen wollnen, die diese vertreten.

    – Durch alle die evangelikalen Sekten, die an das baldige Harmaggedon glauben und
    in dieser Logick gehören nunmal alle Juden nach Israel.

    – Und wer da noch so auch in muslimischen Kreisen vergleichbares oder ähnliches im eigenen Gewand pflegt…

    Dass aber für ein demokratisches Überleben der Menschheit ganz und gar andere Umgehensweisen nötig sein werden: abrüsten und in kooperation und solidarität
    auf Kreislaufwirtschaften umstellen und in diesem Kontext etwa das Verhältnis EU – Afrikanische Länder ganz und gar geändert gehört und israel in einem solchen Hoffnungskontext eigentlich eine Funtion als Brücke oder Tor zwischen EU und Afrika
    entwqickeln könnte, dass ist leider so unsagbar geworden, wie das Wort Frieden, dass dafür die Vorraussetzung wäre ….das aber geht uns alle an !! wer weiß, wie spätere Genrationen dann mal diese Schukdfrage stellen werden, jedenfalls hoffentlich nicht so
    eng wie es hier geschieht…..

    Ruth Luschnat

  11. Thorsten Haupts says:

    Von dieser Art klarer und nachvollziehbarer Argumentation gab und gibt es in Deutschland viel zu wenige. Wenn Sie mit dem Lob eines politisch Andersdenkenden umgehen können: Bitte mehr davon!

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  12. Ron Paul says:

    Ein toller Artikel! Ich frue mich so etwas einmal aus dem linken Lager lesen zu dürfen! Ich habe den linken Antisemitismus („Israelkritik“ muss erlaubt sein…) nie verstanden und hoffe, dass mehr Linke so denken.

  13. Martin says:

    Nachdem ich immer mehr der Meinung war, inzwischen seien -besonders die deutschen- Linken sogar brauner und antisemitischer als die Braunen selbst, erstaunt und erfreut mich dieser klare, deutliche und zu 100% richtige Beitrag sehr.

    Ein erfreuliches Antidot zur fortschreitenden linken Verdummung.

  14. Karl Knaddel says:

    Israel machte bereits nach dem ersten zurückgeschlagenen Vernichtungsfeldzug gegen sein Land und seine Bürger den Fehler, die Angreifer bzw. Araber nicht zu vertreiben. Außerdem hätte es die eroberten Regionen nie zurückgeben dürfen. Beim Versuch, Land gegen Frieden zu tauschen, wurde Israel stets verarscht. Das Land war weg aber Frieden gab es nur kurz. Russland hingegen vertrieb die Deutschen und Polen nach 1945 aus den von ihm eroberten Gebieten und hat deshalb heute keinen Ärger mehr. Niemand macht Russland wegen seiner Vertreibungs- und Verschleppungspolitik auch nur den leisesten Vorwurf. Die Araber werden einen jüdischen Staat in ihrer Nähe niemals akzeptieren.

  15. Wolfgang says:

    Lieber Autor,
    bitte grämen Sie sich nicht wegen der vielen Anti_Kommentare.
    Leider herrscht in Deutschland ein massiver Öko_Faschismus; mit all seine Auswüchsen !
    Gott sei es geklagt !

  16. Sina says:

    Vielen Dank Herr Huss, für diesen klugen und empathischen Artikel.
    Im Allgemeinen kann man über den Judenhass der Linken, der sich meist hinter bigotter „Israelkritik“ versteckt, nur verzweifeln.
    Wenn man z. B. weiß, dass die Golfstaaten englische und amerikanische Universitäten in den letzten Jahren mit hunderten Millionen Pfund „gesponsort“ haben, wundert man sich allerdings nicht mehr über die stumpfe Dummheit mit der das Loblied der Palästinenser gesungen und Israel verdammt wird.

    http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/10340#.U9mFHGIayK0

  17. Marc Jenal says:

    Danke Herr Huss für ihren Artikel! Dass Israel trotz der wiederholt erklärten Judenvernichtungsstrategie der Hamas immer wieder Zurückhaltung zeigt und dem Feind Strom/Hilfsgüter liefert, medizinische Hilfe angedeihen lässt, die Zivilbevölkerung warnt, wird von uns kaum wahrgenommen. Die extrem einseitige Berichterstattung in den europäischen Medien pro homo-, frauen- und menschenrechts- und friedensfeindliche Hamas und gegen die Selbstverteidigung des zur Zerstörung bestimmten Staates Israel, steht der extrem einseitigen Berichterstattung in arabischen Medien in nichts nach und trägt Früchte, ob bei Gebildeten oder Ungebildeten. Ich behaupte der Hauptgrund für den Sieg Palästinas im Medienkrieg ist simpel: Wir wollen weiterhin das Erdöl der arabischen Staaten und deshalb machen unsere ach so freien Medien weiterhin auf Anti-Israel, zeigen nur die tatsächlich bemitleidenswerten palästinensischen Opfer, verschweigen aber, das die an der Macht stehende Terrororganisation Hamas jedes Friedensangebot ablehnt und durch unsere Akzeptanz mit am Leben gehalten wird. Ansonsten muss ich meine Meinung über Jusos revidieren, deren Mitglieder schon mal zusammen mit rechtsradikalen Islamisten demonstrieren (wahrscheinlich weil sie deren Rufe nicht verstehen). Es gibt auch bei euch Leute die selbst denken und das macht Mut!

  18. Emanuel Wepfer says:

    „Israel versucht, der Hamas die Instrumente für den Krieg – Waffen – zu entziehen. Die Hamas versucht, möglichst viele Jüdinnen und Juden zu töten“

    Dumm nur, dass sich diese noble Einstellung Israels nicht in den Opferzahlen niederschlägt:
    Opfer der Hamas seit Anfang Juli: ~50
    Opfer der Israelischen Streitkräfte seit Anfang Juli: >1000

    Lieber Tim, du hast bei Alternative 1 vergessen, die Möglichkeit aufzuführen, dass die Hamas damit langfristig die Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung verlieren dürfte.

    Ebenfalls hast du vergessen, aufzuzeigen, wo denn eigentlich die momentan gewählte Alternative hinführen soll?
    Sag mal glaubst du eigentlich ernsthaft daran, dass Israel mit dem momentanen Vorgehen seine Sicherheit langfristig auch nur um ein Mü verbessern wird? Merkst du nicht, dass Israel momentan dabei ist, die Hamas oder die idiotische Ideologie, die hinter ihr steckt, noch stärker zu machen?
    Wenn Netanjahu tatsächlich sein Ziel erreichen sollte und die Hamas bis auf den letzten Mann vernichten würde, was würde das bringen? Aus den Reihen der Angehörigen der zivilen Opfer, die diesen Weg als Leichen säumen werden, wird dann längst eine neue, wahrscheinlich noch extremere Organisation (ja, das geht) enstanden sein. Genauso wie die Hamas mit ihrem Vorgehen die israelische Rechte stärkt, stärkt Netanjahu mit seinem Vorgehen die palästinensische Rechte: die Hamas.

    Und warum werden mehr Appelle an Israel als an die Hamas gerichtet? Genau aus dem Grund, den du beschreibst:
    Israel ist ein demokratischer Rechtsstaat die Hamas eine Terrororganisation.
    Daher werden auch mehr moralische Appelle an die israelische Seite gerichtet. Dies ist bei allen Konflikten auf der Welt so. Je näher ein Staat dem Westen (und Deutschland) steht, desto mehr Kritik muss es sich hier für sein Verhalten gefallen lassen. Als JUSO solltest du dies eigentlich wissen. Oder sonst überlege dir mal bitte, bei welchen Konflikten du bisher auf die Strasse gegangen bist.

    • Karl Knaddel says:

      Nicht nur Netanjahu ist das alles voll bewusst. Israel hat keine gute Alternative. Die gegenwärtigen Aktionen der IDF gegen Hamas und seine Infrastruktur sind eine von mehreren schlechten Alternativen. Die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland sind Schachfiguren wesentlich mächtigerer Gruppen. Lokal und kurzfristig mag Israel wie der Stärkere wirken. Global und langfristig ist seine Existenz extrem bedroht.

  19. albert.ffm says:

    Ich bin positiv überrascht von Jusos so eine korrekte politische und historische Analyse zu lesen, die Israel entschieden und zu recht verteidigt. Ich merze also gerne ein lange gehegtes Vorurteil gegen gegen israelhasser bei den Jusos diesbezüglich bei mir aus.

    Leider ist eine solche Position, die Israel mit guten Argumenten verteidigt, wohl sehr selten heutzutag auf der Linken insgesamt, wohl leider so ne Art Orchideenfach-Veranstaltung von Wenigen nur, und zwar innerhalb der SPD wbwnso wie innerhalb der JUSOs selber, von der offen antisemitisch agierenden Linken gar nicht zu reden.

    Man sieht es nicht zuletzt an dermaßen hirnrissigen Kommentaren heir auf den JUSO-Blog wie solche von K-Nehmsen, M-T Meyer , ect. , die hier ihre Geschichtsunkenntnisse unter Beweis stellen und behaupten Israel habe mit Miltärgewalt sich den Israelischen Staat irgendwie zusammengeklaut,Die sehen Israel quasi als den virtuelle Gesamtimperialisten des gesamten Globus und als einen, nein, den Arpartheitsstaat.

    Leider ist solche Hetze wohl der Mainstream bei den JUSOs insgesamt, wie es mir trotzalledem den Anschein hat, und ich würde mich auch hier gerne eines Besseren belehren lassen durch Tatsachen, und dann selbstredend einen weiteren Irrtum meinerseits einräumen.

  20. Pallywood says:

    Die Indoktrinierung der Kinder fängt dort(nicht nur in Gaza)früher an als bei den Nazis!Schon 3 Jährige geben ihr Wissen über Juden im TV zum besten.Wer so aufwächst dem ist es fast unmöglich anders zu denken,so wie wir hier keine Hunde,Ratten oder Spinnen essen weil uns allein beim den Gedanken schlecht wird,für andere ist es das normalste der Welt.

  21. K Nehmsen says:

    Hall Herr Huss,

    wie würden Sie sich verhalten, wenn das Land Ihrer Väter mit militärischer Gewalt besetzt wird und Sie in einem Reservat [Gaza-Streifen] eingefercht werden? Würden Sie dann noch so einen Artikel schreiben? Es ist immer leicht als Ausstehender Partei zu ergreifen.

    Stellen wir uns mal folgendes vor. Wir Deutschen werden Morgen aus unserem Land vertrieben und unser Volk verschlägst auf alle Kontinente dieser Erde. Nach 2000 Jahren leben hier, sagen wir mal die Niederländer. Und die Deutschen des Jahres 4000 erobern mit millitärischer Gewalt Ihr altes Territorium zurück. Ist das gerecht oder gerechtfertigt? Vor allem ist es ein kriegerischer Akt und eine Unterdrückung des dort lebenden Volkes und erzeugt automatisch neue Gewalt. Was ich damit sagen möchte, ist das die Entstehung des israelischen Staates mit militärischer Unterstützung der USA ein großer Fehler der Geschichte war. Denn man kann kein Unrecht mit Unrecht wieder gut machen.

  22. Silke M. says:

    Vielen Dank, Herr Huss, für diesen ausgezeichneten Artikel!

  23. Pingback: Ausgewählte Artikel und Kommentare zum Gaza-Konflikt | Institut für Israelogie

  24. Johannes says:

    Moin,
    ich bin gerade hier drauf gestoßen und tue mir schwer, nüchtern zu argumentieren. Denn, die vielen (extrem vielen) Schlagworte, die hier verwendet werden, sollen ein besonderes Maß an Toleranz und Objektivität suggerieren. Das ist für mich normalerweise ein sicheres Zeichen von Emotional aufgeladenen, subjektiver Meinungsäußerung. Aber ich versuch es mal. Mir fehlen bei der Auflistung und „wertfreien Darstellung“, dann doch einige Elemente. Darwin hat am 24.Juli 14:18 einiges von dem was fehlt erwähnt. Außerdem springt der Artikel zwischen den Begriffen „Juden“ und „Irsaelis“ hin und her. Mir noch nicht klar, ob das Zufall war, oder einer bestimmten Motivation folgt. Korrekterweise müsste meiner Meinung nach immer von „Israelis“ die Rede sein.
    Mir ist im Vorfeld der aktuellen Auseinandersetzung aber auch der massive Einsatz von Soldaten aufgefallen, um die Morde an den Talmud-Schülern aufzuklären. Es wurden dem Anschein nach ganze Kompanien von Haus-zu-Haus geschickt, die durchsucht wurde. Nun kann man argumentieren, dass die Israelis sich auf feindlichem Gelände selbst schützen müssen und darum diese massive Präsenz notwendig war. Für mich ist es aber ein Unding, auf fremden Staatsgebiet die mit solch einer Maßnahme die Aufklärung selbst durchzuführen. Das ist für mich, aus Sicht der Hamas eine nachvollziehbare Provokation. Das würde so weltweit auch nirgends geduldet werden. Und das kann durchaus als Argumentation für die Terroristen der Hamas dienen, diesen Konflikt vom Zaun zu brechen. Herrlich nützlich sind dann natürlich auch die beschwichtigenden Worte aus dem Iran: „Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Chamenei, rief Muslime weltweit dazu auf, die Einwohner im Gaza-Streifen gegen Israel zu unterstützen. Da sich die USA für eine Demilitarisierung einsetzten, sei es die Plicht der islamischen Welt, die Palästinenser zu bewaffnen.“ (http://www.deutschlandfunk.de/gaza-konflikt-mindestens-30-todesopfer-bei-verstaerkten.353.de.html?drn:news_id=385032 title=“Gaza Konflikt Iran“)
    Es ist einfach unglaublich, wie hasserfüllt Menschen sein können.

    • Karl Knaddel says:

      Naja, auch die Hamas spricht unter Artikel 7 ihrer Charta nicht von Israelis, sondern von den Juden, die es zu vernichten gilt.

  25. Marcus-T. Maier says:

    Selten so einen Schwachsinn gelesen. Der Autor hat nicht nur in Geschichte nicht aufgepaßt, sondern hat auch nicht die geringste Idee von Gruppendynamik. Er zeigt mit dem Finger auf die Hamas und sagt „Ihr seid ganz alleine Schuld“. Aber fangen wir mal von vorne an.

    Schuld ist trägt jeder, der eine Waffe in die Hand nimmt und sie benutzt, und sei es nur für eine Drohgebärde. Auch ein Verteidiger verliert seine Unschuld durch den Waffengebrauch. Aber wer verteidigt hier eigentlich was?

    Angefangen hat das aktuelle Dilemma ja wohl nach dem zweiten Weltkrieg, als die damalige britische Besatzungsmacht die vielen Angehörigen der jüdischen Religion in Palästina hat siedeln lassen. Die Palästinenser wurden nicht gefragt, soweit ich weiß. Die Briten sind dann irgendwann nach Hause gefahren und haben „das Volk Israel“ in Palästina zurückgelassen. Quasi so: „Liebe Palästinenser, wir haben Euch hier einen Hexenkessel gebaut, den wir nicht mehr beherrschen können, deshalb verlassen wir Euch jetzt, lassen aber Euren Erzfeind da, damit es Euch nicht langweilig wird.“

    Der Staat Israel wurde auf einem Territorium errichtet, das nicht frei zur Besiedelung war, sondern gewaltsam geräumt wurde. Und es ist nicht etwa ‚antisemitisch‘, wenn man sagt, das Volk Israel sei in diesem Fall der Eindringling, sondern es ist ein historisches Faktum. Das macht jetzt wiederum die Palästinenser zu Verteidigern gegen die israelischen Besatzer. Wie schon oben erwähnt, auch Verteidiger sind nicht ohne Schuld.

    Was wäre denn mit der Alternative, die der Autor unerwähnt gelassen hat:

    Nummer 3, „Alle sind nett zueinander“?
    Was wäre denn, wenn man aufhören würde, die Palästinenser in ein Ghetto zu sperren? Wenn man aufhören würde, den jeweils anderen anzufeinden, weil der angeblich falsch glaubt? wenn man, wie es in Teilen Jerusalems schon ist, einfach friedlich nebeneinander lebt? Vor allem aber auch mit gleichen Rechten(!)? Und vor allem, mit einer Vertretung in der Knesset?

    Au, warte das geht ja gar nicht, weil eine politische Partei dort (nach Gesetz vom 31.7.1985) ausgeschlossen werden kann, wenn „die Existenz des Staates Israel als jüdische Nation“ angezweifelt wird. Und wie, lieber Herr Huss, nennen Sie das? Ist das nicht ein ganz klein wenig, sagen wir mal… diskriminierend?

    Den Palästinensern wurde ihr Land genommen und sie wurden in ein Reservat gesperrt. Wenn Sie das gut finden, gefällt Ihnen bestimmt auch, was die weißen Siedler mit den ursprünglichen Bewohnern Nordamerikas gemacht haben. Aber stellen Sie es um Himmels Willen nicht so dar, als wären diejenigen, die für ihre Rechte kämpfen, die Aggressoren.

    Viele Bewohner des Gazastreifens sind sicherlich keine Freunde der Hamas. Sie denken sich, wenn ich einfach das Maul halte und mich an die Regeln der Besatzer halte, dann passiert mir nichts. Würde wohl funktionieren, aber ist es das, was wir uns wünschen? Wir, die hier die Freiheiten genießen, ganz offen darüber zu diskutieren? Oder möchten wir nicht lieber, daß alle Menschen von Freiheit und Gleichheit profitieren? In einem alten sozialistischen Kampflied heißt es: „Und weil der Mensch ein Mensch ist, hat er Stiefel im Gesicht nicht gern! Er will unter sich keine Sklaven sehn, und über sich keinen Herrn!“

    Das ist der zentrale Punkt. Niemand kann jemanden zwingen etwas bestimmtes in einer bestimmten Form zu glauben. Denn niemand glaubt, was er will, sondern jeder glaubt, was er glaubt. Und erst, wenn jeder (wirklich: jeder) jeden anderen glauben läßt, was er will und jeder das auch für sich selbst beanspruchen darf, dann kann es vielleicht Frieden geben, und dann haben wir vielleicht irgendwann auch jemanden dort rumlaufen, der ohne Schuld ist. Und welcher Religion der dann angehört, vermag heute niemand zu sagen.

    Aber: Eine alleinige Schuldzuweisung an eine Seite ist Schwachsinn.

    Lieben Gruß,
    M.-T. Maier

    p.s.: Eine alleinige Schuldzuweisung hatten wir auch nach dem zweiten Weltkrieg. Eines der Ergebnisse war der Aufstieg Hitlers. Ich möchte mir etwas ähnliches im nahen Osten nicht vorstellen.

  26. Andreas B. says:

    Ja klasse, nicht immer nur was nachplappern und dem Mainstream folgen, sondern selbstständig nachdenken, was woher kommt..z.B. wenn man selbst andauernd bebombt würde oder aus Hinterhalten angefeindet. Die dahinter stehende Ideologie verdirbt den Charakter, doch das ist keine Entschuldigung..
    danke für die bedenkenswerte ausgewogene Beleuchtung der Situation, der einen wie den andren,.. .

  27. Nils says:

    Danke für diesen Kommentar. Es ist schön zu sehen, dass es auch ein paar Linke gibt, die bei diesem Thema nicht völlig durchdrehen. Leider sind es viel zu wenige.

  28. Paddy says:

    RESPEKT!
    Anscheinend muß ich mein Bild von den Linken und Linkinnen (… lassen wir diesen Blödsinn von wegen Gender-Neusprech) etwas überarbeiten. Es scheinen nicht alle Linken Gutmenschen und Idioten zu sein. Hier ein positives Beispiel, daß es auch anders geht.
    Weiter so! 🙂

  29. Ahsan says:

    Man hört und liest ständig, dass die zivilen Verluste auf Seiten der Palästinenser nur aufgrund der Tatsache entstehen, dass die Hamas die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde benutzt. Damit versucht man die bisher knapp 1000 zivilen Opfer zu rechtfertigen.

    Hier ein Bericht eines BBC-Reporters:

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-07/islam-kommentar-bild-beck

  30. gerhard siegeris says:

    Das späte Erwachen der Linken.
    Der Clash der Culturen wird kommen.
    Das ist so sicher, wie das „Allahu Akbar“ in der Moschee.

  31. Simon says:

    Top! Danke 🙂

  32. Salma Bouazizi says:

    An alle,die sich für die Menschenrechte von Palästinensern einsetzten,stellt euch offen gegen die Ausbeutung durch die Hamas!Die Hamas bereichert sich an den Hilfsgeldern,welche eigentlich in den Bau von Schulen,Straßen,Spitäler,etc. gehen sollten und profitiert massiv von der derzeitigen Lage indem sie hohe Schutzzölle auf sämtliche Waren einhebt (laut einer arabischen Zeitschrift gibt es etwa 800 Millionäre in Gaza während der Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt!).Während die Palästinenser in Gaza leiden sitzt Khaled Mashal in einem Luxushotel in Qatar und spricht darüber,dass er niemals zu Frieden mit Israel bereit ist,ich finde das tausendmal schlimmer und verachtenswerter als alles Leid durch den IDF. Die Hamas bedient sich einer Guerilla-Taktik,welche bewusst das Leiden der Bevölkerung in Kauf nimmt,jeder der sich dagegen stellt wird bedroht,gefoltert oder getötet.Al Jayat Al Jadida (palästinensische Tageszeitung) hat berichtet,dass dutzende Fatah-Aktivisten getötet wurden,weil sie den durch Hamas auferlegten Hausarrest verletzt haben (!!!). Die Mehrheit der Palästinenser wünscht sich ein Ende der blutigen Auseinandersetzungen,doch das wird es nicht geben solange die Hamas die Bevölkerung drangsaliert und für ihre finanziellen Interessen leiden lässt. Den besten Beweis für die fehlgeleitete Politik der Hamas sieht man,wenn man Gaza (seit 2006 unter Hamas-Herrschaft) mit Ramallah vergleicht(West Bank,mehrheitlich Fatah),eine blühende Stadt mit vielen Märkten,Restaurants und soliden Straßen. In Ramallah können die Palästinenser ein gutes Leben führen,es gibt gute Universitäten und Schulen,Kinos,Theater und seit 2005 dient sogar eine Frau (und Christin) als Bürgermeisterin.
    Ohne Hamas ist Frieden möglich,dieses Blutvergießen muss endlich aufhören!

  33. carl haupt says:

    Lieber Tim Huss,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Ich dachte schon es gibt keine klar denkenden Menschen mehr. Mach weiter so und lass Dich von den bösen Kommentaren nicht einschüchtern! Sehr erfrischend Jemanden mit solch klaren Gedanken zu lesen.

    Wenn man hier die Kommentare liest wird einem regelrecht bange, was wohl passiert wenn wieder ein Demagoge wie 1935 kommt? Da fällt mir auch der Rattenfänger von Hameln ein… Dank der deutschen Presse sind die Leute so antisemitisch geimpft das sie vor stereotypem Denken gar nicht mehr wissen wie sie die Wahrheit erkennen können.

    VG Carl

  34. Sanfrancesco says:

    Intellektuell lässt sich viel schreiben und diskutieren.
    Da scheinen einige der obigen Schreiber ja gewaltige Profiler zu sein,
    so wie sie die Sachlage beschreiben.
    Aber, der Artikel von Tim Huss trifft den Nagel direkt auf den Kopf!
    Ich bin häufig vor Ort und kann aus eigener Erfahrung berichten,
    dass die Einschätzung von Tim Huss sehr gut ist!
    Vielleicht reist einer dieser intelektuellen Schreibtischtäter mal an in die Grenzregion zum Gaza-Streifen und redet mal mit der Bevölkerung vor Ort. So ein Aufenthalt von mehreren Wochen
    würde dem einen oder anderen gut tun.
    Und ja, sprecht mal mit der israelischen und arabischen Bevölkerung in Israel
    die in grössten Teilen nur eins wollen: nämlich Frieden!

  35. Rallle says:

    Nur ein Beispiel! : Du lebst in Baden-Würtenberg und das am liebsten in Frieden und Sicherheit. Hier wohnen auch Deine Liebsten und Verwandten. Doch schon lange hast Du einen Nachbarn, nämlich Lichtenstein, der Dich überhaupt nicht leiden kann. Deshalb haben nun etliche angefangen, besonders wirksame Langsteckenraketen auf bevölkerungsreiche Städte wie z.B. Freiburg, Stuttgart, etc. abzufeuern. Hohe Verluste werden begrüßt. Auch eigene Verluste werden gerne in Kauf genommen.
    Was wird wohl Militär und Polizei in Baden-Würtenberg tun? Zuschauen??? Ja, nur niemanden einen Anstoß geben, auch wenn das Volk sich in höchster Lebensgefahr befindet. (ironisch)
    Wir sitzen hier wie die Made in Speck und wollen dem Staat Israel vorschreiben, was Sie zu tun und zu lassen haben. Auch wir haben wie Israel eine Verteidigung, die im Kriegsfall handeln würde.
    Andersherum: Wie ist es Deutschland ergangen, nachdem die V2 auf London abgefeuert wurde?
    Die Alliierten haben keine Zivilisten vor den Bombenabwürfen gewarnt und es macht Ihnen heute keiner einen Vorwurf deswegen.

  36. open eyes says:

    Welche Rechtfertigung?? Tunnel? Wer Mauern nach oben baut kann sie auch unterirdisch bauen. Es sterben hauptsächlich Zivilisten. Blanker Hohn

    Schafft Fakten. Gebt den Palästinensern ihr Land zurück, räumt die Siedlungen. Lasst sie frei reisen. Maltretiert sie nicht. Ich kann nicht glauben, dass ein Land welches im 2. Weltkrieg so gelitten hat, die Menschenwürde mit Füßen tritt. Open your eyes.

  37. Abulafia says:

    du hast vergessen zu erwähnen das die israelische regierung nach der entführung willkürlich massenverhaftungen hat durchführen lassen. ob die alle daran beteiligt waren hm?

  38. AM says:

    Vielen Dank für diesen gut recherchierten,intelligenten Artikel!

    Für alle,die sich für das Leben in Palästina unter Hamas interessieren,sei der folgende Artikel ans Herz gelegt,doch wie die Autorin schon zu Beginn sschreibt:“Wenn Sie diesen Text jedoch in der Absicht lesen, Partei für eine Seite zu ergreifen, muss ich Sie leider enttäuschen. Das hier ist kein Fußballspiel! Es geht um Menschenleben!“ http://tapferimnirgendwo.com/2014/06/06/ich-palastinenserin/

  39. jolo says:

    Schon interessant was für ein leute sich hier in ei linksblog aufhalten, neben radikale evagelikaner auch noch viele islamophoben.ein unheikiges Allianz hat.

  40. Pingback: Lesestoff: Ende Juli in der großen Hitze mit 50 Artikeln | Der Webanhalter

  41. Markus says:

    Fakt ist : Eiropäeier haben die Juden verfolgt, vergast, ermordet diskriminiert alles was man unter grausam verstehen kann haben die Europäer den Juden angetan ..und wer muss dafür bezahlen?? die Palästinenser !! in keinem Ort auf dieser Welt haben Juden in Frieden gelebt und ohne Rassismus oder Diskriminierung als in der arabisch-islamischen Welt ..selbst in Spanien nach der Reconquista sind die Juden zusammen mit den Muslimen nach Nordafrika geflohen, weil die christen, die die Macht wieder in Spanien zurückgewonnen haben, haben beide verfolgt und diskriminiert. Hört auf mit eurern Lügen.! ihr begeht Verbrechen und wollt, dass andere dafür bezahlen ! Die Europäischen Mächte sind unverschämmt und unmenschlich ! nur damit man eure Verbrechen vergessen kann , habt ihr den Juden damals einen Staat versprochen und zwar wo?? in einem Land, welches schon jemandem anders gehörte ! und jetzt erzählt ihr solche Lügen???!! Muslime und Araber ( auch Christen) waren nie antisemit und hatten nie Hass gegen Juden , das zeigt die Geschichte ! Nur Europäer hatten diesen Hass und den Rassismus gegeüber Juden , nur sie sind dafür verantworlich, dass die Lage immer im Nahenosten eskaliert und, dass es tote Menschen immer gibt ..Schande auf euch !

  42. Urs Rechn says:

    Gleich vorweg: das Leugnen von massivsten Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der israelischen Dienste, Behörden und des Militärs, eben auch durch Unterlassen derer Erwähnung, ist gemeine Propaganda.
    Diese nützt nicht einmal im Geringsten den uneingeschränkt proisraelischen Positionen.
    Selbstredend ist jegliche Fürsprache für die Positionen (und Mittel zur Erreichung derselben) der Hamas und jeglicher anderer islamistischer Bewegungen ebenso durch nichts zu tolerieren, noch zu relativieren.

    Aber das Fatale an den Konflikten in Libanon, Westjordanland und gerade in Gaza, ist eine unmenschliche, ebenso rassistische Grenz-und Siedlungs-(bzw.Eroberungs-)Politik Israels, die in ihrer ultraorthodoxen jüdischen Ausrichtung, einer beispielsweise salafistischen in ihrer Ausführung und Wirkung in nichts nachsteht. Es gab viele Anschläge und Massaker extremistischer ultraorthodoxer Juden an Libanesen, Palestinensern und israelischen Arabern, aus ähnlichen inneren Motiven, wie die der extrem islamistischen Selbstmordattentäter in Israel. Das ist nuneinmal traurige Tatsache, die jedoch nicht im Geringsten Einfluss auf die momentanen Diskussionen findet.

    Das Widerlichste an Ihrem Artikel, Herr Huss, ist jedoch Ihre rechtfertigende Toleranz gegenüber den getöteten Zivilisten: Männern, Frauen und Kindern – sie hätten sich ja willfährig als „Schutzschild der Hamas“ zur Verfügung gestellt.
    Dies ist jedoch eine zutiefst inhumane Ignoranz der Unschuld schlechthin, solch eine Sicht auf ein getötetes, ja, ermordetes Kind, daß ich Ihnen, Herr Huss, jegliche inhaltliche Kompetez absprechen muss; politische sowieso!
    Ein Soldat, oder eine Armee, welche/r um solche widerlichen Umstände, wie diesen Missbrauch von Zivilisten durch feindliche Kombattanten, weiß, handelt Kriegsrechtswidrig und begeht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn durch fortgeführten konventionellen Beschuss zivile Opfer in Kauf genommen werden.

    Zum Schluss ein etwas parabelartiger Vergleich:
    Nehmen wir an, ein Raubtier, zum Beispiel eine Großkatze, dringt in ein kleines Dorf ein und bedroht dessen Bewohner auf seiner Suche nach Futter. Sofort kommen Jäger, jagen das Tier, schießen darauf und zwingen es in eine ausweglose Situation. Aber, anstatt die Katze zu verjagen, oder sie zu töten, schlagen sie auf sie ein, schiessen in ihre Pfoten, versuchen, ihr die Zähne auszuschlagen und in die Augen zu stechen, sie schlagen auf ihre Schnauze, sie blutet aus der Nase, sie schwingt ihre Krallen, die sollen jedoch herausgerissen werden, sie versucht zu fliehen, doch die Mauer ist zu hoch, sie versucht zu graben, doch man lässt sie nicht; das Tier wehrt sich mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, die Augen gehen ihm durch, der Schaum läuft aus dem Maul – doch die Jäger wollen es zum Aufgeben zwingen.

    ICH frage mich: was sind das für Jäger…

    • Was Geht sie das an says:

      Laut einer Umfrage sehen sich 70% der Israelis als nicht Religiös, und ich glaub nicht das die 30% alle Rassitisch veranlagt sind. die Umfrage ist schon etwas älter gewesen abr so schnell ändert sich sowas nicht. Menschen verachtendes Verhalten hat auserdem nicht immer Gleich was mit Israek zu tun Klingt blöd ist aber so. Wenn jemand Lange Krieg ausgesetzt ist doer Familie Freunde gestorben sind kann selbst ein Guter Mensch daran zerbrechen, in jedem Krieg gibt es Ungerechtigkten bis hin zu Kriegsverbrechen. nd wenn si glauben er hat das er gemeint hat das sich viele Freiwillig als Schild Melden sollten sie gemerkt haben das es dann 1 weit aus mehr Zivile Opfer gegeben hätte und 2 das er oder ein Kommentar gesagt hat das die Hamas schon lange den Halt in der Bevölkerung verloren hat und sich durch eine Diktatur an der Macht hält, das beste ist Leider die Hamas Auszuschalten aber das geh halt net so leicht bzw ist mit mehr Opfern verbunden.

  43. Dieter says:

    Sind nicht beide Schuld ? Das macht einen ja fast fassungslos beim Lesen.
    Also zumindest mich.

    Angefangen an der mittlerweile unsäglichen, oberlehrerhaften Erläuterung der Unterschiede
    Zionist, Semit, Antisemit und Bergbauer.

    Aus unserer Verfassung und Strafgesetzbuch kann man ganz einfach und schnell ablesen, dass es
    in unserem Staat glücklicherweise egal sein sollte, gegenüber wen oder was man zu Gewalt aufruft.

    Juden, Russen, Araber, Moslems, Kinder, Kinder oder Hasen. Wer zum Hass und Gewalt aufruft ist hier zu Recht falsch.
    Vgl. http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland.

    Weiter gehts im Text .Unter der Überschrift “ Israel und die Hamas – eine wertfreie Gegenüberstellung“
    gehts weiter mit Sätzen wie „Israel verurteilt die Tat, leitet Ermittlungen ein und nimmt die mutmaßlichen Täter fest.“
    Und gipfelt in
    „Einzeltäter sind kaum zu verhindern. Sie kann man lediglich festnehmen und
    zu hohen Haftstrafen verurteilen – dies wird dank des israelischen Rechtssystems geschehen….
    Politisch problematisch wird es, wenn hinter Morden politische Strukturen stecken. Dies wäre bei der Hamas nicht zum ersten Mal der Fall.“

    Und hier wird es zumindest mal nix, mit dem Versuch des Autors ernsthaft und glaubwürdig wertfrei gegenüber zu stellen. Wer allen
    ernstes behauptet, die Israelische Regierung hätte Probleme damit, Mitglieder der Hamas oder gar führende Iranische Atomwissenschaftler, teilweise
    auf offener Straße hinzurichten, verliert in meinen Augen ab jetzt jede Glaubwürdigkeit. Ich unterstelle mal, das ist dem Autor bekannt
    und hat er wissentlich unterschlagen. Wäre es ihm unbekannt wäre er wieder recht unglaubwürdig da nicht informiert.

    Vergleiche :
    http://de.wikipedia.org/wiki/Chalid_Maschal
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israels-mossad-abteilung-mord-a-740110.html
    https://www.youtube.com/watch?v=xDgfSClJuxA ARD Reportage

    Den Text könnte man wirklich Satz für Satz durchgehen und sich aufregen.

    „Israel akzeptiert die 2 Staaten Lösungen“ und „Israel startete nach dem Sechstagekrieg eine „Land for Peace“ Initiative mit Ägypten“
    „Die Hamas verfünffachte 2005 ihre Raketenangriffe, nachdem Israel alle 21 jüdische Siedlungen im Gazastreifen räumen ließ“.

    Jetzt wird es etwas komplex würde ich sagen. Ich hoffe es herrscht auch beim Autor Kenntnis darüber, dass sowohl der Gazastreifen als auch
    sämtliche restlichen Palästinensischen Gebiete nach wie vor besetzt sind. Sämtliche Grenzübergänge werden ausschließlich von Israel kontrolliert.
    Sowohl zu Land als auch zur See. Nur sehr wenige Ausnahmen sind auch mit Sicherheitskräften der Autonomiebehörden gesichert.
    Den Gaza Streifen verlässt niemand, wenn Israel das nicht will. Handel oder sonstiger wirtschaftlicher Austausch kann dadurch nur sehr eingeschränkt
    stattfinden.
    Israel unterhält innerhalb der besetzten Gebiete illegale http://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_478_des_UN-Sicherheitsrates
    etliche, aufgrund der Bauweise quasi nicht sicher zählbare Siedlungen. Die Infrastruktur innerhalb der Gebiete wurde und wird
    mit zahlreichen Mitteln wie Blockaden und Checkpoints quasi ausser Kraft gesetzt.

    https://www.youtube.com/watch?v=EDGU9LFlQrE

    Wer jetzt noch ernsthaft behauptet, hier wird nicht auf beiden Seiten die Grundlage gebildet, auf dem Unzufriedenheit, Hass und Terror
    entstehen kann, schaut in meinen Augen nicht richtig hin.

    Zum Thema Rechtsstaat und illegalem Handeln sei mal die folgende Liste http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_UN-Resolutionen
    empfohlen.

    478 20. August 1980 Nichtigerklärung der Annexion Ost-Jerusalems durch Israel.
    605 22. Dezember 1987 Verurteilung Israels wegen ständiger Verletzung der in Genf definierten Menschenrechte für Zivilisten in Kriegsgebieten. Verurteilung Israels wegen wiederholter Missachtung der Menschenrechte in den besetzten Gebieten.

    Ich habe schlicht beim Lesen den Eindruck, dass es sich hier eben nicht um eine wirklich wertfreie Gegenüberstellung handelt. Das sich
    ein Volk mit der Hamas (zuletzt gewählt 2006) für den in meinen Augen fatalen falschen Weg entschieden hat dürfte unstrittig sein.
    Die Hamas ist Terror. Das würden evtl. eine Menge Menschen im Gaza Streifen sofort unterschreiben heute. Ich vermute aber,
    der Nährboden für das Entstehen eines solchen Wahlergebnisses ist durch nachhaltige Arbeit entstanden.

    Und das eben auf beiden Seiten.

  44. Pingback: Ich löse den Nahostkonflikt mal wieder nicht | [nach:gedacht]

  45. Harald Dähne says:

    Da brüllt er laut, der Juso-Löwe. Ja, die Schuldfrage ist müßig. Da gilt das Gleiche wie beim Flugzeugabschuss von MH17 in der Ostukraine.

    Aber der Rest Deines Statements ist eigentlich nur naive Israel-Solidarität. Oder Propaganda, die auch aus der Likud-Parteizentrale stammen könnte. Haben die Jusos keine Probleme damit, sich mit Hardlinern und Falken vom Schlage Netanjahu gemein zu machen? Dass es in Israel eine Linke (und nicht nur die, denken wir an David Primor) gibt, die dessen Politik des weiteren Siedlungsbaus, der gezielten Tötungen oder der ökonomischen und räumlichen Isolation der Palästinenser gar nicht gut heißen, das wird ausgeblendet. Schließlich gibt es noch die besetzten Gebiete, das Jordan-Wasser usw., wo zumindest erhebliche Zweifel daran angebracht sind, ob das der Weisheit letzter Schluss sein soll. Warum entsteht all der Hass auf Israel? In welchen sozialen Verhältnissen leben die jungen Palästinenser, bevor sie zur Hamas gehen? Was sind die Ursachen?

    Zugleich wird Kritik an einem evtl. unverhältnismäßigen militärischen Vorgehen Israels gleich gesetzt mit „Israel-Kritik“, die nichts anderes sei, als die Ablehnung des Existenzrechts Israels. Aber hallo!!! Diese Art der perfiden Diffamierung ist schon schwer erträglich. Es gibt ein Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels. Keine Frage. Aber dieses Recht rechtfertigt nicht Alles. Und die Kritik an falscher israelischer Politik, am Überschreiten von Grenzen oder unzureichenden Kompromisswillen ist nicht gleich Antisemitismus!

  46. Che says:

    Meine Hochachtung Herr Wieland! Sie machen auf eine beeindruckende Weise deutlich, dass Herr Huss völlig voreingenommen und darüber hinaus ohne ausreichende Recherche diesen Artikel verfasst hat.

    Die ungleiche Verteilung der Ressourcen sowie die Siedelungspolitik der israelischen Regierung lassen das palästinensische Volk verzweifeln. Dies hat nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Es ist seit Jahren Fakt, dass Israel auf palästinensischem Gebiet Siedlungen errichten lässt.
    Dies in Ihrem Artikel verharmlost darzustellen grenzt an Naivität. Jeder weitere Siedlungsbau löst Wut und Verzweiflung aus. In allen vorangegangenen Friedensverhandlungen war der Siedlungsbau Kernpunkt der Palästinenser.
    Warum baut Israel Siedlungen auf palästinensischem Gebiet?
    Warum ist die Ressourcen Verteilung so unverhältnismäßig?
    Warum missachtet Israel Resolutionen. Warum wird Israel dafür nicht sanktioniert?

    Mit besten Grüßen

  47. Dr. H. Eger says:

    ARE BOTH SIDES AT FAULT? One of the author’s main points: „Errors“ of the terrorist, inhumane, Islamist, anti-Semitic, authoritarian, militant, anti-emancipatory, anti-civilization, misogynistic and homophobic Hamas are concealed at the numerous „Free Palestine“ demonstrations. The criticism of Islamists and sadly, many on the political left, does not focus on the actions of the Israeli government, but is directed against Zionism as such.“

    True in many ways, alas. However, it’s also true that Israel has systematically turned Palestine into a ghetto,going even further than the brutality of Apartheid South Africa.

    It seems that Israel’s right wing government, with the full support of the US government, the powerful and influential Israel lobby, large sections of the corporate U.S. press, and, the silence of most Western government (other than friendly requests to „work together“) sees nothing wrong in annexing the land of the people of Palestine.

    It seems that the young and well meaning author of this article knows little about the situation in Palestine. May he find the time to check out this documentation. Who knows, it might help him to think beyond the politically correct horizon.

    https://www.youtube.com/watch?v=lrOdCG7RrvE

  48. Robby says:

    Kompliment für den Mut, mal gegen den Zeitgeist zu bürsten und aus einer Analyse logische Schussfolgerungen zu ziehen. Danke, für die nachvollziehbare und klare Aufbereitung eines komplexen Zusammenhangs.

  49. Michael says:

    Man könnte den Konflikt auch aus biblischer Sicht betrachten. Gott hat mit Israel vor 4000 Jahren einen Vertrag geschlossen und ihnen dieses Land übergeben (Mose). Nach 2000 Jahren weltweiter Zerstreuung kehrten die Juden zurück und das Land blüht auf. Das ist ein einmaliger Vorgang. Frieden ist nur auf der Basis o.g. Vertrages möglich und auch ohne Veränderung unseres menschlichen Herzens nicht möglich. Als der Jude JESUS vor 2000 Jahren für unsere Schuld starb, ebnete Gott den Weg zur Lösung für jeden menschlichen Konflikt.

  50. Wahrheit says:

    Danke, Herr Huss für diesen sehr guten Artikel. Sie haben Mut die Wahrheit auszusprechen. Das ist sehr nötig in unserem Land. Leider wird in den offziellen Medien meistens Israel als der Aggressor dargestellt. Und es wird verschwiegen, dass die Hamas Frauen und Kinder als Schutzschilde benutzt. Wir sehen und hören immer nur von vielen Zivilisten, die umkommen. Wie sollen die Israelis die Waffen zerstören, mit denen sie seit vielen Jahren terrorisiert werden, wenn diese u.a. in Schulen, Krankenhäusern, Moscheen versteckt sind. Menschen werden absichtlich in diesen Gebäuden gelassen, obwohl Israel vor einer Bombadierung warnt. Dann gibt es wieder mehr tote Zivilisten, für die man die bösen Juden verantwortlich machen kann. Das ist doch das Ziel der Hamas.
    Israel will Frieden, hat den Gazastreifen „judenrein“ gemacht und als Dank werden sie kontinuierlich mit Raketen beschossen. Zudem erhält die Bevölkerung im Gazagebiet täglich viele LKW-Ladungen mit Lebensmittel und andere lebensnotwendige Mittel. Sogar jetzt mitten im Krieg. Ist das logisch?
    Die Muslimisch-arabische Logik scheint sich sehr von unserem westlichen Denken zu unterscheiden.

    • The great Fozzy says:

      Zum Thema „menschliche Schutzschilde“:

      Wer gewinnt?
      ERST JETZT verstehe ich ganz, was für ein Bösewicht Winston Churchill wirklich war.

      Fünf Jahre lang hielt er die Bevölkerung Londons unter den nicht aufhörenden Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe fest. Er benützte die Bewohner Londons als menschliches Schutzschild in seinem (??) wahnsinnigen Krieg. Während die zivile Bevölkerung den Bomben und Raketen ausgesetzt war, ohne den Schutz eines „Iron Domes“ versteckte er sich in seinem Bunker unter Downing Street 10.

      Er hielt alle Bewohner Londons als Geiseln. Als die deutschen Führer einen großzügigen Friedensvorschlag machten, wies er sie aus verrückten ideologischen Gründen zurück. So verurteilte er sein Volk zu einem unvorstellbaren Leiden.

      Von Zeit zu Zeit tauchte er aus seinem unterirdischen Versteck auf, um sich ein Bild vor den Ruinen zu machen, und dann kehrte er in die Sicherheit seines Rattenlochs zurück. Aber zu den Londonern sagte er: „Zukünftige Generationen werden sagen, dass dies eure beste Stunde war!“

      Die deutsche Luftwaffe hatte keine Alternative, als die Stadt zu bombardieren. Ihre Kommandeure verkündeten, sie würden nur militärische Ziele angreifen, wie die Häuser der britischen Soldaten, wo militärische Beratungen stattfanden.

      Die deutsche Luftwaffe rief die Londoner Bevölkerung auf, die Stadt zu verlassen, und viele Kinder wurden tatschlich evakuiert. Aber die meisten Londoner beachteten den Aufruf Churchills, zu bleiben – so wurden sie zu „Kollateralschäden“.

      Die Hoffnungen des deutschen Oberkommandos, dass das Zerstören ihrer Wohnungen und das Töten ihrer Familien die Leute von London dahin verführen würde, einen Aufstand zu machen, Churchill und seine kriegstreibende Bande hinauszuwerfen, nützte nichts. Die primitiven Londoner, deren Hass auf die Deutschen stärker war als ihre Logik, folgten in perverser Weise den Instruktionen des feigen Churchill. Ihre Bewunderung für ihn wuchs von Tag zu Tag und am Ende des Krieges, war er fast zu einem Gott geworden.

      Eine Statue von ihm steht sogar heute vor dem Parlament in Westminster.

      VIER JAHRE später hatte sich das Rad gedreht. Die britische und amerikanische Luftwaffe bombardierten deutsche Städte und zerstörten ( große Teile von ihnen) sie vollkommen. Kein Stein blieb auf dem anderen. Berühmte Paläste/Gebäude wurden flach gebombt, kulturelle Schätze wurden ausgelöscht. „unbeteiligte Zivilisten“ wurden in Stücke gerissen, zu Tode verbrannt oder verschwanden einfach. Dresden, eine der schönsten Städte Europas, war innerhalb weniger Stunden in einem „Feuersturm“ total zerstört.

      Das offizielle Ziel war, die deutsche Kriegsindustrie zu zerstören, aber das wurde nicht erreicht. Das wirkliche Ziel war die zivile Bevölkerung zu terrorisieren, um sie dahin zu bringen, ihre Führer abzusetzen und zu kapitulieren.

      Das geschah nicht. Tatsächlich wurde der einzige ernsthafte Aufstand gegen Hitler von ranghohen Armeeoffizieren ausgeführt (und schlug fehl). Die zivile Bevölkerung erhob sich nicht. Im Gegenteil. In einer seiner Schmähreden gegen die „Terrorpiloten“ erklärte Goebbels: „Sie können unsere Häuser zerstören, aber sie können unseren Geist nicht brechen!“

      Deutschland kapitulierte erst im allerletzten Augenblick. Millionen Tonnen Bomben genügten nicht. Sie stärkten nur die Moral der Bevölkerung und ihre Loyalität zum Führer.

      Quelle; http://www.uri-avnery.de/news/295/17/Wer-gewinnt

  51. selbstvorort says:

    Sehr geehrter Herr Huss,

    ich danke Ihnen für den Mut, den Sie mit diesem Artikel beweisen haben. Ich war selbst letzte Woche vor Ort, habe unterwegs im Auto die Warnmeldungen gehört und dann die vielen kleinen Wölkchen am Himmel gesehen, die glücklicherweise die Raketen zerstört hatten, deren Ziel nur eines war: Tod bringen um jeden Preis. Wer den Israelis Mordlust anhängt, hat sie nicht kennen gelernt. Immer wieder wundere ich mich, mit welcher Sicherheit so viele aus der Ferne die Lage meinen beurteilen zu können. Ich habe selbst mit meiner Familie mehrere Jahre dort gelebt. Schon 2006 sind wir mehr als 10 mal während des Raketenbeschusses aus dem Libanon in dcn Bunker gelaufen, haben die Einschläge der Raketen gehört, die ebenfalls immer das Ziel haben, möglichst viele zu töten. Auch diesmal war ich wieder mit meinen Freunden im Bunker – die Kinder noch patschnass, weil sie direkt aus dem Wasser im Garten gesprungen kamen. Da warnt niemand, außer die eigenen Sirenen und Warnsysteme. Schade, daß wir hier so wenig in den Medien darüber hören, daß Israel nicht wenige verletzte Syrer behandelt hat, die von Norden dort Hilfe suchten; daß Palästinenser, die mit Krankheiten behaftet sind, für die es dort keine ´Spezialisten gibt, in Israel operiert werden. Daß auch jetzt noch täglich LKWs mit Hilfsgütern von Israel nach Gaza fahren. Daß viele Palästinenser in den sog. „besetzten Gebieten“ froh darüber sind, daß sie dort für Israelis arbeiten können, weil sie sonst keine Arbeit hätten. Und noch eine Frage, die ich bis heute nicht verstanden habe: Wenn der Bau israelischer Häuser im sog. besetzten Gebiet „Siedlung“ ist – wie soll man dann den Anspruch der anderen Seite nennen, in Israel zu wohnen ?

    • Simon says:

      Danke für den Kommentar. Es ist immer schön von Leuten zu lesen, die wirklich mal dort waren, wie sie die Lage beurteilen.

      „die glücklicherweise die Raketen zerstört hatten“
      Leider werden aber nicht alle Raketen in der Luft zerstört und selbst wenn sie getroffen wurde, fallen die Einzelteile teilweise noch gefährlich zu Boden. Das die Überreste nicht mehr explosiv sind, ist leider auch nicht garantiert.

  52. Paul Russak says:

    Gratuliere. Ein sehr sehr mutiger Artikel, ganz und gar nicht das politisch korrekte Gewäsch von linker Seite, das heute so in Mode ist und an den Faschismus der Hitlerzeit anschliesst. Die Islamisten sind dessen Erben.
    Zur Sache selbst: Sie ist voller „hätten“ und „wären“. Hätten die Palästinenser (ihre heutige Bezeichnung“ die UNO-Resolution 181 1948 wie Israel akzeptiert und übernommen, wäre sie heute so erfolgreich wie Israel. Nicht in Gewalt (das sind sie die Besten), sondern in Lebensqualität, Bildung, Wirtschaft und anderem wirklich wichtigem. Heute ersticken sie vor Neid auf den jüdischen Staat und alles was sie interessiert ist Terror, Mord und Hass. Fast alles was nach 1948 kann auf das reduziert werden und ist ein Resultat davon. Nach 1948 ist es nur noch sich wiederholende Geschichte. Terror gegen Juden im damaligen Palästina gibt es schon seit hundert Jahren. Bestenfalls hat sich dessen Qualität technisch verbessert. Bravo!
    Nur eines zur Meinungsbildung. Arabischer Terror gegen ihre eigenen Völker ist um Tausendfaches blutiger als der gegen Juden. Nur schon in der Westbank und Gaza leiden die Bewohner unter islamistischer Gewalt und Korruption, was in Syrien und Irak erwähnen wir besser nicht, interessiert es doch niemanden, schon gar nicht einen Linken – vorliegende Ausnahme vorbehalten.

    • The great Fozzy says:

      Wahrheit gegen Wahrheit 101 neue Thesen
      Wahrheit gegen Wahrheit

      (Ein Gush Shalom-Dokument von Uri Avnery)

      Die Tyrannei der Mythen

      1. Die gewalttätige Konfrontation, die im Oktober 2000 ausbrach und die „Al-Aqsa-Intifada genannt wurde, ist nur ein weiteres Stadium des historischen Konfliktes, der mit der Gründung der zionistischen Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts begann.
      2. Eine fünfte Generation von Israelis und Palästinensern sind schon in diesen Konflikt hineingeboren worden. Die gesamte psychische und physische Welt dieser Generation wird von diesem Konflikt bestimmt, der alle Bereiche ihres Lebens beherrscht.
      3. Im Laufe dieses langen Konfliktes hat sich wie in jedem Krieg eine ungeheure Menge von Mythen, Geschichtsfälschungen, Propagandaslogans und Vorurteile auf beiden Seiten entwickelt.
      4. Das Verhalten von jeder der beiden Konfliktseiten wird durch ihr historisches Narrativ, die Art und Weise, wie sie die 120 jährige Geschichte des Konfliktes wahrnehmen, bestimmt. Die zionistische historische Version und die palästinensische Version widersprechen einander völlig – sowohl allgemein, als auch in fast jeder Einzelheit.
      5. Seit Beginn des Konfliktes bis zum heutigen Tag hat die zionistische/ israelische Führung in totaler Nichtbeachtung des palästinensischen Narrativ gehandelt. Selbst dann, wenn sie eine Lösung erreichen wollte, waren solche Bemühungen zum Misslingen verurteilt, weil die nationalen Aspirationen, Traumas, Ängste und Hoffnungen des palästinensischen Volkes ignoriert wurden. Etwas Ähnliches geschah auch auf der anderen Seite, auch wenn es keine Symmetrie zwischen beiden Seiten gibt.
      6. Die Schlichtung eines solch langen historischen Konfliktes ist nur dann möglich, wenn jede Seite in der Lage ist, die psychisch-politische Welt der anderen Seite zu verstehen und bereit ist, mit der anderen Seite auf gleicher Augenhöhe – ebenbürtig – zu sprechen. Geringschätzige, macht-orientierte, anmaßende, unsensible und ignorante Haltung verhindern eine übereinstimmende Lösung.
      7. „Linke“ israelische Regierungen, die zuweilen große Hoffnungen weckten, litten an solch einer Haltung genau so wie „rechte“ und verursachten so eine breite Kluft zwischen ihrem anfänglichen Versprechen und seiner verheerenden Erfüllung. ( Z.B. Ehud Baraks Amtsperiode).
      8. Ein großer Teil der alten Friedensbewegung (auch als „ die zionistische Linke“ oder das „vernünftige Lager“ bekannt), so wie Peace Now, ist auch von solcher Haltung betroffen. Darum stürzt sie in Krisenzeiten in sich zusammen.
      9. Deshalb wäre es die erste Aufgabe einer neuen Friedensbewegung, sich selbst von falschen und einseitigen Ansichten zu befreien.
      10. Das heißt nicht, dass das israelische Narrativ automatisch beiseite geschoben und das palästinensische Narrativ fraglos akzeptiert werden sollte oder umgekehrt. Stattdessen fordert es eine Bereitschaft, die Position der anderen Seite dieses historischen Konfliktes zu hören und zu verstehen, um die beiden nationalen Erfahrungen zu überbrücken und sie in einem gemeinsamen Narrativ zu vereinigen.
      11. Jeder andere Weg wird zu einer Verewigung des Konfliktes führen mit Perioden scheinbarer Ruhe und Versöhnung, die häufig von gewalttätigen Feindseligkeiten zwischen den beiden Völkern und zwischen Israel und der arabischen Welt unterbrochen werden. Angesichts des Tempos der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen können weitere Runden der Feindseligkeit zur Vernichtung beider Seiten des Konfliktes führen.

      Die Wurzel des Konfliktes

      12. Der Kern des Konfliktes ist die Konfrontation zwischen der israelisch-jüdischen und der palästinensisch-arabischen Nation. Es ist ein nationaler Konflikt, auch wenn er religiöse, soziale und andere Aspekte hat.
      13. Die zionistische Bewegung war im Wesentlichen eine jüdische Reaktion auf das Auftauchen nationaler Bewegungen in Europa, von denen alle mehr oder weniger antisemitisch waren. Nachdem Juden von den europäischen Nationen zurückgewiesen wurden, haben einige von ihnen sich entschieden, dem neuen europäischen Modell folgend, eine Nation für sich zu bilden und einen eigenen nationalen Staat, in dem sie Herr ihres eigenen Schicksals sein können, zu gründen.
      14. Traditionelle und religiöse Motive zogen die zionistische Bewegung nach Palästina (Eretz Israel auf Hebräisch) und es wurde entschieden, einen jüdischen Staat in diesem Land zu errichten. Die Maxime lautete: „Ein Land ohne Volk – für ein Volk ohne Land.“ Diese Maxime wurde nicht nur aus Ignoranz ausgedacht, sondern spiegelte auch die allgemeine Arroganz gegenüber den nicht europäischen Völkern wieder, die damals in Europa vorherrschte.
      15. Palästina war kein leeres Land – nicht Ende des 19. Jahrhunderts und zu keiner anderen Zeit. Zu jener Zeit lebte eine halbe Million in Palästina, 90% waren Araber. Die Bevölkerung widersetzte sich natürlich dem Einfall ausländischer Siedler in ihrem Land.
      16. Die arabische Nationalbewegung tauchte fast gleichzeitig mit der zionistischen Bewegung auf, anfangs um gegen das Osmanisch-türkische Reich zu kämpfen und später gegen die kolonialen Regime, die nach dem 1. Weltkrieg auf seinen Trümmern errichtet wurden. Eine eigene arabisch-palästinensische Nationalbewegung entwickelte sich im Land, nachdem die Briten einen Staat Palästina geschaffen hatten, und später während des Kampfes gegen die zionistische Infiltration.
      17. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges ging der Kampf zwischen den beiden National-Bewegungen, der jüdisch-zionistischen und der palästinensisch-arabischen, weiter. Beide hofften, ihre Ziele innerhalb desselben Territoriums zu erreichen, obwohl sie unvereinbar waren. Diese Situation ist bis heute unverändert geblieben.
      18. Als die Verfolgung der Juden in Europa zunahm und als die Länder der Welt ihre Tore für die aus dem Inferno fliehenden Juden schlossen, gewann die zionistische Bewegung an Stärke. Der Antisemitismus der Nazis machte die zionistische Utopie zu einem realisierbaren modernen Unternehmen, indem er eine Massenimmigration ausgebildeter Arbeitskräfte, Intellektueller, Technologie und Kapital nach Palästina brachte. Der Holocaust, dem sechs Millionen Juden zum Opfer fielen, gab der zionistischen Forderung, die zur Errichtung des Staates Israel führte, ungeheure moralische und politische Kraft.
      19. Die palästinensische Nation, die Zeuge vom Wachsen der jüdischen Bevölkerung in ihrem Land wurde, konnte nicht begreifen, warum man von ihr erwartet, dass sie den Preis für die von Europäern gegen Juden begangenen Verbrechen bezahlen sollte. Sie wehrte sich mit Gewalt gegen weitere jüdische Einwanderung und die Erwerbung von Land durch Juden.
      20. Der Kampf zwischen den beiden Nationen im Land war auch ein „Krieg der Traumas“. Die israelisch-hebräische Nation trug mit sich das alte Trauma der Verfolgung der Juden in Europa – Massaker, Massenvertreibung, die Inquisition, Pogrome und den Holocaust. Sie lebte mit dem Bewusstsein, das ewige Opfer zu sein. Der Zusammenstoß mit der arabisch-palästinensischen Nation erschien ihnen nur wie eine Fortsetzung der antisemitischen Verfolgung.
      21. Die arabisch-palästinensische Nation trug die Erinnerungen einer lang andauernden kolonialen Unterdrückung mit sich: Beleidigungen und Demütigungen, besonders auf dem Hintergrund der historischen Erinnerung an die ruhmreichen Tage des Kalifats. Auch sie lebten mit dem Bewusstsein, Opfer zu sein, und die Nakba (Katastrophe) von 1948 erschien ihnen wie die Fortsetzung von Unterdrückung und Erniedrigung durch westliche Kolonisten.
      22. Die völlige Blindheit jeder der beiden Nationen gegenüber der nationalen Existenz der anderen führte zu falschen und verdrehten Wahrnehmungen, die sich tief in ihr kollektives Bewusstsein eingrub. Diese Wahrnehmungen bestimmen ihre Haltung zu einander bis auf den heutigen Tag.
      23. Die Araber glaubten, dass die Juden durch den westlichen Imperialismus in Palästina eingepflanzt worden sind, um die arabische Welt zu unterwerfen und ihre natürlichen Ressourcen zu kontrollieren. Diese Überzeugung war durch die Tatsache unterstützt, dass die zionistische Bewegung von Anfang an sich darum bemühte, mit wenigstens einer westlichen Macht ein Bündnis einzugehen, um den arabischen Widerstand zu überwältigen (Deutschland in den Tagen von Herzl, England im Zusammenhang mit dem Uganda-Plan, der Balfour-Erklärung und bis zum Ende des Mandates, die Sowjet-Union 1948, Frankreich von 1950 bis zum Krieg von 1967, von da an die USA). Das hatte eine praktische Kooperation und Interessengemeinschaft zwischen dem zionistischen Unternehmen und den imperialistischen und kolonialistischen Mächten zur Folge, die gegen die arabische Nationalbewegung gerichtet war.
      24. Die Zionisten waren andrerseits davon überzeugt, dass der arabische Widerstand gegenüber dem zionistischen Unternehmen – das die Juden aus den Flammen Europas retten wollte – einfach die Konsequenz der mörderischen Natur der Araber und des Islam wäre. In ihren Augen waren die arabischen Kämpfer „ eine Bande“ und die jeweiligen Aufstände waren „Krawalle“.
      25. Tatsächlich war es der extremste zionistische Führer Wladimir (Zeev) Jabotinsky, der fast allein in den 1920er Jahren erkannte, dass der arabische Widerstand gegen die zionistische Besiedlung unvermeidlich und natürlich war – nach seinem Gesichtspunkt sogar gerecht – eine Reaktion des „einheimischen“ Volkes, das sein Land gegen fremde Eindringlinge verteidigt. Jabotinsky erkannte auch, dass die Araber im Land eine nationale Entität für sich waren und verspottete die Versuche, die Führer anderer arabischer Länder zu bestechen, um dem palästinensisch arabischen Widerstand ein Ende zu setzen. Jabotinskys Lösung war jedoch, einen „eisernen Wall“ gegen die Araber zu errichten und ihren Widerstand mit Gewalt zu brechen.
      26. Diese vollkommen widersprüchlichen Auffassungen der Fakten durchdringen jeden einzelnen Aspekt des Konfliktes. Z.B. interpretierten die Juden ihren Kampf um „jüdische Arbeit“ als eine fortschrittliche soziale Leistung, um ein Volk von Intellektuellen, Kaufleuten, Zwischenhändlern und Spekulanten in ein Volk von Arbeitern und Landwirten zu verwandeln. Die Araber sahen dies andrerseits als eine rassistische Bemühung der Zionisten an, die sie enteigneten und vom Arbeitsmarkt verdrängten, um auf ihrem Land eine araberfreie, separate jüdische Wirtschaft zu schaffen.
      27. Die Zionisten waren stolz auf ihre „Erlösung des Landes“ . Sie kauften es zum vollen Preis mit Geld, das von Juden aus aller Welt gesammelt wurde. „Olim“ (neue Einwanderer, eigentlich Pilger), von denen viele in ihrem früheren Leben Intellektuelle und Kaufleute waren, verdienten nun ihren Lebensunterhalt durch schwere körperliche Arbeit. Sie glaubten, dies alles mit friedlichen Mitteln erreicht und ohne einen einzigen Araber enteignet zu haben. Für die Araber aber war dies ein grausames Narrativ der Enteignung und Vertreibung. Die Juden erwarben das Land von arabischen, abwesenden Landbesitzern, die in den Städten Palästinas oder im Ausland lebten, und vertrieben mit Gewalt die Bauern, die seit Generationen dieses Land bearbeiteten. Zu diesem Zweck engagierten die Zionisten die türkische und später die britische Polizei. Die arabische Bevölkerung sah mit Verzweiflung, wie ihnen das Land weggenommen wurde.
      28. Gegen die zionistische Behauptung „erfolgreich die Wüste zum Blühen gebracht“ zu haben, zitierten die Araber aus Zeugnissen europäischer Reisenden, die seit mehreren Jahrhunderten Palästina als ein verhältnismäßig bevölkertes und blühendes Land beschrieben, das seinen regionalen Nachbarländern gleich kam.

      Unabhängigkeit und Katastrophe

      29. Der Kontrast zwischen den beiden nationalen Darstellungen erreichte seinen Höhepunkt im Krieg 1948, der von den Juden „Unabhängigkeitskrieg“ oder sogar „Befreiungskrieg“ genannt wurde und von den Arabern „ die Nakbe“, die Katastrophe.
      30. Als der Konflikt in der Region sich verstärkte, entschieden die Vereinten Nationen auch auf Grund der gewaltigen Auswirkung des Holocaust, das Land in zwei Staaten zu teilen, in einen jüdischen und einen arabischen. Jerusalem und seine Umgebung sollte einen Sonderstatus unter internationaler Jurisdiktion erhalten. Den Juden waren 55% des Landes einschließlich des wenig bevölkerten Negev zugewiesen worden.
      31. Der größte Teil der zionistischen Bewegung akzeptierte den Teilungsplan, auch davon überzeugt, dass es entscheidend war, für die jüdische Souveränität ein festes Fundament zu errichten. In geheimen Treffen verbarg Ben Gurion jedoch nie seine Absicht, bei der ersten Gelegenheit, das den Juden zugewiesene Land zu erweitern. Deshalb hat Israels Unabhängigkeitserklärung keine Staatsgrenzen definiert und diese Grenzen bis heute nicht festgelegt.
      32. Die arabische Welt akzeptierte den Teilungsplan nicht und betrachtete ihn als einen gemeinen Versuch der Vereinten Nationen, die damals im wesentlichen ein Klub westlicher und kommunistischer Staaten waren, ein Land zu teilen, das ihnen nicht gehörte. Mehr als die Hälfte des Landes der jüdischen Minderheit zu geben, die nur ein Drittel der Bevölkerung darstellte, machte es in ihren Augen unverzeihlich.
      33. Der von den Arabern nach dem Teilungsplan initiierte Krieg war unvermeidlich ein „ethnischer Krieg“; ein Krieg, in dem jede Seite so viel Land wie möglich zu erobern trachtete und die Bevölkerung der anderen Seite zu vertreiben versuchte. Solch eine Kampagne ( die später unter „ethnische Säuberung“ bekannt wurde) schließt immer Vertreibungen und Gräueltaten in sich.
      34. Der Krieg von 1948 war die direkte Fortsetzung des zionistisch-arabischen Konfliktes, und jede Seite versuchte, ihr historisches Ziel zu erreichen. Die Juden wollten einen homogenen nationalen Staat, der so groß wie möglich ist, errichten. Die Araber wollten die zionistische jüdische Entität, die in Palästina errichtet worden ist, vernichten.
      35. Beide Seiten praktizierten ethnische Reinigung als einen integralen Teil ihres Kampfes. Fast keine Araber blieben in den von den Juden eroberten Gebieten und überhaupt keine Juden in den von Arabern eroberten Gebieten. Weil jedoch die von den Juden eroberten Teile sehr groß waren und die von den Arabern eroberten Teile nur sehr klein waren ( wie der Etzion Block und das jüdische Stadtviertel in der Altstadt von Jerusalem), war das Ergebnis einseitig. (Die Idee des „Bevölkerungsaustauschs“ und des „Transfers“ waren von zionistischen Organisationen schon in den Dreißigerjahren aufgekommen) Tatsächlich bedeutete dies die Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus dem Land. Andrerseits dachten viele unter den Arabern, dass die Zionisten dorthin zurückgehen sollten, wo sie hergekommen waren).
      36. Der Mythos der „wenigen gegen die vielen“ wurde von jüdischer Seite geschaffen, um den Stand der jüdischen Gemeinschaft von 650 000 gegen die ganze arabische Welt von über 100 Millionen zu beschreiben. Die jüdische Gemeinschaft verlor 1% seiner Bevölkerung in diesem Krieg. Die arabische Seite sah ein völlig anderes Bild: eine zersplitterte arabische Bevölkerung, ohne nennenswerte nationale Führung ohne ein gemeinsames Kommando über sehr dürftige militärische Kräfte, spärlich mit meist veralteten Waffen ausgerüstet, stand einer außerordentlich gut organisierten jüdischen Gemeinschaft gegenüber, die sehr gut im Gebrauch von den Waffen ausgebildet war, die aus aller Welt ( besonders aus dem Sowjet-Block) kamen. Die benachbarten arabischen Länder verrieten die Palästinenser, und als sie schließlich ihre Armeen nach Palästina sandten, konkurrierten sie hauptsächlich unter einander, ohne Koordination und ohne gemeinsamen Plan. Vom sozialen und militärischen Standpunkt aus war die Kampffähigkeit auf israelischer Seite der arabischen Seite, die sich kaum von der kolonialen Ära erholt hatte, weit überlegen.
      37. Nach dem UN- Plan sollte der jüdische Staat 55 % von Palästina erhalten, in dem die Araber fast die Hälfte der Bevölkerung ausgemacht hätte. Während des Krieges erweiterte der jüdische Staat sein Gebiet und hatte schließlich 78 % der Fläche Palästinas, die fast von Arabern frei war. Die arabische Bevölkerung von Nazareth und einigen Dörfern in Galiläa blieb fast zufällig; die Dörfer im Dreieck wurden Israel als Teil eines Deals mit König Abdallah gegeben – deshalb konnten ihre arabischen Einwohner nicht einfach vertrieben werden.
      38. Im Krieg wurden etwa 750 000 Palästinenser entwurzelt. Ein Teil befand sich in der Kampfzone und floh, wie es Zivilisten in jedem Krieg tun. Ein Teil wurde durch Terrorakte, wie das Deir-Yassin-Massaker vertrieben. Andere wurden systematisch im Laufe der ethnischen Säuberung vertrieben.
      39. Nicht weniger bedeutsam als die Vertreibung selbst, ist die Tatsache, dass es den Flüchtlingen nicht erlaubt wurde, nach den Kämpfen zu ihren Häusern zurückzukehren, wie es nach einem konventionellen Krieg üblich ist. Ganz im Gegenteil, der neue Staat Israel sah die Beseitigung der Araber als großen Segen an und fuhr fort, etwa 450 arabische Dörfer dem Erdboden gleich zu machen. Neue jüdische Dörfer wurden auf den Ruinen erbaut und übernahmen eine hebräische Version des alten Namens. Die verlassenen Stadtteile der Städte wurden mit Massen neuer Einwanderer gefüllt. In den israelischen Schulbüchern kamen die früheren Bewohner nicht vor..

      „Ein jüdischer Staat“

      40. Die Unterzeichnung der Waffenstillstandsabkommen zu Beginn von 1949 setzte dem historischen Konflikt kein Ende. Im Gegenteil, sie versetzte ihn auf eine neue und intensivere Stufe.
      41. Der neue Staat Israel widmete seine frühen Jahre der Konsolidierung seines Charakters als einem homogenen „jüdischen Staat“. Weite Flächen des Landes wurden von den „Abwesenden“ (Flüchtlingen, denen die Rückkehr untersagt war) enteignet, auch von den „anwesend Abwesenden“ ( Arabern, die in Israel blieben, die aber nicht die israelische Staatsangehörigkeit erhielten) und sogar von arabischen Bürgern Israels wurde das meiste Land genommen. Auf diesem Land wurde ein dichtes Netzwerk von jüdischen Gemeinschaften geschaffen. Jüdische Immigranten wurden eingeladen und dazu überredet, in Massen zu kommen. Dies ließ die Bevölkerung in nur wenigen Jahren um ein Vielfaches anwachsen.
      42. Zur selben Zeit verfolgte der Staat eine energische Politik der Zerstörung der palästinensischen nationalen Entität. Mit israelischer Hilfe übernahm König Abdullah von Trans-Jordanien die Kontrolle über die Westbank, und seitdem gibt es in der Tat eine israelische Garantie für die Existenz des haschemitischen Königreichs von Jordanien.
      43. Der Hauptgrund für die seit drei Generationen existierende Allianz zwischen Israel und der haschemitischen Dynastie ist, die Errichtung eines unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staates zu verhindern, der von der israelischen Führung als ein potentielles Hindernis für die Verwirklichung des zionistischen Ziels betrachtet wurde und noch wird.
      44. Eine historische Veränderung geschah Ende der Fünfzigerjahre auf palästinensischer Seite, als Yassir Arafat und seine Anhänger die palästinensische Befreiungsbewegung (Fatah) gründeten, nicht nur um den Kampf gegen Israel zu führen, sondern um die palästinensische Sache aus der Vormundschaft der arabischen Regierungen zu befreien. Es war kein Zufall, dass diese Bewegung nach dem Fehlschlag der großen pan-arabischen Welle auftauchte, deren bekanntester Vertreter Gamal Abd-el-Nasser war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten viele Palästinenser gehofft, in eine vereinigte pan-arabische Nation aufgenommen zu werden. Als diese Hoffnung dahinschwand, setzte sich die eigene nationale palästinensische Identität wieder durch.
      45. In den frühen 60ern gründete Gamal Abd-el-Nasser die Palästinensische Befreiungs-organisation (PLO) hauptsächlich deshalb, um unabhängige palästinensische Aktionen, die ihn unerwünscht in einen Krieg mit Israel reißen könnten, zu vereiteln. Die Organisation war dafür gedacht, dass Ägypten die Kontrolle über die Palästinenser hat. Doch nach dem arabischen Zusammenbruch im Juni 1967 übernahm die Fatah unter Yassir Arafat die Kontrolle über die PLO, die seitdem die repräsentative nationale Adresse des palästinensischen Volkes ist.

      Der Sechs-Tage-Krieg

      46. Wie alles andere, das sich in den vergangenen 120 Jahren ereignete, wird der Juni –Krieg von 1967 auf sehr verschiedene Weise von beiden Seiten gesehen. Nach dem israelischen Mythos war er ein verzweifelter Verteidigungskrieg, der wunderbarerweise eine Menge Land in israelischer Hand zurückließ. Nach dem palästinensischen Mythos zog Israel die Führer Ägyptens, Syriens und Jordanien in einen Krieg, an dem Israel interessiert war und der von Anfang an dahin zielte, sich das zu nehmen, was von Palästina übrig geblieben war.
      47. Viele Israeli glauben, dass der Sechs-Tage-Krieg die Wurzel alles Übels ist und dass erst dann aus dem friedliebenden und fortschrittlichen Israel ein Eroberer und Besatzer wurde. Diese Überzeugung erlaubt ihnen, die absolute Reinheit des Zionismus und des Staates Israel bis zu diesem Zeitpunkt der Geschichte aufrecht zu erhalten und ihre alten Mythen zu bewahren. In dieser Legende steckt keine Wahrheit.
      48. Auch der Krieg von 1967 war nur eine Phase des alten Kampfes zwischen den beiden Nationalbewegungen. Im Wesentlichen änderte sich nichts; es änderten sich nur die Umstände. Das wichtigste Ziel der zionistischen Bewegung – ein jüdischer Staat, Ausdehnung und Besiedlung – wurde durch die Eroberung von noch mehr Land gefördert. Die besonderen Umstände dieses Krieges machten eine komplette ethnische Säuberung unmöglich, aber mehrere hunderttausend Palästinenser waren trotzdem vertrieben worden.
      49. Der Teilungsplan von 1947 gestand Israel 55% von Palästina zu, zusätzliche 23 % wurden im Krieg von 1948 erobert, und nun waren auch die restlichen 22% jenseits der Grünen Linie (Waffenstillstandslinie von 1949) dazu erobert worden. 1967 vereinigte Israel unabsichtlich alle Teile des palästinensischen Volkes, die im Land geblieben waren ( einschließlich einem Teil der Flüchtlinge)
      50. Sobald der Krieg beendet war, begann die Siedlungsbewegung in den besetzten Gebieten. Fast alle israelischen politischen Faktionen beteiligten sich an dieser Bewegung – von der messianisch-nationalistischen „Gush Emunin“ bis zur „linken“ Vereinigten Kibbuzbewegung. Die ersten Siedler wurden von den meisten Politikern, linken wie rechten, unterstützt, von Yigal Alon (jüdische Siedlung in Hebron) bis Shimon Peres (Kedumim Siedlung).
      51. Die Tatsache, dass alle Regierungen Israels die Siedlungen unterstützten, wenn auch in verschiedenem Ausmaß, beweist, dass der Wunsch neue Siedlungen zu bauen, nicht speziell an ein ideologisches Lager geknüpft war. Es betraf die ganze zionistische Bewegung. Der Eindruck, dass nur eine kleine Minderheit den Siedlungsbau vorangetrieben hat, ist eine Illusion. Nur eine intensive Bemühung aller Teile der Regierung, einschließlich aller Ministerien konnten ab 1967 die gesetzgebende, strategische und finanzielle Infrastruktur für solch ein lang andauerndes und teures Unternehmen schaffen.
      52. Die gesetzgebende Infrastruktur operierte auf der irreführenden Behauptung, dass die Besatzungsbehörde der Besitzer des „Regierungslandes“ sei, obwohl dies die wesentlichen Landreserven des palästinensischen Volkes sind. Es versteht sich von selbst, dass die Siedlungsaktivitäten im Widerspruch zum internationalen Gesetz stehen.
      53. Der Streit zwischen den Vertretern von „Groß-Israel“ und denen eines „territorialen Kompromisses“ ist im Wesentlichen ein Streit über den Weg, das gleiche grundlegende zionistische Ziel zu erreichen: einen homogenen jüdischen Staat in einem größtmöglichen Territorium – aber ohne eine „tickende demographische Bombe“. Die Vertreter des „Kompromisses“ betonen das demographische Problem und wollen den Einschluss der palästinensischen Bevölkerung verhindern. Die Anhänger von „Groß-Israel“ setzen die Betonung auf den geographischen Punkt und glauben – privat oder öffentlich – dass es möglich sei, die nicht-jüdische Bevölkerung aus diesem Land zu vertreiben (Code-Name: „Transfer“)
      54. Der Generalstab der israelischen Armee spielte beim Planen und Bauen der Siedlungen eine wichtige Rolle. Er schuf die Planung für die Siedlungsblocks (identifiziert mit Ariel Sharon) und die Umgehungsstraßen mit Längs- und Querachsen, die die Westbank und den Gazastreifen in Stücke teilen und die Palästinenser in isolierte Enklaven sperren, die alle von Siedlungen und Besatzungssoldaten umzingelt sind.
      55. Die Palästinenser wandten verschiedene Methoden des Widerstandes an: hauptsächlich Angriffe über die jordanische und libanesische Grenzen und Angriffe innerhalb Israels oder überall in der Welt. Diese Aktionen werden von Israelis als Terror betrachtet, während die Palästinenser sie als legitimen Widerstand eines besetzten Volkes sehen. Während die Israelis die PLO-Führung, von Yassir Arafat geleitet, als ein Terroristenhauptquartier betrachten, wurde sie nach und nach international als die „einzige legitime Vertretung“ des palästinensischen Volkes anerkannt.
      56. Ende 1987, als den Palästinensern klar war, dass diese Aktionen nicht halfen, den Siedlungsbau zu beenden, der ihnen nach und nach das Land unter den Füßen wegzog, begannen sie mit der Intifada – ein spontaner Aufstand von unten aus allen Teilen der Bevölkerung . In dieser „ersten“ Intifada wurden 1500 Palästinenser getötet, unter ihnen Hunderte von Kindern; ein vielfaches der Anzahl der israelischen Opfer, aber es brachte das „palästinensische Problem“ zurück auf die israelische und internationale Agenda.

      Der Friedensprozess

      57. Der Oktoberkrieg 1973, der mit überraschenden Anfangserfolgen der ägyptischen und syrischen Kräfte begann und mit ihrer Niederlage endete, überzeugte Yassir Arafat und seine nächsten Mitarbeiter davon, dass die Verwirklichung von national palästinensischen Bestrebungen mit militärischen Mitteln unmöglich war. Er entschied sich, eine politische Option zu schaffen, die zu einem Abkommen mit Israel führen und es den Palästinensern durch Verhandlungen mit Israel ermöglichen würde, einen unabhängigen Staat wenigstens auf einem Teil des Landes zu errichten.
      58. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, initiierte Arafat den Kontakt mit israelischen Persönlichkeiten, die die öffentliche Meinung und die Regierungspolitik beeinflussen könnten. Seine Emissäre (Said Hamami und Issam Sartawi) trafen sich mit israelischen Friedenspionieren, die Ende 1975 den „Israelischen Rat für israelisch-palästinensischen Frieden“ gründeten.
      59. Diese Kontakte, die nach und nach immer umfassender wurden, als auch die wachsende israelische Erschöpfung durch die Intifada, die offizielle jordanische Trennung von der Westbank, die veränderte internationale Situation (Kollaps des kommunistischen Blocks, der Golfkrieg) führte zur Madrider Konferenz und später zum Oslo-Abkommen.

      Das Oslo-Abkommen (1993)

      60. Das Oslo-Abkommen hatte positive wie negative Züge.
      61. Auf positiver Seite brachte das Abkommen Israel zu seiner ersten offiziellen Anerkennung des palästinensischen Volkes und seiner nationalen Führung und brachte die palästinensische Nationalbewegung dazu, die Existenz Israels anzuerkennen. In dieser Hinsicht war das Abkommen – und dem vorausgehenden Austausch der Briefe – von überragender historischer Bedeutung.
      62. Tatsächlich gab das Abkommen der palästinensischen Nationalbewegung eine territoriale Basis auf palästinensischem Boden, die Struktur eines „werdenden Staates“ und bewaffneter Kräfte – Fakten, die eine bedeutende Rolle beim andauernden palästinensischen Kampf spielten. Für die Israelis öffnete das Abkommen die Tore zur arabischen Welt und setzte den palästinensischen Angriffen ein Ende – zumindest so lange, wie das Abkommen effektiv war.
      63. Der größte, wirkliche Fehler des Abkommens war, dass das Endziel nicht klar definiert wurde. Das erlaubte beiden Seiten, völlig verschiedene Ziele anzupeilen. Die Palästinenser sahen das Interim-Abkommen als eine Schnellstraße, die zur Beendigung der Besatzung und zur Errichtung eines palästinensischen Staates in allen besetzten Gebieten führt. ( Zusammen sind das 22% des Gebietes des früheren Palästina zwischen Mittelmeer und dem Jordan). Auf der anderen Seite sahen die auf einander folgenden israelischen Regierungen das Abkommen als einen Weg, die Besatzung über große Teile der Westbank und des Gazastreifens aufrecht zu erhalten – mit der palästinensischen „Selbstregierung“, die die Rolle einer Sicherheitsagentur mit Hilfstruppen spielen würde, um Israel und die Siedlungen zu schützen.
      64. Da das Ziel nicht festgelegt wurde, markiert das Oslo-Abkommen nicht den Beginn des Prozesses, um den Konflikt zu beenden, sondern vielmehr eine neue Phase des Konfliktes.
      65. Weil die Erwartungen beider Seiten so sehr von einander abwichen und jede Seite völlig an ihr eigenes nationales „Narrativ“ gebunden blieb, wurde jeder Teil des Abkommens anders ausgelegt. Schließlich wurden viele Teile des Abkommens nicht erfüllt, hauptsächlich durch Israel (z.B. der 3. Rückzug; die vier sicheren Passagen zwischen der Westbank und dem Gazastreifen)
      66. Während der Periode des „Oslo-Prozesses“ setzte Israel seine intensive Expansion der Siedlungen fort, vor allem durch das Bauen neuer Siedlungen unter verschiedenen Vorwänden, Erweiterung bestehender, Ausbau eines sorgfältig ausgearbeiteten Netzwerkes von „Umgehungsstraßen“, Enteignung von Land, Zerstörung von Häusern, Entwurzelung von Plantagen usw. Die Palästinenser ihrerseits nützten die Zeit, um ihre bewaffneten Kräfte auszubauen – innerhalb des Rahmens des Abkommens als auch außerhalb desselben. Tatsächlich setzte sich die historische Konfrontation unvermindert fort – unter dem Deckmantel der Verhandlungen und des „Friedensprozesses“, der ein Ersatz für den Frieden selbst wurde.
      67. Im Gegensatz zu seinem Image, das nach seiner Ermordung umfassend gepflegt wurde, fuhr Yitzak Rabin fort, die Erweiterung des Bodensbesitzes zu fördern, während er gleichzeitig bemüht war, den politischen Prozess für die Vollendung eines Friedens nach israelischen Vorstellungen fortzuführen. Als Anhänger des zionistischen Narrativs und seiner Mythologie litt er an kognitiver Dissonanz, wenn sein ernsthafter Wunsch nach Frieden mit der Welt seiner Vorstellung zusammenstieß. Das wurde deutlich, als er nach dem Goldstein- Massaker die Auflösung der Siedlung in Hebron unterließ. Es scheint, dass er erst zum Ende seines Lebens einige Teile des palästinensischen Narrativs zu verinnerlichen begann.
      68. Der Fall Shimon Peres ist noch unheilvoller. Er schuf für sich selbst das internationale Image des Friedensstifters und glich sogar seine Redeweise diesem Image an, indem er vom „Neuen Nahen Osten“ sprach, während er ein im wesentlichen traditionell zionistischer Falke blieb. Dies wurde nach Rabins Ermordung (1995) in seiner kurzen, blutigen Amtszeit als Ministerpräsident besonders deutlich und dann noch einmal, als er sich 2001 der Sharonregierung anschloss und die Rolle des Sprechers und Verteidigers Sharons übernahm.
      69. Am deutlichsten wurde das israelische Dilemma durch Ehud Barak, der zur Macht kam, weil er von seiner Fähigkeit, den Gordischen Knoten des historischen Konfliktes nach Art Alexanders des Großen lösen zu können, überzeugt war – und zwar mit einem dramatischen Schlag. Aber Barak ging an das Problem in völliger Ignoranz des palästinensischen Narrativs heran, dem er keinerlei Beachtung schenkte. Er brachte seine Vorschläge vor, ohne Rücksicht auf die palästinensische Seite und stellte sie als Ultimatum hin. Er war geschockt und wütend, als die Palästinenser sie zurückwiesen.
      70. In seinen eigenen Augen und in den Augen der ganzen israelischen Öffentlichkeit hatte Barak „jeden Stein umgedreht“ und hatte den Palästinensern „so großzügige Angebote gemacht, wie sie noch kein früherer Ministerpräsident gemacht hatte“. Im Austausch verlangte er, dass die Palästinenser eine Erklärung unterschreiben, dass diese Angebote „das Ende des Konfliktes“ darstellen. Die Palästinenser fanden dies absurd, da Barak von ihnen verlangte, die grundsätzlichen nationalen Vorstellungen, wie das Recht auf Rückkehr und die Souveränität über Ost-Jerusalem, einschließlich des Tempelberges, aufzugeben. Außerdem betrug das, was Barak als geringfügige Prozente von annektiertem Land erklärte ( wie die Siedlungsblöcke), nach palästinensischen Berechnungen eine tatsächliche Annexion von 20% der Westbank an Israel.
      71. Nach palästinensischer Ansicht haben sie schon ihre entscheidende Konzession gemacht, indem sie darin übereinstimmten, ihren Staat jenseits der Grünen Linie zu machen, in nur 22% ihrer historischen Heimat. Deshalb würden sie im Zusammenhang mit einem Landaustausch nur kleinere Grenzveränderungen akzeptieren. Die übliche israelische Position ist die, dass die während des Krieges 1948 erworbenen Gebiete außer Diskussion stehen und dass der geforderte Kompromiss nur die verbliebenen 22% betrifft.
      72. Somit hat das Wort „Konzession“ – wie die meisten Begriffe und Vorstellungen – für beide Seiten verschiedene Bedeutungen. Die Palästinenser glauben, dass sie schon auf 78% ihres Landes verzichtet haben, als sie mit nur 22% desselben dem Abkommen von Oslo zugestimmt hatten. Die Israelis glauben, dass sie Konzessionen machen, wenn sie einwilligen, den Palästinensern Teile dieser 22% Prozent „abzutreten“.
      73. Die Dinge spitzten sich im Sommer 2000 beim Camp David Gipfel zu, der Arafat gegen seinen Willen und ohne Vorbereitungszeit aufgedrängt wurde. Baraks Forderungen, die auf dem Gipfel als Clintons Forderungen präsentiert wurden, bestanden darin, dass die Palästinenser dem Ende des Konfliktes zustimmen, indem sie auf das Rückkehrrecht und jede Rückkehr von Flüchtlingen nach Israel verzichten; komplizierte Arrangements für Ost-Jerusalem und den Tempelberg akzeptieren ohne die Herrschaft über sie zu haben; der Annexion großer Siedlungsblöcke auf der Westbank und dem Gazastreifen zustimmen; israelische militärische Präsenz in weiten Teilen ( wie dem Jordantal) zustimmen; der israelischen Kontrolle über die Grenzen zwischen dem palästinensischen Staat und dem Rest der Welt zustimmen. Es war einfach unmöglich, dass ein palästinensischer Führer solch ein Abkommen unterzeichnen konnte – und so endete der Gipfel ohne Ergebnis. Bald danach waren auch die Karrieren von Clinton und Barak zu ende, während Arafat von den Palästinensern als Held empfangen wurde, der dem Druck Clintons und Baraks stand gehalten und nicht nachgegeben hat.

      Die Al-Aqsa-Intifada

      74. Der Zusammenbruch des Gipfels, das Verschwinden jeder Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den beiden Seiten und die bedingungslose Pro-Israel-Haltung der USA führte unvermeidlich zu einer neuen Runde gewalttätiger Konfrontationen, die als die Al-Aqsa-Intifada bekannt wurde. Für die Palästinenser ist es ein gerechtfertigter nationaler Aufstand gegen eine demütigende, nicht enden wollende Besatzung, die es sich erlaubt, ihnen den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Für die Israelis ist es ein Ausbruch von mörderischem Terrorismus. Die Ausführenden dieser Gewaltakte sind für die Palästinenser nationale Helden – für die Israelis bösartige Verbrecher, die liquidiert werden müssen.
      75. Die offiziellen Medien Israels ließen häufig den Ausdruck „Siedler“ fallen und auf Befehl von oben begannen sie damit, sie als „Bewohner“ zu erwähnen, so dass jeder Angriff auf sie so aussieht, als wäre es ein Verbrechen gegen Zivilisten. Die Palästinenser sehen die Siedler als die Speerspitze eines gefährlichen Feindes, der ihr Land enteignet, dem man widerstehen und den man angreifen muss.
      76. Im Laufe der Al-Aqsa-Intifada stürzte ein großer Teil des „Friedenslager“ in sich zusammen und zeigte so die Oberflächlichkeit von vielen seiner Überzeugungen. Da es niemals eine echte Revision seines zionistischen Narrativs unternommen und niemals die Tatsache verinnerlicht hat, dass es auch ein palästinensisches Narrativ gibt, erschien das palästinensische Verhalten völlig unerklärlich, besonders nachdem Barak „jeden Stein umgedreht“ und „großzügigere Angebote gemacht hatte als jeder vorausgehende Ministerpräsident“. Die einzig verbliebene Erklärung war die, dass die Palästinenser das israelische Friedenslager getäuscht haben, dass sie niemals beabsichtigten, Frieden zu machen und dass ihr wahres Ziel sei, die Juden ins Meer zu werfen, wie die zionistische Rechte schon immer behauptet hat. Die Folgerung: „ Wir haben keinen Partner“.
      77. Die Folge davon war, dass die trennende Linie zwischen der zionistischen „Rechten“ und „Linken“ fast verschwand. Die Führer der Arbeitspartei schlossen sich der Sharonregierung an und wurden ihre wirksamsten Verteidiger ( z.B. Shimon Peres), und selbst die formelle linke Opposition wurde unwirksam. Dies bewies noch einmal, dass das ursprüngliche zionistische Narrativ der entscheidende Faktor war, alle Teile des israelischen Systems zu vereinigen, indem während Krisenzeiten die Unterschiede zwischen ihnen ihre Bedeutung verlieren.
      78. Die Al-Aqsa-Intifada (auch die 2.Intifada genannt) brachte die Intensität des Konfliktes auf eine neue Ebene. In den ersten drei Jahren wurden etwa 2600 Palästinenser und 800 Israelis getötet. Die israelischen Militäroperationen machten das Leben der Palästinenser zur Hölle, schnitten Städte und Dörfer von einander ab, zerstörten ihre Wirtschaft und brachten viele an der Rand einer Hungersnot. Außergerichtliche Hinrichtungen von palästinensischen Militanten („Gezielte Liquidationen“), bei denen oft auch zufällig in der Nähe stehende Zivilisten getötet wurden, wurden zur Routine. Überfälle auf palästinensische Städte und Dörfer, um Verdächtige zu töten oder zu verhaften, wurden tägliche Ereignisse. Yassir Arafat, der Führer des Palästinensischen Befreiungskampfes, der effektiv in seinem Ramallahsitz (der Mukata’ah) unter ständiger Bedrohung seines Lebens gefangen sitzt, ist zum größten Symbol des Widerstandes gegen die Besatzung geworden.
      79. Im Gegensatz zu den Erwartungen der israelischen militärischen und politischen Führung, hat der extreme und wirtschaftliche Druck die palästinensische Führung nicht gebrochen. Selbst unter den extremsten Umständen bringen die Palästinenser es fertig, ein scheinbar normales Leben aufrecht zu erhalten und Mittel zu finden, zurückzuschlagen. Das wirksamste und entsetzlichste Mittel war das Selbstmordattentat, das die blutige Konfrontation ins Zentrum der israelischen Städte brachte. Die Intifada verursachte für Israel auch noch andere Schäden, indem sie den Tourismus lähmte, die ausländischen Investoren abhielt, die Wirtschaftsflaute verstärkte, die nationale Wirtschaft beschränkte und soziale Dienste zusammenbrechen ließ, durch die die soziale Kluft größer wird und so innere Spannungen in Israel wachsen.
      80. Als Antwort auf die Anschläge, besonders auf die Selbstmordanschläge, die einen großen Einfluss auf die öffentliche Moral hat, verlangte die „zionistische Linke“ eine physische Barriere zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten. Zunächst war die „zionistische Rechte“ gegen diesen „Trennungszaun“, da sie fürchtete, dies würde eine politische Grenze in der Nähe der Grünen Linie schaffen. Aber Ariel Sharon erkannte bald, dass er die Idee des Zaunes für seine Zwecke ausnützen könnte. Er begann, eine Barriere bauen zu lassen, die mit seinen Zielen übereinstimmte und die tief in die palästinensischen Gebiete hineinschneidet und so die großen Siedlungsblöcke an Israel anschließt und die Palästinenser unter wirksamer israelischer Kontrolle in isolierte Enklaven einsperrt.
      81. Am Ende des dritten Jahres der Al-Aqsa-Intifada konnten in der israelischen Öffentlichkeit deutliche Zeichen von Kriegsmüdigkeit und auch Opposition gegen die wachsende Brutalität der Besatzung entdeckt werden. Sichtbare Zeichen sind die Verweigerungsbewegung unter den Jüngeren, die zum Militärdienst einberufen werden; die Revolte der 27 Luftwaffenpiloten; die Verweigerung der Elite- Generalstabskommandoeinheit, sich an „illegalen und unmoralischen“ Operationen zu beteiligen; das gemeinsame Statement, das vier frühere Chefs des Sicherheitsdienstes gegen die anhaltende Besatzung abgaben; die Veröffentlichung der Friedensgrundsätze von Sari Nusseibeh und Ami Ayalon; die Genfer Initiative von Yossi Beilin und Yasser Abdel-Rabbo; die Änderung von Positionen und dem Stil von Politikern und Kommentatoren, die in engem Kontakt mit den Stimmungen des Volkes sind usw.
      82. Nach der amerikanischen Invasion im Irak zu Beginn des Jahres 2003 wurden die USA sensibler gegenüber den negativen Folgen des israelisch- palästinensischen Konfliktes. Infolge des innenpolitischen Druckes, der durch die mächtige jüdische und die fundamentalistisch christliche Lobby in den USA ausgeübt wird und die einen großen Einfluss auf George W. Bush’s Weißes Haus hat, ist die Fähigkeit der amerikanischen Regierung, für eine Friedenslösung zu arbeiten, begrenzt. Trotzdem gelang es einem „Quartett“, das aus den USA, der EU, Russland und der UN besteht, eine sog. „Road Map des Friedens“ anzubieten.
      83. Die Road Map von 2003 ist mit denselben grundsätzlichen Fehlern behaftet wie die Osloer Prinzipienerklärung von 1993. Obgleich sie, anders als in Oslo, ein Ziel bestimmt hat ( „Zwei Staaten für zwei Völker“), bestimmte sie nicht, wo die Grenzen des zukünftigen palästinensischen Staates verlaufen sollen – so fehlte in der Road Map das wichtigste. Ariel Sharon war so in der Lage, die Road Map anzunehmen (mit 14 Vorbehalten, die sie ihres Hauptinhaltes beraubte ) da er bereit war, die Bezeichnung „Palästinensischer Staat“ auf die palästinensischen Enklaven, die er auf 10% des Landes setzen will, zu übertragen.
      84. Die Oslo-Erfahrungen und natürlich die neuen Experimente mit der Road Map bestätigen überzeugend, dass ein Dokument, das auf Zwischenlösungen aufgebaut ist, wertlos ist, so lange nicht von Anfang an die Details des endgültigen Friedensabkommens klar schriftlich festlegt sind. Solange dies fehlt, gibt es keinerlei Möglichkeit, dass die Interimstadien umgesetzt werden. Wenn jede Seite für ein anderes Ziel kämpft, dann wird in jedem Interimstadium wieder eine Konfrontation aufflammen.
      85. Wohl wissend, dass es keine Chance für die aktuelle Realisation der Road Map gibt, kündete Sharon Ende 2003 seinen Plan der „einseitigen Schritte“ an. Dies ist ein Code für die Annexion von etwa der Hälfte der Westbank an Israel und das Einsperren der Palästinenser in isolierte Enklaven, die nur durch Straßen, Tunnel und Brücken mit einander verbunden sind und die man jederzeit absperren kann. Der Plan ist so konstruiert, dass keine palästinensische Bevölkerung Israel hinzugefügt wird und für die palästinensischen Enklaven keine Landreserven bleiben. Da der Plan keine Verhandlungen mit den Palästinensern erfordert, aber behauptet, dass er den israelischen Bürgern „Frieden und Sicherheit“ bringt, kann er für das wachsende israelische Verlangen nach einer Lösung ausgenützt werden, ohne Israels Vorurteile und den Hass gegen die Palästinenser zu stören.
      86. Der allgemeine Angriff der Sharon-Regierung und der Militärführung auf die Bevölkerung in den besetzten Gebieten (Erweiterung der Siedlungen, Errichtung neuer Siedlungen, die „Außenposten“ genannt werden; der Bau des „Trennungszaumes“ und die „Umgehungsstraßen“ nur für Siedler; die Überfälle der Armee auf die palästinensischen Städte und die „gezielten Tötungen“, die Zerstörung der Häuser, das Entwurzeln der Fruchtbaumplantagen) auf der einen Seite und die palästinensischen tödlichen Angriffe innerhalb Israels auf der anderen Seite, bringen die palästinensischen Einwohner Israels in eine unerträgliche Situation.
      87. Die natürliche Neigung der arabischen Bürger Israels, ihren Brüdern auf der anderen Seite der Grünen Linie zu helfen, steht im Kontrast zu ihrem Wunsch, als gleichberechtigte Bürger Israels akzeptiert zu werden. Gleichzeitig wächst in der jüdischen Bevölkerung Israels die Angst und der Hass gegen alle „Araber“ und bedroht die Grundlage der Gleichheit und der Bürgerrechte. Dieser Prozess hatte seinen Höhepunkt in den Ereignissen vom Oktober 2000, unmittelbar nach dem Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada, als die israelische Polizei auf arabische Bürger tödliche Schüsse abfeuerte.
      88. Dieser Prozess brachte, zusammen mit dem Wiederauftauchen des „demographischen Problems“ in der israelischen Agenda, neue Zweifel über die Doktrin des „jüdisch demokratischen Staates“. Der innere Widerspruch zwischen diesen beiden Attributen, der seit der Gründung des Staates Israel weder theoretisch noch praktisch gelöst worden ist, ist deutlicher denn je. Die genaue Bedeutung des Terminus „jüdischer Staat“ ist niemals genau definiert worden, auch nicht der Status der arabisch-palästinensischen Minderheit in einem Staat, der sich offiziell als „jüdisch“ versteht. Die Forderung, Israel zu einem „Staat aller seiner Bürger“ zu machen und /oder der arabisch-palästinensischen Minderheit bestimmte nationale Rechte zu geben, wird immer öfter gehört und zwar nicht nur von arabischen Bürgern.
      89. Als Folge all dieser Prozesse, wird der Konflikt immer weniger eine israelisch-palästinensische, sondern immer mehr eine jüdisch-arabische Konfrontation. Die gewaltige Unterstützung Israels und seiner Aktionen durch eine große Mehrheit der jüdischen Diaspora – und die Unterstützung der arabischen und muslimischen
      Massen gegenüber der palästinensischen Sache, im Gegensatz zur Haltung ihrer Führer, haben dieses Phänomen konsolidiert. Die Ermordung des Hamasführers Sheich Ahmed Yassin im März 2004 und Abd-al-Aziz al Rantisi drei Wochen später entfachten die Flammen um so mehr.

      Das neue Friedenslager

      90. Eine neue Friedensbewegung muss sich auf das Verständnis gründen , dass der Konflikt ein Zusammenstoß zwischen der zionistisch-israelischen Bewegung ist, deren „genetischer Code“ dahingehend ausgerichtet ist, das ganze Land zu besitzen und die nicht-jüdische Bevölkerung auszutreiben – und der palästinensischen Nationalbewegung, deren „genetischer Code“ dahingehend ausgerichtet ist, diesen Kurs aufzuhalten und einen palästinensischen Staat im ganzen Land aufzubauen. Dies kann als ein Zusammenstoß zwischen einer „unwiderstehlichen Kraft“ und einem „unbeweglichen Objekt“ gesehen werden.
      91. Die Aufgabe der israelischen Friedensbewegung ist es, diesen historischen Zusammenprall zu stoppen, den zionistischen „genetischen Code“ zu überwinden und mit den palästinensischen Friedenskräften zusammen zu arbeiten, um zu einem Frieden durch historische Kompromisse zu gelangen, die zur Versöhnung zwischen den beiden Völkern führen. Die palästinensischen Friedenskräfte haben eine ähnliche Aufgabe.
      92. Dafür sind diplomatische Formulierungen eines zukünftigen Friedensabkommens nicht ausreichend. Die israelische Friedensbewegung muss von einem neuen Geist inspiriert werden, der die Herzen des anderen Volkes anrührt, der Glauben an die Möglichkeit des Friedens schafft und die Herzen des Teils der israelischen Bevölkerung gewinnt, der von alten Mythen und Vorurteilen befangen ist.
      93. Die kleinen und konsequenten israelischen Friedensbewegungen, die durchhielten und den Kampf fortsetzten, als das Friedenslager infolge des Camp David Debakels und dem Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada in sich zusammenbrach, müssen eine entscheidende Rolle in diesem Prozess führen.
      94. Diese Bewegungen können mit einem kleinen Rad mit eigenen Antrieb verglichen werden, das ein größeres Rad antreibt, das wiederum ein noch größeres Rad in Bewegung setzt und so weiter, bis die ganze Maschine in Aktion gerät. Alle früheren Errungenschaften der israelischen Friedenskräfte waren auf diese Weise erreicht worden wie z.B. die israelische Anerkennung der Existenz des palästinensischen Volkes, die weite öffentliche Akzeptanz der Idee eines palästinensischen Staates, die Bereitschaft, mit Verhandlungen mit der PLO zu beginnen, einen Kompromiss über Jerusalem einzugehen und so weiter
      95. Das neue Friedenslager muss die öffentliche Meinung in Richtung einer neuen mutigen Revision des nationalen Narrativs führen und dieses von seinen falschen Mythen frei machen. Es muss ernsthaft darum ringen, die historischen Versionen beider Völker in ein einziges Narrativ zu bringen, frei von historischen Fälschungen und für beide Seiten annehmbar.
      96. Während es dies tut, muss es der israelischen Öffentlichkeit zur Erkenntnis verhelfen, dass außer den großen und positiven Aspekten des zionistischen Unternehmens dem palästinensischen Volk eine schreckliche Ungerechtigkeit zugefügt wurde. Diese Ungerechtigkeit, die während der Nakbe am schlimmsten war, verpflichtet uns Verantwortung zu übernehmen und so viel wie möglich wieder gut zu machen.
      97. Ein Friedensabkommen ist wertlos, solange nicht beide Seiten in der Lage sind, dieses im Geist und in der Praxis anzunehmen – so weit wie es die grundsätzlichen nationalen Bestrebungen befriedigt und nicht die nationale Würde und Ehre verletzt..
      98. In der augenblicklichen Situation gibt es keine andere Lösung außer der einen, die sich auf dem Prinzip von „Zwei Staaten für zwei Völker“ gründet, was friedliche Koexistenz in zwei unabhängigen Staaten, Israel und Palästina, bedeutet.
      99. Die zuweilen ausgesprochene Idee, dass es möglich und wünschenswert sei, die Zwei-Staaten-Lösung durch eine Ein-Staat-Lösung im ganzen Land zwischen Mittelmeer und dem Jordan als einen bi-nationalen oder nicht-nationalen Staat zu ersetzen, ist unrealistisch. Der größte Teil der Israelis wird nicht damit einverstanden sein, den israelischen Staat aufzulösen – genau so wenig, wie der größte Teil des palästinensischen Volkes die Errichtung eines eigenen Nationalstaates nicht aufgeben wird. Diese Illusion ist auch gefährlich, da es den Kampf für eine Zwei-Staaten-Lösung untergräbt, die in absehbarer Zeit realisiert werden kann, zu Gunsten einer Idee, die in den nächsten Jahrzehnten keine Chance der Realisierung hat. Diese Illusion kann auch unter dem Vorwand für die Existenz der Siedlungen und für deren Ausdehnung missbraucht werden. Wenn ein gemeinsamer Staat errichtet wird, würde er ein Schlachtfeld werden, bei der die eine Seite durch Vertreibung der anderen darum kämpft, die Majorität zu behalten.

      100. Das neue Friedenslager muss einen Friedensplan formulieren, der auf den folgenden Prinzipien beruht:
      a) Die Besatzung muss aufhören. Ein unabhängiger und lebensfähiger palästinensischer Staat wird neben Israel errichtet.
      b) Die Grüne Linie wird die Grenze zwischen dem Staat Israel und dem Staat Palästina sein. Begrenzter Landaustausch wird nur durch gegenseitiges Einvernehmen möglich sein, der durch freie Verhandlungen im Verhältnis von 1:1 erreicht wird.
      c) Alle israelischen Siedler werden aus dem Gebiet des Staates Palästina evakuiert, und die Siedlungen werden den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.
      d) Die Grenze der beiden Staaten wird nach Übereinkunft durch gemeinsame Abkommen für Waren und Menschen offen sein.
      e) Jerusalem wird die Hauptstadt beider Staaten sein. West-Jerusalem wird die Hauptstadt Israels und Ost-Jerusalem die Hauptstadt Palästinas sein. Der Staat Palästina wird die vollständige Souveränität über Ost-Jerusalem, einschließlich des Haram Al-Sharif (Tempelberg) haben. Der Staat Israel wird die volle Souveränität über West-Jerusalem haben, einschließlich der Klagemauer und dem jüdischen Viertel in der Altstadt. Die beiden Staaten werden ein Abkommen über die Einheit der Stadt auf Verwaltungsebene erreichen.
      f) Israel wird im Prinzip das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge als ein unveräußerliches Menschenrecht anerkennen und moralische Verantwortung für seinen Teil bei der Schaffung des Problems übernehmen. Ein Wahrheitsfindungs- und Versöhnungskomitee wird die historischen Fakten in objektiver Weise nachweisen. Die Lösung des Problems wird durch ein Abkommen erreicht, das sich nach gerechten, fairen und praktischen Erwägungen ausrichtet und auch Rückkehr auf das Gebiet des palästinensischen Staates, Rückkehr einer begrenzten und abgestimmten Zahl auf das Gebiet von Israel, Zahlungen von Kompensation und Ansiedlung in anderen Ländern einschließt.
      g) Die Wasserressourcen werden gemeinsam kontrolliert und durch ein Abkommen gleich und fair geteilt.
      h) Ein Sicherheitspakt zwischen den beiden Staaten wird die Sicherheit von beiden garantieren und die besonderen Sicherheitsbedürfnisse von beiden berücksichtigen. Das Abkommen wird durch die internationale Gemeinschaft unterstützt und durch internationale Garantien bestätigt.
      i) Israel und Palästina werden mit anderen Staaten der Region zusammenarbeiten, um eine regionale Gemeinschaft nach dem Vorbild der Europäischen Union zu errichten.
      j) Die ganze Region wird von Massenvernichtungswaffen frei gemacht.

      101. Das Unterzeichnen des Friedensabkommens und seine ehrliche Erfüllung und in gutem Glauben, wird zum Ende des historischen Konfliktes führen und zur Versöhnung zwischen den beiden Völkern, wenn sie sich auf Gleichheit, gegenseitiger Achtung und der Bemühung um größtmögliche Zusammenarbeit gründet.

      Quelle: http://www.uri-avnery.de/101-neue-thesen

  53. Dirk says:

    Soviel Ignoranz und Unkenntnis allein über den Zionismus, und die Tatsache, das Ablehnen des Zionismus mit Antisemitusmus in Einklang zu bringen, ist so himmelschreiend Dumm, dass es sich kaum lohnt, einen weiteren Kommentar zu diesem ungebildeten Autoren abzugeben.

    Kein Wunder, dass die SPD sich nirgendwo mehr wirklich gegen die CDU durchsetzen kann, die haben weitaus weniger Wahrnehmungsstörungen!

    http://www.deutschlandfunk.de/anti-israelische-proteste-wer-hat-uns-das-denn-eingebrockt.694.de.html?dram%3Aarticle_id=292408

  54. jolo says:

    Bin ich bei juso oder bei AIPAC.Ich schäme mich euch unterstützt zu haben.Herr huss sie werdern bestimmt Karriere machen, da bin ich mir sicher.

  55. Darwings says:

    Der Artikel ist leider sehr einseitig und liest sich wie ein Pamphlet einer zionistischen Partei: im Text steht NICHT: 1.Dass Israel eine Besatzungsmacht ist, 2. dass die Angriffe unverhältnismäßig sind und von der UNO und Menschenrechtsorganisationen gerügt wurde (ebenso wie die Raketen der Hamas) 3. dass auch in der israelischen Regierung Fanatiker wie Avigdor Lieberman oder Nefatli Benett sitzen, 4. dass die zionistischen keinen palästinensischen Staat und somit auch keine 2-Staaten-Lösung wollen. ( Da wird kurz darauf eingegangen warum es antisemitisch ist, einen zionistischen Staat abzulehnen, einen palästinensischen Staat aber zu bejahen. Dabei wird aber vollkommen übersehen, dass eine nicht unwichtige palästinensische Minderheit Christen sind. Der Autor checkt nicht einmal, dass es nicht nur um Gaza geht, sondern eben auch um das Westjordanland und Ost-Jerusalem). 5. Der Autor fragt nicht einmal woher der Fundamentalismus herkommt. Selbst ein Samuel Huntington (alles andere als ein Linker) ist darauf gekommen, dass der Fundamentalismus erst mit dem Kolonialismus entstand.6. Zudem wird im Text etwas von Emanzipation geschwafelt, um einen ethnozentristischen Diskurs zu verdecken der Menschrechtsverletzungen und den Bruch des Völkerrechts relativieren soll. 7. Fazit: einseitiger Artikel, der Israels von jeglicher Schuld am Konflikt freisprechen soll.

    • Was Geht sie das an says:

      Was heist unverhältnis massig? 200 Zivilisten also alle 8 Raketen ein Opfer.(vor Boden offensive) wobei die 200 Zivilen Opfer fast 50% männer Zwischen 20 und 50 wahren, sehr Merkwürdig. Es ist der erste(angebliche) Genozid wo sich die Bevölkerung Vermehrt und das nicht Langsam.

  56. Bravo. Objektive und nüchterne Analyse! Es lebe die Wahrheit!

  57. Oli says:

    Fakten, Fakten, Fakten!
    Ganz hervorragender Artikel Herr Huss!
    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer Daumen hoch!

  58. apocalypse 2012 moon god says:

    Solange es Leute gibt, die glauben, dass es so etwas wie „die Juden“, „die Palästinenser“, ein „auserwählt-selektioniertes Volk“ etc. gibt (statt nur „Menschen“), solange wird sich nichts ändern.

    „Unsere“ so tolle Weltgeschichte in 10 Sekunden:
    Echnaton > Juden > Christen > Muslime > Ikonoklasten > Protestanten > Kapitalisten > Kommunisten > Nationalsozialisten > Hollywood > etc. etc.

    Leider werde ich nie in einer intelligenten Welt leben können (IQ > 200)

  59. Salze says:

    Ein mutiger Artikel im linken Spektrum, in dem es sich leider viele Leute mit ihrer Anti-Israel-Haltung sehr einfach machen.

  60. Pingback: Der Ruhrpilot | Ruhrbarone

  61. The great Fozzy says:

    Ich empfehle dem Autor dieses „Artikels“ mal einen Blick auf die Website von Uri Avneri ( http://www.uri-avnery.de/ ), um ein ausgewogenes Bild der wirklichen Geschehnisse zu bekommen und vor allem um sich mit der Position der israelischen Friedensbewegung – eigentlich ja wohl die natürlichen Verbündeten der deutschen Linken – vertraut zu machen.

    Ansonsten bleibt zu diesem „Artikel“ aus der antideutschen Ecke nur noch Kopfschütteln.

  62. Dov Verkauf says:

    Ausgezeichneter Artikel!
    Ich möchte aber anmerken, dass leider die wirklichen Gründe für das Entfachen der jetzigen Kämpfen der Öffentlichkeit gar nicht klar sind. Um dies zu verstehen, reicht es die aktuellen Waffenstillstandsverhandlugen genauer zu betrachten. Israel, das die Eskalation gar nicht suchte, stellt gar keine Forderungen für einen Waffenstillstand, außer natürlich, dass die Hamas aufhört, Raketen auf Israel zu schiessen.
    Die Hamas dagegen stellt mehrere Bedingungen. Wobei die zwei wichtigsten sind die Brzahlung der Löhne von 40000 Hamas-Funktionären und die Öffnung des Granzübergang nach Egypten. Beide Forderung richten sich selbstverständlich nicht an Israel, sondern an die Palestinian Authority in Ramallah und an Egypten. Die Hamas hat die Kämpfe angefangen, um später um diese Bedingungen zu verhandeln. Es hört sich für das mitteleuropäische Ohr vielleicht unglaublich an, im mittleren Osten, wird aber nach anderen Regeln gespielt als hier.
    Eine weitere Tatsache, die Vielen hier nicht klar ist, ist, dass 1,5 Millionen Araber in Israel leben. Sie sind israelische Staatsbürger mit gleichen Rechte und Pflichten. In Israel gibt es 2 Amtssprachen: Hebräisch und Arabisch. Sogar der Chef der Infanterieeinheit der israelischen Armee, die die Hauptrolle in det Bodenoffensive spielt, ist ein arabischer Israeli bzw. israelischer Araber.
    Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, wie komplex die Realität ist und wieviel Wissen in den hier geschriebenen Beiträge noch fehlt, um wirklich Urteilen zu können.

    Ein letztes Wort noch: Israel will mit seinen Nachbarn in Frieden leben!

    • ich says:

      danke, dass mal jemand ein ganz klein wenig hintergründe erwähnt. ich schliesse mich da mal an, wobei mir bewusst ist, dass es spakulativ ist, aber eben, die realität ist komplex:
      – kampf zwischen PLO/Fatah und Hamas
      – entmachtung von Mursi
      – so ziemlich jeder staat der direkte interesse im Konflikt hat, und das sind nicht ein paar wenige!

      alles vieleicht nicht direkt involviert, aber mit sicherheit indirekt.

      Allen die deutliche Einseitigkeiten der Medien beklagt, dem Sag ich: für die Wahl von Medien seit ihr selber verantwortlich. Informiert euch dort wo es auch hintergrundinformationen gibt.

  63. Mainzer says:

    Das Problem der derzeitigen israelischen Regierung ist doch, dass sie sich durch ihre Siedlungspolitik, ihre Haltung zum Gazastreifen in dem Tausende hungern und die derzeitigen Angriffe, bei denen mehrheitlich Zivilisten sterben, zum Helfer der Hamas macht. Man kann es einer terroristischen Gruppierungen auch leicht machen, Anhänger zu finden.

  64. Sozialdemokrat says:

    Vielen Dank für den Leser-Kommentar, Herr Franz-Georg Wieland!

    Der Autor kann so einiges von Ihnen lernen!

  65. Jochen says:

    Oha. Ein Krieg ist keine Gerichtsverhandlung! Nur wenn man versucht ihn zu rechtfertigen, stellt sich die Schuldfrage. Nur daher rührt die Binsenweisheit, dass beide Schuld seien – oder eben keiner.

    Es sind einzelne Menschen, die dort etwas tun. Und es sind Menschen, denen dort schreckliches passiert. Menschen mit Namen, aus Fleisch und Blut, mit Familien. Nicht einem abstrakten Gebilde. Nicht einem Staat Israel, nicht der Hamas und nicht Palästina.

    Der Krieg in und um Israel ist nicht neu, tobt schon seit Jahrzehnten mit friedlichen Episoden. Seit Generationen. Immer wieder sind solche „zurückschiessen ist ja wohl ok“ Argumentationen wie hier, begründet auf dem Geschreibsel von Presseartikeln, zu lesen, wenn die eine oder andere Seite mal wieder metzelt. Ich finde, es langt! Kriegerisch lässt sich die Situation wohl nur mit einem Genozid dauerhaft lösen, Gott bewahre.

    Aktionen wie „Israel loves Palestine“ haben mehr Leid verhindert, als jede einzelne Rakete der Hamas oder von Israel. Ganz einfach weil so etwas die Menschen zeigt, von denen hier geschrieben wird und keine pauschalisierende, intellektuelle Selbstinszenierung wie dieser Beitrag ist: keine Kriegstreiberei.

    Shalom.

  66. Peter says:

    In Artikeln wie diesen wird meist nur auf das militärische Handeln eingegangen. Viele Israelfeindliche zeigen dann auf die wirtschaftliche Benachteiligung. Da würde ich fragen: „Woher kommt die denn?“ Dann kommt die Gegenfrage: „Was ist denn die Ursache der Ursache?“ Und so geht das dann immer weiter bis sich alle mit Halbwissen aufgebläht haben oder tatsächlich zu studierten Experten geworden sind. Am Ende wissen wir dann vielleicht sogar wer an was vor zig Jahren die utlimative Schuld getragen hat.

    Aber was nützt das? Wie wichtig ist wirtschaftliche Sicherheit oder Benachteiligung wenn das eigene Haus gerade abbrennt (in Israel oder in Gaza)? Solange keine militärische Ruhe da ist, bringt es nichts, wenn wir aus der Ferne theoretisch streiten und auf den einen oder anderen mit dem Finger zeigen.

    Hier in Deutschland können wir aber doch gar nix machen! Wirklich? Hier direkt vor unserer Haustür werden Synagogen angegriffen! Das kann nicht mehr mit Hamas oder wirtschaftlicher Benachteiligung am anderen Ende der Welt beschönigt werden. In Hannover und Göttingen wurden die paar Gegendemonstranten, die es gab, angegriffen, die es gewagt haben, sich der Propaganda entgegen zu stellen.

    Wir sollten uns nicht über Recherchetechniken streiten, sondern uns dazu stellen, damit die Stimme des Friedens nicht eingeschüchtert wird von der lauten Stimme der Gewalttätigen.

  67. Jimbo says:

    Und DOCH……beide Seiten haben SCHULD, auch die israelische!!!

    Rhetorische Spielereien hin oder her. Ohne die israelische Politik der letzten Jahrzehnte hätte die Hamas erst gar keinen Zulauf erhalten (können)!!!

    Israel hat sich seine Feinde höchstpersönlich geschaffen und ihnen Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche Futter geliefert, um zu wachsen und zu gedeihen!

    Wer sich über Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte über seine Mitmenschen und Nachbarn stellt, sie schikaniert, sie aus ihren Häusern vertreibt & anschließend selber bewohnt und zudem ungleich behandelt, der möge sich nicht wundern, wenn der pure Hass in seinem Gegenüber entkeimt und geschwürartig voranschreitet!

    Auch aktuell züchtet sich Israel seine nächste Generation an Feinden. Bravo!
    Israel hatte eine Wahl. Mit dem maßlosen Bombardement und der Bodenoffensive hat Israel die falsche Wahl getroffen.
    Viel „Spass“ in den kommenden 10 Jahren mit deinen von dir selbst neu erschaffenen Feinden Israel!

    Shalom!

  68. Kurt Pötschke says:

    Jedes Volk auf dieser Erde hat das Anrecht auf einen eigenen Staat. Durch ihre über die eigene Religion hinaus greifende Konnektivität und Absonderung finden die Juden, die unter anderen Völkern leben, dort auch immer ihre Feinde, denn jede größere Gruppe hasst sich von ihr absichtlich und deutlich unterscheidende Minderheiten, insbesondere, wenn sie selbst durch Einheitlichkeit geprägt ist. Das ist überall die Ursache des Antisemitismus, der in Deutschland nie größer war als in anderen Ländern.
    Darum ist der eigene Staat der Juden die beste Beendigung des Antisemitismus (wenn sich nur alle Juden darin befänden!). Dass dieser Staat auf dem Gebiet der ureigenen Heimat der Judäer und Galiläer bestehen soll, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sicher sind die Israelis von heute zu einem großen Teil rassisch nicht mehr mit dem biblischen Volk identisch. Sicher sind die Palestinänser eigentlich reinere „Juden“, die eben nur von der sich unter dem Schutzschild einer Religion daherkommenden Ideologie der Gewaltausübung gegenüber ihren Anhängern und der unter sich überwältigt worden sind. Der Konflikt aber ist im wesentlichen religiös bestimmt.
    Ich habe den Aufstieg des Nationalsozialismus und sein Ende miterlebt. Nicht die Bombardements der Alliierten auf die deutsche Zivilbevölkerung haben die deutsche Kampfkraft geschwächt, genau so wenig wie deutsche Angriffe auf England dessen Kampfesmut, im Gegenteil, das Gefühl, wir sollten nicht befreit, sondern vernichtet werden, hat diese Kräfte noch verstärkt und damit kriegsverlängernd gewirkt. Ruhe und Frieden ist nur durch die territoriale Eroberung und Besetzung, alsdann durch die Einsetzung friedwilliger Führungskräfte.
    Darum kann ich Israel nur empfehlen, den gesamten Gazastreifen zu besetzen, die Hamasanführer vor ein („Nürnberger“) Gericht zu stellen und die Bevölkerung zu befrieden, ihre Versorgung sicherzustellen und erst langsam die Herrschaft an friedwillige Kräfte zu übergeben. Wiederaufbau und Existenzverbesserung sind Ideale, die durchaus einer sklavischen Befolgung islamistischer Hetzparolen den Rang ablaufen können, insbesondere, wenn aufhetzende Islame entfernt werden.

    • ich says:

      Guten Tag Herr Pötschke,

      ich teile ihre Ansicht von Besetzung und Abgabe an freiwillige Kräfte nicht. Jedoch finde ich den Rest ihres Kommentars sehr interessant. Dass es ein Jüdischer Staat braucht und wie Antisemitismus (oder Rassismus im allgemeinen) zustande kommt haben sie meines erachtens sehr treffend dargelegt. Danke führ ihren Beitrag.

  69. Anna Niehm says:

    Vielen Dank für diesen absolut klaren und mutigen Beitrag. Es macht Mut, zu sehen, dass es noch klar denkende Menschen gibt, die sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken haben. Daumen hoch!

  70. Andreas Balser says:

    Ein sehr ausgewogener, gut recherchierter Artikel. Hier werden die wichtigen Punkte klar und gut herausgearbeitet. Der Artikel schafft das, was die meisten Medien nicht erreichen (oder erreichen möchten). Danke.

  71. N. J. says:

    Wow !!
    Respekt. Endlich mal jemand in unserem „hoch-intellektuellen“ Land, der den Unterschied zwischen Aktion und Reaktion kennt.
    Und der begreift, dass es kein Zuckerschlecken ist, die Hamas als direkte Nachbarn zu haben – für sich und seine Kinder.
    Israel greift nicht die Palestinänser an, sondern diese menschenverachtende, Selbstmord-Attentäter-ausbildende Terrororganisation, die seit Jahren zivile Einrichtungen attackiert (Schulbusse, Straßencafés, etc.). Wer das nicht begreift, sollte sich vielleicht mal ein Weilchen in Israel niederlassen…

    • Dinkleberg says:

      Wollen sie mich auf den Arm nehmen? Vllt. sollten sie den ersten Kommentar lesen. Ein militärisches Unterfangen, wobei 80% der Opfer Zivilisten sind, ist eine Kollektivbestrafung eines ganzen Volkes für eine kleine terroristische Randgruppe und nahezu oder sogar eindeutig ein Kriegsverbechen. Israel hätte von Anfang an Bodenoffensiven starten müssen, aber da sie mit einem Beschuss begannen, war eindeutig klar, dass denen palästinensisches Leben gar nichts wert ist.
      Und es gibt noch nicht mal Beweise dafür, dass die 3 Kinder von der Hamas umgebracht worden sind.
      Dies ist keine Verteidigung, sondern einfach nur eine abartige Racheaktion der Israelischen Regierung.

      • Simon says:

        Warum warnt Israel dann die Zivilisten mit Flugblättern und per SMS, während die Hamas diese als Schutzschild missbraucht?

        • Uwe Claus says:

          Was soll denn eine Warnung an Menschen bedeuten die überhaupt nicht fliehen können?

          • Simon says:

            Höre ich da eine Kritik an Ägypten heraus, sie sollen die Grenze wieder öffnen?

            Für sie macht es also keinen Unterschied, ob die Zivilisten in den militärisch genutzten Häusern sterben oder ob sie sich von dem angegriffenem Haus entfernen können?

          • Martin says:

            Nein, weil eine Massenwarnung von ganzen Stadtteilen noch keine militärischen Ziele aus zivilen macht.

      • Nuni Freudenberg says:

        Hmmm, übertriebene Opferzahlen hat es von palästinensischer Seite in den letzten Jahren häufig gegeben. Z.B. als in Jenin ein „Massaker“ mit über 500 Toten stattgefunden haben soll. Am Ende waren es keine dreißig!
        Warum sterben eigentlich so wenig Menschen, wenn ich mal zynisch fragen darf. Bei 150 Angriffen in der letzten Nacht hat es gerade mal 15 Tote gegeben. Für einen Genozid ist die Trefferquote erschreckend niedrig, ist die Schlagkraft der Zionisten vielleicht deutlich überschätzt?
        Unter uns, wer den Opferzahlen der Hamas glaubt, der leidet ganz klar unter Wahrnehmungsstörungen!

  72. Ralf Arnemann says:

    Völlig korrekte und umfassende Analyse!

  73. Franz-Georg Wieland says:

    Sehr geehrter Herr Huss,

    zunächst möchte ich ihnen für ihren Artikel danken; er hat es mir nochmals ermöglicht zu erkennen, wie unglaublich blind beide Seiten dieses intellektuellen Konfliktes füreinander sind und welche Ignoranz sowohl die Zionismuskritiker als auch deren Kritiker, Menschen wie Sie füreinander und für eine objektive Argumentation aufbringen.

    Nun möchte ich mich Ihrem Artikel widmen und versuchen, meine Kritik an Ihren Positionen anhand von Quellen besser darzulegen. Dies ist auch schon der erste Kritikpunkt an Ihren teils ziemlich überzeichneten Aussagen: Sie haben viele in verschiedenen Medien umstrittenen dargestellten Tatsachen in absoluter Weise dargestellt und ein Großteil ihrer Kritik baut auf diesen „Tatsachen“. Diese Vorangehensweise halte ich grundsätzlich für fragwürdig, ich würde Ihnen hierzu empfehlen Ihren Informationshorizont etwas zu erweitern und neben den gängigen deutschen Quellen auch internationale Nachrichtenquellen zu verwenden (BBC, CNN, Aljazeera, Times of Israel,…). Selbstverständlich ist bei keiner dieser Quellen ihre nachrichtliche Unabhängigkeit wirklich gewährleistet, aber genauso verhält es sich auch mit den deutschen Nachrichtenportalen, weshalb gerade mehrere Blickwinkel ein besseres Gesamtbild abgeben.

    Nun zu Ihrem Artikel:
    An Ihrer Kritik der Zionismuskritiker habe ich grundsätzlich nichts auszusetzen, Auch ich glaube wie Sie daran, dass das jüdische Volk das Recht hat in einem demokratischen Staat Israel zu leben.
    Auch Ihre Kritik an der Hamas teile ich vollkommen. Die Hamas fordert in ihrer Charta die Zerstörung Israels und die Vernichtung des jüdischen Volkes. Das ist nicht nur inakzeptabel sondern in jeglicher Hinsicht zu verurteilen.

    Der Konflikt in Gaza ist in seiner Eskalationsgeschichte allerdings nicht primär hierdurch bestimmt.
    Die Eskalation hängt, wie dargestellt, mit der Entführung und Ermordung von drei israelischen Jungen zusammen.

    Ich zitiere hier nochmals Ihren Text:
    „Im Westjordanland entführen vermutlich Hamas-Kämpfer drei Talmud-Schüler, die Tage später ermordet auf einem Feld gefunden werden. Die Hamas jubelt, Israel verurteilt die Tat, leitet Ermittlungen ein und nimmt die mutmaßlichen Täter fest. Als Reaktion tötet eine extremistische Gruppe von Siedlern einen palästinensischen Jungen. Die Hamas schwört Rache, Israel verurteilt die Tat, leitet Ermittlungen ein und nimmt die mutmaßlichen Täter fest.“

    Ihre Darstellung der Ereignisse wirkt im Hinblick auf folgende Quellen etwas unreflektiert:
    https://www.bbc.com/news/world-middle-east-28112696
    http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2014/06/report-israel-finds-three-bodies-hebron-2014630162857704850.html
    http://www.cnn.com/2014/07/01/world/meast/israel-teenagers-death/
    http://www.theguardian.com/world/2014/jul/01/israeli-jets-gaza-netanyahu-hamas-teenagers-deaths

    Interessant sind vor allem Netanyahus Aussagen, die im Zuge der Luftangriffe auf Gaza eher das Bild eines Rachefeldzuges von Israelischer Seite gegen ein ganzes Volk bzw. eine militante Gruppierung als eine normale rechtsstaatliche Verfolgung von Verbrechern abgibt. Zu erwähnen ist hier insbesondere, dass bis heute keine Beweise für die Verantwortlichkeit der Hamas für die Tötung der Schüler veröffentlicht wurden. Inwiefern dann eine derartige Verhaftungswelle von Hamasmitgliedern und Unterstützern gerechtfertigt ist, bleibt mir verborgen und um auf Ihren Artikel zurückzukommen, inwiefern 400 Menschen mutmaßliche Täter in einem dreifachen Mordfall sein können ist mir schleierhaft. (siehe Quelle BBC)
    Die Antwort der Hamas auf diese Verhaftungswelle waren vermehrte Raketenangriffe. Das ist nicht zu verteidigen und genauso rechtswidrig wie das israelische Vorgehen, in gewisser Weise sogar eine „Kriegserklärung“ wie Sie geschrieben haben. Bei den beschränkten Mitteln der Hamas war eine solche Reaktion aber absehbar und hätte wohl durch eine wirkliche rechtsstaatliche Untersuchung der Morde verhindert werden können.

    Im Hinblick auf diese israelische „Rechststaatlichkeit würde ich Sie auch gerne auf ein Dokument des Internationalen Gerichtshofes von 2004 aufmerksam machen, dass Sie unter folgendem Link einsehen können:
    http://www.icj-cij.org/docket/files/131/1677.pdf

    Hier wird dargelegt, inwiefern die Israelische Besetzung des Westjordanlandes nicht nur gegen internationale Verträge verstößt, deren Einhaltung Israel zugestimmt hat, sondern auch inwiefern so die Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung zutiefst verletzt werden.
    Diese Verletzungen tragen seit Jahren zur Eskalation des Problems bei und verstärken in der palästinensischen Bevölkerung das Bild einer repressiven Besatzungsmacht, für die ein palästinensisches Leben bei weitem nicht den Wert eines israelischen Lebens hat.

    Nun zum nächsten Teil Ihres Artikels:
    „Die Hamas erklärt Israel den Krieg und erhöht ihre Raketenangriffe. Israel lässt sich tagelang im 10-Minuten-Takt beschießen, ehe es sich verteidigt.“

    Hier nochmals ein Auszug aus der BBC Quelle von oben:
    „Overnight, Israel launched more than 30 air strikes on facilities linked to militant groups in the Gaza Strip after 18 rockets had been fired into Israel since Sunday night, the Israeli military reported.“

    Offensichtlich haben Sie hier entweder Zugang zu mir unbekannten Quellen oder ihr Zeitverständnis deckt sich nicht mit dem meinigen. 18 Raketen in zwei Tagen sind offensichtlich kein Beschuss im 10-Minuten Takt. Ich möchte Sie bitten, derartige Verzerrungen im Interesse einer faktenbasierten Diskussion zu unterlassen. Offensichtlich verteidigte sich Israel nicht erst nach „tagelang[em] [Beschuss] im 10-Minuten-Takt“.
    Nichtsdestotrotz ist der Hamas-Beschuss Israels natürlich wie oben schon gesagt nicht zu entschuldigen und ein Angriff auf den Israelischen Staat. Die Antwort, die dieser allerdings in den folgenden Tagen darauf gibt ist in keiner Weise verhältnismäßig und in vielerlei Hinsicht zieht der israelische Staat damit den Vorwurf auf sich, für Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein.
    Hierzu ein Text der HRW.
    http://www.hrw.org/news/2014/07/15/israelpalestine-unlawful-israeli-airstrikes-kill-civilians

    Nun zu einem weiteren Teil ihres Textes:
    „Israel will eine Waffenruhe, um zu verhandeln. Die Hamas findet, Waffenruhen sind „Zeitverschwendung““

    Dieser in deutschen Medien oft gemachte Vorwurf an die Hamas ist zumindest teilweise zu entkräften, hierzu von einem israelischen Nachrichtenportal:
    http://www.haaretz.com/mobile/1.605363

    Der Bericht legt dar, dass die Hamas nicht wie häufig berichtet das ägyptische Waffenstillstandsangebot einfach abgelehnt hat, sondern dass ägyptische Fehlkommunikation dafür verantwortlich war, dass dieses Angebot niemals ernsthaft von der Hamas in Betrachtung gezogen wurde. Nichtsdestotrotz ist natürlich nicht klar, ob die Hamas überhaupt Interesse an einer Waffenruhe hat.

    Grunsätzlich halte ich Ihre Darstellung Israels in diesem Konflikt für sehr einseitig. Gänzlich unbeachtet lassen Sie die Bombardierung von Zivilgebäuden und Krankenhäuser sowie offizielle Zahlen der UN, nach denen ca. 80% der Toten in Gaza Zivilisten sind.
    http://www.nbcnews.com/storyline/middle-east-unrest/netanyahu-says-hamas-wants-pile-bodies-sympathy-n161236

    Ihr darauffolgende Absatz zu Alternativen ist in seinem Zynismus kaum zu überbieten und wird von den obigen Aussagen bereits entkräftet.

    Nun hierzu:
    „Wer findet, beide Seiten haben Fehler gemacht, möge die nicht-reaktiven Fehler Israels benennen, die zum neuen Krieg geführt haben. (Der Siedlungsbau ist sicherlich ein Hindernis im Gesamtkonflikt, aber kein Auslöser der Ereignisse in Gaza.) Mit Fehlern sind nicht Kampfaktionen an sich gemeint, sondern jegliche Aktionen, die zu Leiden im Gazastreifen führten, ohne dass die israelische Sicherheit im Fokus stand.“

    Es wurde bereits ausgeführt, inwiefern Israels „rechtsstaatliche“ Suche nach den Mördern der drei Jugendlichen mit für die Eskalation verantwortlich war. Ebenso ist klar, ich verweise nochmals auf den Text des internationalen Gerichtshofes, dass jegliche Eskalation immer auch durch die israelische Siedlungspolitik und ihre, die palästinensischen Grund- bzw. Menschenrechte beschneidenden Maßnahmen zur Ausweitung und Verlängerung des Konfliktes, begünstigt, vielleicht sogar hervorgerufen wird. Hier möchte ich auch gerne nochmals auf Ihren Absatz zur israelischen Demokratie verweisen, in dem Sie gänzlich vergessen, dass in der israelischen Besatzungszone Westjordanland täglich die Menschenrechte einer Bevölkerungsgruppe verletzt werden. Offenbar reicht zu einer Veräußerlichung der Grundrechte die Nichtzugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, ganz im Gegensatz zu Ihrer Aussage:
    „Israel ist als demokratischer Rechtsstaat verfasst (um genau zu sein: Israel hat keine Verfassung im engeren Sinne, sondern Grundgesetze, die den institutionellen Rahmen festsetzen, sowie unveräußerliche Grundrechte für die Bevölkerung).“

    Nun zu folgendem Absatz:
    „Viele Menschen wünschen sich tatsächlich, Israel solle sich einfach weiter beschießen lassen. Eine solche Ungeheuerlichkeit wird von keinem Staat der Welt verlangt. Mit Blick auf die menschlichen Leidenserfahrungen in der Jahrtausende langen Geschichte des Judentums und auf den aggressiven Antisemitismus der Hamas wirkt eine solche Forderung geradezu zynisch. Liebe „Israelkritiker“, was zur Hölle verlangt ihr von Israel eigentlich? “

    Meine Position ist nicht, dass Israel diesen Angriff auf seine Souveränität unbeantwortet lassen soll, auch die Israelische Bodenoffensive kann ich verstehen, aber die Verhältnismäßigkeit der israelischen Militäraktionen wage ich zu bezweifeln. In einem „Krieg“, in dem 80 Prozent der Opfer auf der feindlichen Seite Zivilisten sind, kämpft ein demokratischer Staat nicht gegen seine eigentlichen Feinde, sondern er begibt sich erschreckend Nahe an den Abgrund des Kriegsverbrechens. Der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagt hierzu:

    “It’s genocide — the killing of entire families is genocide by Israel against our Palestinian people,”

    http://www.timesofisrael.com/israel-pounds-gaza-targets-after-rocket-barrage-hits-as-far-north-as-hadera/

    Ich hoffe meine Ausführungen konnten Sie zumindest dazu bringen, sich weiter und vor allem aus weiteren Quellen zu informieren und ihren Blick für die Israelischen Fehler in diesem Konflikt zu öffnen.
    Letztendlich gilt für diesen Krieg also doch: Keine der beiden Parteien ist unschuldig!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Franz-Georg Wieland

    • Robert König says:

      Besser hätte man einen Kommentar nicht schreiben können.

      Hätte Herr Huss vermutlich auch nur die Hälfte der Zeit, welche Sie für Ihren Kommentar aufgebracht haben, für seine Recherche verwendet wäre sicher nicht so ein einseitiger und naiver Artikel entstanden.

      • Christian W. E. Mosch says:

        Die Fakten sind:
        Die Hamas versteckt ihre Waffen in der Zivilbevölkerung, sie feuert ihre Raketen aus bewohnten Gebieten ab, gerade auch von Krankenhausgrundstücken, Schulen und Moscheen, von Kinderspielplätzen usw.. In unterirdischen Tunneln lagern die Raketen.

        Die Hamas missbraucht und teilweise zwingt die Zivilbevölkerung, nicht den israelischen Warnungen zu folgen. Israel dagegen warnt vor seinen Angriffen die Bevölkerung von Gaza, Israel baut ein Feldlarzareth für seine Feinde auf, Israel behandelt Verwundete Feinde in den Krankenhäusern von Israel. Israel versucht alles um die Zivilbevölkerung ind Gaza zu schonen, doch soviel Recherche, um dies alles herauszufinden, ist scheinbar dann doch wieder zuviel verlangt, oder gibt es noch Hoffnung?

        • Marko Schutzmann says:

          Wärst du denn so nett uns die Herkunft dieser „Fakten“ offenzulegen?
          Das Israel diese Vorwürfe macht, ist hinlänglich bekannt und wird von derem Publikationsapparat auch in vielerlei Formen verbreitet, aber soweit ich informiert bin sind diese Angaben bei weitem nicht so unumstritten wie du Sie hier darstellst. Auch die Warnungen an die Zivilbevölkerung sind bei weitem nicht so unumstritten wie du Sie hier darstellst. Betrachtet man die Größe Gazas und seine Einwohnerzahl ist eher fragwürdig wie zielführend solche Massenwarnungen sind.
          Meine Hoffnung ist, dass du uns alle mit deinen unfehlbaren Beweisen zur Einsicht bringst, also wie du siehst, gibt es noch Hoffnung.

        • Clemens Zipse says:

          Das habe ich nicht gewusst, dass Israel die Verwundeten und Verletzten
          aus dem Konflikt im Gazastreifen in Israel behandelt. Dann braucht man doch in Gaza gar keine Krankenhäuser. Das ist sehr human, das hätte ich jetzt Israel nicht zugetraut. Dürfen die Patienten nach der Helung dann auch in Israel bleiiben oder müssen sie zurück nach Gaza ?

    • Markus Engelhardt says:

      Ich kann mich nur dem Kommentar von Herrn Wieland anschließen.
      Erschreckend finde ich, dass die Jusos einen derart mies recherchierten Kommentar, denn ein Artikel ist es für mich nicht, da es nur persönliche Meinung widerspiegelt, einfach mal so ins Netz stellen.

      An dem Kommentar von Herrn Wieland kann man erkennen, was „Recherche“ bedeutet, vielleicht würdet Ihr, liebe Jusos, mal gut daran tun, das auch mal zu betreiben.

      Wenn ich mir diese Publikation anschaue, bin ich wieder mal froh, dass ich dieser Partei den Rücken zugewendet habe, ich würde mich schämen, wäre ich noch Genosse in der SPD.

      Ein vergleichbares Niveau mit ähnlich fehlendem Tiefagng erwartet man sonst von der BILD oder der NPD, aber nicht von „Jung-Sozialisten in der SPD“, oder seit ihr inzwischen nur noch
      „junge Sozialdemokraten“?

      Mit sozialistischem Gruß,
      auch wenn Ihr vermutlich nicht merh wisst, was das heißen soll,

      Markus Engelhardt

      • Tom Spalek says:

        möchte mich dagegen verwehren, daß unter einem so dümmlichen und unreflektiert emotionalen Kommentar, wie dem von Markus Engelhardt „mit sozialistischen Grüßen“ steht. Kindergarten-Sozialismus!

        • friedjoch schoena says:

          „Kindergarten-Sozialismus!“

          Sorry der Einmischung, aber die Naivitätskeule schwingen doch sonst v.a. neoliberale Kapitalverehrer.

    • M Haller says:

      Respekt. Ob dieser Kommentar bis in letzte Einzelheiten korrekt ist, bin ich nicht in der Lage zu überprüfen. Aber Herr Wieland schreibt, wie mir scheint ausgewogen und nicht einseitig.

    • Bernd Zündorf says:

      Sehr geehrter Herr Wieland,
      ich muss Ihnen zugute halten, dass Sie Ihre Aussagen mit zahlreichen Quellen belegt haben. Somit denke ich, dass Sie versucht haben, die Lage sachlich einzuschätzen.
      Leider betrachte ich die Auswahl Ihrer Quellen als etwas unglücklich. Bspw. spricht der Bericht des Internationalen Gerichtshofs schon in der Einleitung wertend von der „Besatzungsmacht (occupying power)“ bzw. von „besetzten palästinensischen Gebieten“.
      Diese Gebiete sind in den verschiedenen Kriegen von Israel erobert worden, das ist Fakt. Aber auch ehemals deutsche Gebiete wie bspw. Schlesien gehören jetzt zu anderen Staaten. Warum wirft man den Israelis, die in Verteidigungskriegen das Land erobert haben, vor, „Besatzer“ zu sein, während die ehemals deutschen Gebiete schon längst nicht mehr als „besetzte Gebiete“ (auch von den Deutschen nicht) gewertet werden? Hier wird m. E. mit zweierlei Maß gemessen.
      Zudem wird – von einem kurzen Abschnitt in dem erwähnten Text abgesehen – der Eindruck erweckt, dass allein Israel die Schuld am Bau der Mauer bzw. des Zauns trägt. Die Tatsache, dass vor dem Bau der Grenzbefestigung zahlreiche Selbstmordterroristen die damals offene Grenze genutzt haben, um Terroranschläge in Israel zu verüben, wird mit keinem Wort erwähnt, obwohl im Bericht ausdrücklich steht, dass jedes Volk das Recht hat, in Frieden und Sicherheit zu leben. Gilt dieses Recht nicht für Israel?
      Und weshalb zweifeln Sie die israelische Darstellung, die Hamas benutze ihre eigene Bevölkerung als „menschliche Schutzschilde“, an? Die von der Hamas genannten Opferzahlen scheinen Sie dagegen ungeprüft zu übernehmen, obwohl sich bspw. 2009 herausgestellt hat, dass die damals genannten Opferzahlen von 500 Zivilisten weit übertrieben waren – tatsächlich wurden nur 45 Zivilisten getötet.
      Hier noch einige Quellen, aus denen ich meine Informationen beziehe:
      http://www.israelheute.com
      http://www.icej.org
      http://www.jpost.com

      • Franz-Georg Wieland says:

        Sehr geehrter Herr Zündorf,

        vielen Dank für die Antwort zu meinem Kommentar. Grundsätzlich möchte ich klarstellen, dass ich überhaupt nicht den Anspruch hatte, eine vollkommene Einschätzung der Lage in einem eigenen Artikel zu geben. Vielmehr richtete sich mein Kommentar direkt an Herrn Huss und dessen Artikel und versuchte aufzuzeigen, dass dieser entweder bewusst einseitig und voreingenommen oder aber, wie ich glaube, nicht gut recherchiert.

        Nun zu ihrem Kommentar bezüglich des Textes des Internationalen Gerichtshofes.
        Weshalb dieser von einer Besatzungsmacht Israel im Westjordanland und in Gaza spricht, wird zur genüge im Text behandelt, grundsätzlich ist diese Betrachtungsweise auch weltweit uniform. Israel bildet hierzu meines Wissens nach die einzige Ausnahme. Laut Israelischer Darstellung sind die Gebiete im Westjordanland „disputed“ und nicht besetzt.
        Hier die Israelische Darstellung:

        http://www.jcpa.org/jl/vp470.htm
        http://www.mfa.gov.il/mfa/foreignpolicy/peaceguide/pages/israeli%20settlements%20and%20international%20law.aspx

        Ihr Vergleich mit den deutschen Gebieten, die nach dem 2.Weltkrieg an Polen gingen ist jedoch vollkommen abwegig, allein schon weil Israel Territorien, die in einem Krieg erobert wurden, nicht einfach annektieren will. Vielmehr haben die israelischen Ansprüche häufig historischen Charakter, vergleichen Sie hierfür die oben genannten Quellen.
        Interessant ist hierbei zumindest auch ein Urteil des Israel High Court of Justice:

        http://elyon1.court.gov.il/files_eng/04/570/079/a14/04079570.a14.pdf

        Im Dokument wird (auch) die Israelische Rechtsgrundlage für den Bau der Mauer zum Schutz der Siedler dargelegt.
        Auf Seite Acht steht bezüglich des Status der Westbank:
        „ 1. Belligerent Occupation
        14. The Judea and Samaria areas are held by the State of Israel in belligerent occupation. The long arm of the state in the area is the military commander. He is not the sovereign in the territory held in belligerent occupation (see The Beit Sourik Case, at p. 832). His power is granted him by public international law regarding belligerent occupation. The legal meaning of this view is twofold: first, Israeli law does not apply in these areas. They have not been „annexed“ to Israel. Second, the
        legal regime which applies in these areas is determined by public international law
        regarding belligerent occupation (see HCJ 1661/05 The Gaza Coast Regional Council
        v. The Knesset et al. (yet unpublished, paragraph 3 of the opinion of the Court; hereinafter – The Gaza Coast Regional Council Case). In the center of this public international law stand the Regulations Concerning the Laws and Customs of War on Land, The Hague, 18 October 1907 (hereinafter – The Hague Regulations). These regulations are a reflection of customary international law. The law of belligerent occupation is also laid out in IV Geneva Convention Relative to the Protection of Civilian Persons in Time of War 1949 (hereinafter – the Fourth Geneva Convention).
        The State of Israel has declared that it practices the humanitarian parts of this convention. In light of that declaration on the part of the government of Israel, we see no need to reexamine the government’s position. We are aware that the Advisory Opinion of the International Court of Justice determined that The Fourth Geneva Convention applies in the Judea and Samaria area, and that its application is not conditional upon the willingness of the State of Israel to uphold its provisions. As
        mentioned, seeing as the government of Israel accepts that the humanitarian aspects of The Fourth Geneva Convention apply in the area, we are not of the opinion that we must take a stand on that issue in the petition before us. „

        Ihre Kritik an der Darstellung der Schuldfrage des Mauerbaus im Westjordanland im Text des Internationalen Gerichtshofes kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Aufgabe des Gerichtshofes ist nicht, die, wie Sie es nennen, „Schuld“ an dem Bau zuzuweisen, sondern dessen Konformität mit Internationalem Recht zu überprüfen. Die Schuldfrage besteht ganz unabhängig von dieser Einschätzung und wird in dem Text gar nicht behandelt.
        Ob nun der israelische Staat oder die palästinensischen Angriffe auf Israel „schuld“ für die Errichtung haben sei einmal dahingestellt. Aus Israelischer Sicht stellt die Mauer eine Verteidigungsanlage gegen Angriffe auf den Israelischen Staat und seine Bürger dar, aus palästinensischer Sicht bedeutet sie eine massive Einschränkung ihrer Menschenrechte und einen Eingriff in die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes.

        Nicht ganz klar wurde mir, inwiefern ich den Eindruck erweckt habe, anzuzweifeln, dass die Hamas Zivilgebäude, Krankenhäuser und Schulen für ihre Zwecke bzw. als Schutzschild verwendet. Dies wurde nun schon zum zweiten Mal bestätigt.
        http://www.unrwa.org/newsroom/press-releases/unrwa-condemns-placement-rockets-second-time-one-its-schools

        Nichtsdestotrotz ist jedoch höchst fragwürdig, ob der Israelische Einsatz verhältnismäßig ist, hierbei verweise ich nochmals auf die zivilen Opferzahlen, die übrigens von der OCHA kommen.
        http://www.ochaopt.org/documents/Gaza_A0_2014_23July.pdf

        Mit freundlichen Grüßen,
        Franz-Georg Wieland

        • Uwe Claus says:

          Und vielleicht noch eine weiterer Gedanke: Was soll denn das Ergebnis dieser kriegerischen Aktion von Israel sein? Es werden neue Tunnel gegraben werden, neue Selbstmordattentäter und Hamaskrieger heranwachsen und neue Raketen wird die Hamas bekommen, so viele sie will. Was ist als das Resultat, wenn man den Gedanken einer gewaltsamen Lösung zu Ende denkt? Die kann dann doch nur im Auslöschen einer der beiden Konfliktparteien liegen.

          • Simon says:

            Ihnen wäre es also lieber, Israel würde nichts dagegen unternehmen, es würden haufenweiße Selbstmordattentäter in Israel Juden und andere Menschen töten und Israel schaut einfach nur zu.

      • Simon says:

        Vielen Dank Herr Bernd Zündorf. So hatte ich das ganze noch nie betrachtet. (Bezogen auf die „besetzten Gebiete“). Wundervoll geschrieben!

        Hier bestätigen Journalisten die Sache mit den Schutzschilden:
        http://www.botschaftisrael.de/2014/07/25/tweets-von-journalisten-aus-dem-gazastreifen-hamas-nutzt-menschliche-schutzschilde/

        Haben sie eine Quelle zu den 45 Zivilisten? Würde mich brennend interessieren, habe leider auf die schnelle nichts gefunden.

      • Clemens Zipse says:

        Lieber Bernd,
        ich stimme Ihnen zu. Ich denke Israel sollte die eroberten Gebiete behalten. Es könnte sein dass das Israel nicht tut weil das vielleicht nicht mit dem Völkerrecht konform ist. Aber Israel könnte sich leicht drüber hinwegsetzen denn Israel ist die dominierende Macht in der Region. Der Unterschied zu den ehemaligen deutschen Gebieten ist, dass die deutsche Bevölkerung dort fast vollkommen vertrieben wurde. Ich kenn die Zahen nicht – aber ich hab noch nie von einer deutschen Minderheit in Ostpreussen gehört oder in Schlesien – nur von Flüchtlingen die von von dort kamen. Früher oder später wird das Westjordanland auch zu Israel gehören
        denn Israel schafft die heute die Fakten dafür. Das Problem wird der Gaza Streifen sein. Ich bin dafür, dass dort wieder Israelische Siedlungen gebaut werden und sich die Bevölkerung durchmischt. Dann wird es vielleicht einmal in hundert Jahren ein Israel geben in dem Juden und Araber in Frieden gemeinsam leben, denn sie sind sich doch sowieso in vielem ähnlich und könnten auch voneinander lernen. Sogar im shiitischen Teheran leben Juden ohne Probleme mit Muslimen. Dort leben 25000 Juden und werden respektiert. Selbst in Kairo war das bis zur Revolution so. Israel muss Fakten schaffen. Eine zwei Staaten Lösung kann es seit der Besiedlung der Westbanks nicht geben – dieser Zug Ist abgefahren. Nur ein Israel in dem Jueden und Araber gemeisam leben. Utopie ? Nein – es wird so kommen früher oder später denn alle wollen in Frieden leben aber die Hamas und die Israels Rechte wollen das nicht.

    • Uwe Claus says:

      Danke Herr Wieland! Sie haben sich die Mühe um ein objektives Bild gemacht. Das ist leider in diesem Konflikt eher selten. Vor allem stört mich der leichtfertige Umgang mit den Tatsachen, weil es sich um echte Menschen handelt die in Gaza jeden Tag sterben. Mich macht es fassungslos hier über das Recht auf Selbstverteidigung von Israel zu lesen. Wer hat das recht auf Menschen Bomben zu werfen, die noch nicht einmal fliehen können?

      • Simon says:

        Cleverer Kommentar.
        Wohin hätten die Israelis den fliehen können, als 1948 die Armeen Transjordaniens, des Irak, des Libanon, Ägyptens und Syriens Krieg gegen Israel starteten?

        • Martin says:

          Womit nur unterstrichen wird, dass den Menschen in Gaza keine wirkliche Alternative gelassen wird.
          Simon, wie kannst du den das Unrecht an Israelis anklagen und das an Palästinensern nicht?

          • Wilczynski says:

            Die Araber im Gaza-Streifen haben sich ihre Hamas-Terroristen selbst gewählt. Sie löffeln jetzt – so brutal es klingt – die Suppe aus, die sie sich selbst eingebrockt haben, ähnlich wie die Deutschen im zweiten Weltkrieg, die sich ihre Nazi-Terroristen selbst gewählt hatten und anschließend als ganzes Volk die Suppe auszulöffeln hatten.
            Warum verlassen die Araber im Gaza-Streifen und in Judäa und Samaria nicht die sogenannten „Flüchtlingslager“ und gehen in die arabischen Bruderstaaten, z. B. nach Jordanien? Warum nimmt Jordanien nicht die arabischen „Flüchtlinge“ auf? Warum werden die sogenannten „Palästinenser“ instrumentalisiert von den Arabern und verschiedenen Interessengruppen im Westen?
            Wohl nur zu dem einen Zweck: Israel soll mit allen Mitteln deligitimiert werden. Das Ziel ist die letztendliche Vernichtung des Staates Israel und aller Juden! Das steht nicht nur in der Charta der Hamas, das steht schon in der Terroranleitung des Islam, dem Koran. Wer lesen kann, der lese…

            Ich stehe fest zu Israel gegen alle Angriffe von welcher Seite auch immer!

            Shalom Israel!

    • Nino says:

      Hallo Herr Wieland,

      vielen Dank für diese sehr ausführliche und unparteiische Auswertung der aktuellen Lage. Ich finde dieses Kommentar um Längen besser als den Artikel von dem Herrn Huss. Der Artikel ist sehr einseitig geschrieben und enorm schlecht recherchiert. Im Prinzip sagt ja Herr Huss nichts anderes als das Israel alles richtig macht: Es ist ein Geben und Nehmen. Israel nimmt Land von den Palestinensern und gibt ihnen dafür reichlich Bomben und gut zu durchlüftende Häuser. Ist doch ein fairer Deal! Immerhin muss man ja auch verstehen, dass man sich nur verteidigt. Die Israelische „Verteidigung“ hat gerade einmal ein paar tausend Zivilisten getötet. Viele davon auch Kinder; gut das passiert eben, warum wurden sie auch als Palestinenser geboren? Die Verluste auf israelischer Seite sind eben so enorm. Die Hamas hat mit ihren MINÜTLICHEN Bombardemonds bereits eine Gartensauna und zahlreiche Grünflächen zerstört.. einfach tragisch.“

      Ich denke Herr Huss und viele andere sollten mal den Plan verwerfern, diesen verhassten Antisemitismus auszulöschen. Das ist doch alles Schwachsinn. Juden sind auch blos Menschen und leiden unter diesen Umständen, die durch ihre Führung geschaffen wird, ebenso. Man muss sich einfach eingestehen, dass die Juden ein genauso kriegerisches Volk sind und Kriegsverbrechen begehen, wie jedes andere Volk auf dieser Welt ebenso. Es muss sich da keiner mit einer weißen Weste rühmen.

  74. Jan Schmutzler says:

    absolut selbstherrlicher und arrogant geschriebener Artikel. Seit Jahrzehnten wird Palästina von Israel systematisch immer lebensunwerter gemacht. Das fängt bei wirtschaftlichen Embargos und rechtlicher Diskriminierung an und geht weiter bei Siedlungsbau und überzogenen Militäroffensiven. Als Israel nach seiner Staatsgründung fast überrannt wurde, war jedes Mittel zur Selbstverteidigung legitim und notwendig, mittlerweile haben sich die Kräfteverhältnisse aber dramatisch geändert und gleichzeitig begeht Israel nach wie vor Völkerrechtsbruch. Von der Hamas brauchen wir nicht zu reden, das sind natürlich Terroristen, aber wie verzweifelt muss ein Volk sein, dass es Terroristen wählt? Obwohl für die Hamas mittlerweile auch ein Existenzrecht Israels nicht mehr Tabu ist, ist es weiterhin Politik Israels jegliche Friedensverhandlungen sofort zu torpedieren, stattdessen werden bspw. per Siedlungsbau Tatsachen geschaffen, die es der PLO unmöglich machen einen Friedensvertrag zu schliessen ohne ihr Gesicht zu verlieren. Ich möchte hier keineswegs pauschalisieren aber Israel ist sehr getrieben von einer kleinen aber einflussreichen Gruppe, die dem Staat Palästina genauso das Existenzrecht abspricht, wie es die Hamas mit Israel tut. So lange Israel sich nicht von diesen Hardlinern emanzipiert wird es auch für die Palästinenser unmöglich sein ihren bewaffneten Widerstand aufzugeben.

    • Cedric Oswald says:

      Absolut unsinniger Kommentar. Wie verzweifelt ein Volk sein muss um Terroristen zu wählen? Ganz einfach. Sie erhoffen sich Rache, die Vernichtung von Israel. Der Islam ist eine Religion, die auf Gewalt und Rache basiert. Palästina will Israel vernichten. Daraus machen die Palästinenser ja auch kein Geheimnis. Und jetzt sag mir: Würdest du versuchen, dich mit jemandem an einen Tisch zu setzen, in dessen Grundgesetz deine Vernichtung steht, dessen tiefstes Begehren der Tod deiner Familie ist?

      • Jan Schmutzler says:

        Der Islam ist eine Religion die auf Gewalt und Rache basiert? Das darf man natürlich sagen, aber wehe jemand nimmt auch nur das Wort Judentum im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt in den Mund. Was erwartest du eigentlich von den Palästinensern? Dass sie nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Marginalisierung zum Kaffeekranz kommen? Israel hat in dieser Situation deutlich mehr Handlungsspielraum als die PLO die mit dem Rücken zur Wand stehen. Außerdem: Längst nicht alle Palästinenser wollen Israel ausrotten, die meisten wollen auch nur Frieden und ihre Rechte. Die werden aber von Israel mit Füssen getreten. Der Siedlungsbau ist doch nichts anderes als ein großer Stinkefinger gegenüber den Palästinensern. Gleichzeitig schaut die westliche Welt zu und legitimiert so Israels Handeln. Was Anderes als bewaffneter Widerstand gegen eine widerrechtliche, gleichzeitig aber international tolerierte, Besatzung fällt mir auch nicht ein.

        • Cedric Oswald says:

          Fakten sind vor allem dazu da um geleugnet zu werden, oder?
          Klar, die Palästinenser werden unterdrückt, aber weniger von Israel als vielmehr von der Hamas. Israel hat den Gaza-Streifen 2005 bis auf den letzten Quadratmeter geräumt. Dennoch behauptet die Hamas, Gaza werde weiter „besetzt“ gehalten, weil Israel die Außengrenzen kontrolliert. Was aber würde passieren, wenn Israel die Kontrolle der Außengrenzen aufgeben würde? Würde die Hamas statt der Selbstmordattentäter Blumengebinde und Geschenkkörbe nach Israel schicken? Wahrscheinlich würden sie sogar noch verlangen von der israelischen Polizei zum Anschlagsort eskortiert zu werden, damit sich die Attentäter auch ja nicht verlaufen. Tatsächlich hat die Hamas die Wahlen von 2006 gewonnen und sich nach Querelen mit der PLO bzw. der Fatah ein Jahr später in Gaza an die Macht geputscht.Seitdem halten sie daran fest, ohne sich noch einmal dem Risiko freier Wahlen auszusetzen. Warum sollte sie auch? Palästinenser wollen Frieden, Israel tritt sie mit Füßen, alles großer Humbug, ich weiß nicht wie man überhaupt zu solchen Behauptungen kommen kann, absolut im Widerspruch zu allen Fakten.

          • g4b says:

            indem man eventuell das land und die „fakten“ kennt.

            es geht nicht darum, dass palästinenser die armen kleinen schwachen sind und die israelis die bösen.

            es geht darum, dass diese terroristen ihre kraft aus menschen schöpfen, die am ende sind, weil genauso fanatische politiker auf der anderen seite, alles tun, um das mitleid der welt bei israel zu halten, wo aber tagtäglich dafür gesorgt wird dass man es der palästinensischen bevölkerung schwer macht.

            einfach mal dorthin reisen und das ganze mal ansehen.

            israel sollte sich einfach gegen ihre eigene politische infrastruktur auflehnen, denn das volk, israelis und palästinenser, wollen schon lange frieden.

        • Anna Reifenstein-Herbig says:

          Ich würde von den Palästinensern erwarten, dass sie sich nach so langer Zeit allmählich mal mit der Realität nach zig verlorenen Kriegen abfinden und sich eine friedvolle, solide Existenz aufbauen. Das haben die deutschen Vertriebenen unter wesentlich schlimmeren Umständen ebenfalls hinbekommen.

        • Feldmann says:

          Längst nicht alle Palästinenser wollen Israel ausrotten, die meisten wollen auch nur Frieden und ihre Rechte. – See more at: http://linksterblog.de/internationales/nein-es-sind-nicht-beide-schuld/#sthash.N73KJPFt.dpufN

          Ja. Nicht alle Deutsche wollten die Juden ausrotten, aber nur die Nazis, die an Macht waren. Ist die Hamas besser? Die erschießen jeden in der Frage – Israel, der der anderen Meinung ist.

    • Jens Seipolt says:

      Danke für Jan Schmutzlers Kommentar, in dem sich Schmutzler um ein „Gleichgewicht“ bemüht, dass ich in obigem Artikel vermisse.
      Natürlich ist der Hamas-Terror das größte Problem. Aber den Siedlungsbau Israels lediglich als „Hindernis“ darzustellen (und dies in diesem langen Artikel nur einmal kurz zu erwähnen) führt zu einer Einseitigkeit der Darstellung. Letzteres strebt der Verfasser allerdings wohl auch an (siehe Überschrift).
      Ich bin selber vor Ort Augenzeuge einiger Provokationen gegen Palästinenser geworden, muss aber wohl auch vorsichtig zu sein, dies zu verallgemeinern. Dennoch: Die Radikalisierung von Palästinensern kann ich nicht ausschließlich der Hamas in die Schuhe schieben. Das ist meine gegenwärtige Sicht auf die Lage der Dinge (übrigens auch die einiger Bekannter von mir, die gebürtige Israelis sind).

      • Dorothee Krüger says:

        Danke, Jens Seipolt, wiederum für diesen Kommentar.

        Auch ich kenne traurigerweise Fälle von Provokationen und Demütigungen gegenüber palästinensischen Zivilisten an den schon mehrfach angesprochenen, von Israel kontrollierten Grenzen um Gaza. Es gibt junge Menschen, die Studienplatz und Stipendium in Europa oder den USA hatten aber Gaza nicht verlassen durften. Auf diese Weise wird Perspektivlosigkeit geschaffen und die muss natürlich nicht aber kann den Weg für eine Radikalisierung ebnen.

        Was ich persönlich nicht fassen kann, ist, dass es nicht möglich zu sein scheint, über die Frage hinweg zu kommen wer Schuld trägt an dieser Situation, die zweifelsohne für beide Seiten unerträglich ist, weil sie dort wo Iron Dome das Leben schützt dennoch das Leben lähmt, und andernorts Leben gefährdet und in vielen Fällen auch schon vernichtet hat. Ich fürchte, dass wir auf diese Weise einer Lösung nicht näher kommen werden. Nein, das Einzige was helfen kann ist, die ausgetretenen Denkpfade zu verlassen und eine vielleicht völlig unkonventionelle Lösung zu ersinnen (nachdem alle konventionellen gescheitert sind), die Frieden und Würde für alle Menschen in Israel garantiert. Denn das ist es, was die Menschen dort wollen.

        • Simon says:

          mWarum verlassen diese Menschen dann nicht Palästina über die Grenze nach Ägypten? Ach ja, Ägypten macht ja auch dicht. Warum wird das nicht kritisiert?

      • Daniela says:

        Vielen Dank für den objektiven Artikel Herr Huss,

    • Andreas B. says:

      wie verzweifelt waren Deutsche mal vor rd. 80 Jahren, die NSDAP zu wählen? Ist diese Verzweiflung dran Schuld gewesen, sie zu wählen? Oder welchen Druck gab es noch? Es gab viele Facetten, lässt sich nachlesen, auch viel Aberglaube, der ja bei Extremisten, wozu Terroristen gehören auch bedeutsam sein kann, nur, warum wird die Realität so verdreht, dass Israel die Palästinenser unterdrückt, und das schon solange? Die Palästinenser erhalten soviel Unterstützungen, wirtschaftlich u.s.w., von der EU, USA, und auch von Israel, aber es wird zu 85- 90 % in andere Kanäle als ins Gemeinwohl der Palästinenser investiert, da die Hamas mit Druck emotional, psychisch etc. soviel abzweigt.., dazu kommt die Waffenförderung islamistischer Staatsgebilde. Israel kann nur ein Interesse an einem funktionierenden intakten selbstbewussten Gaza etc. haben, wo keine Hinterhalte oder sonstiges Gebombe mehr auf sie herausgeschossen werden. Ist daran etwas unverständlich?

  75. Erstaunlich von einem Linken eine solche Meinung zu lesen. Ich würde zwar sagen, dass beiden Seiten ihren Teil beitragen, aber in den wesentlichen Punkten haben Sie vollkommen recht. Vielen Dank für diese Zeilen.
    MfG

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