Jusos

Veröffentlicht am Mai 17th, 2016 | von Jana Deworetzki

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Kandidatur für den Bezirksvorstand

Liebe Genoss*innen, liebe Jusos Hessen-Süd,

den meisten von euch werde ich wahrscheinlich noch nicht bekannt sein, aber ich hoffe, dass sich das in der nächsten Zeit noch ändern wird, da ich mich gerne für euch im Bezirksvorstand engagieren wurde. Bei den Jusos bin ich mittlerweile seit circa 3 Jahren und habe erste Erfahrungen im Vorstand der Juso AG Dill und dem Vorstand des Unterbezirks Lahn-Dill, bei dem ich mittlerweile zum dritten Jahr in Folge mitarbeiten darf, sammeln können.

Mein Name ist Jana Marie Deworetzki, ich bin 21 Jahre alt, und ich komme ursprünglich aus dem wunderschönen Lahn-Dill-Kreis – Erdbach um genauer zu sein (Genau, das mit den Höhlen!) – und studiere mittlerweile im vierten Semester Medienwissenschaft in Marburg.

Um bei der Wahrheit zu bleiben habe ich im Gegensatz zu vielen anderen Jusos noch keine zehn Jahre politische Arbeit vorzuweisen, was ich aber für mich nutzen möchte. Zu Schulzeiten habe ich mich mehrere Jahre in der Schüler*innenvertretung engagiert, um nun meinen politischen Werdegang bei den Jusos fortzusetzten. Politisch interessiert bin ich also schon lange und habe deshalb die Hoffnung kreative, junge Ideen in den Bezirksvorstand mit einbringen zu können. Um euch einen besseren Ausblick in auf diese möglichen Ideen zu geben möchte ich euch kurz meine Interessengebiete vorstellen:

Medien und Politik

Als überzeugte Irgendwas-mit-Medien-Studierende ist das Feld der Medien und Politik für mich unumgänglich. Auf den ersten Blick ist das ganze natürlich nicht direkt ein Juso Thema, aber wenn man genauer hinschaut, lassen sich hier fast alle wesentlichen Aspekte festmachen, die auch in der generellen Juso-Arbeit und -Thematik zu finden sind. Aus diesem Grund werdet ihr auch zu jedem Thema einen kleinen medialen Bezug finden; immerhin hat Niklas Luhmann schon festgestellt „Alles, was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“.

Rassismus und Rechtsextremismus

Als Juso, aber auch als bekennende Befürwortung von Gerechtigkeit gegenüber jedem Menschen, ist es für mich aus Überzeugung heraus Pflicht mich aktiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus einzusetzen.

Neben den Strategien zur Bekämpfung und Prävention von Rechtsextremismus und Rassismus im Allgemeinen scheinen ausgeklügelte Strategien im Netz noch zu fehlen. In Anbetracht der steigenden Likes und Reichweite rechtspopulistischer Seiten und Blogs, hier sei als prominentes Beispiel die Seite Anonymous.Kollektiv auf Facebook mit fast 2 Millionen Likes genannt, ist es zwingend notwendig diese Strategien auszuweiten. Rechtspopulisten, -extreme und Rassisten haben nicht nur Einzug in die sozialen Medien gefunden und nutzen diese strategisch zur Akquirierung neuer Mitglieder und Gleichgesinnter, sondern weiten diese Strategien mittlerweile auch auf Communitys in Videospielen und Netzkultur aus.

Ich möchte mich deshalb dafür einsetzen auf diese Problematik hinzuweisen und gemeinsam Strategien zu erarbeiten gegen diese Entwicklungen (präventiv) vorzugehen, ohne dabei den Kampf gegen Rechtsextremismus auf der Straße außenvorzulassen.

 

Feminismus

In einem Zeitalter in dem ein Großteil der Gesellschaft davon ausgeht, dass die Emanzipation abgeschlossen sei und Frauen* nun genug Rechte hätten, gleichzeitig Frauen* aber immer noch im Durchschnitt mindestens 20 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, läuft meines Erachtens noch einiges falsch.

Ziel der Gesellschaft und Politik sollte es daher sein sich für eine tatsächliche Gleichberechtigung und Selbstbestimmung jedes Menschen einzusetzen. Patriarchalische Strukturen müssen in ihrer Gesamtheit, aber auch im Einzelnen hinterfragt, kritisiert und aufgehoben werden. Mir ist dabei vor allem wichtig, dass jeder Mensch innerhalb der Gesellschaft sich frei entfalten kann ohne dabei an ein bestimmtes Rollenbild gebunden zu sein.

Mit Blick auf die Medienbranche ergibt sich ein ähnliches Bild gegenüber Frauen wie auf dem Arbeitsmarkt insgesamt: Weniger als 15% der Regieaufträge in Deutschland gehen an Frauen, in den Spitzenpositionen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten dominieren Männer und Journalistinnen, die auf Sexismus in der Videospielkultur hinweisen, erhalten täglich Morddrohungen.

Ich sehe mich deshalb selbst dazu verpflichtet konstant auf diese Problematik hinzuweisen und deutlich zu machen, dass Gerechtigkeit unabhängig von Geschlecht herrschen muss.

Netz-Aktivismus und Datenschutz

Spätestens im Zuge der Veröffentlichung der Panama Papers ist wieder einmal die Wichtigkeit von Whistleblowern und Leaks deutlich geworden. Wenn Machthaber ihre Position ausnutzen, um selbst zu profitieren und Ungerechtigkeiten zu vertuschen und damit der Gesamtgesellschaft schaden, darf die Veröffentlichung von Informationen darüber nicht unter Strafe stehen. Großkonzerne sammeln unsere Daten und geben sie oftmals ohne unser Wissen an Dritte weiter. In einer hoch digitalen Zeit sollte jeder Nutzer, die Möglichkeit haben, frei und selbstständig zu entscheiden, welche seiner Daten im Internet erscheinen dürfen. Dabei muss die Privatsphäre jedes Einzelnen und nicht die Interessen einzelner Firmen im Vordergrund stehen. Hier ist es nicht nur entscheidend Nutzer auf ihre Rechte hinzuweisen, sondern auch diese zu stärken und einzufordern

 

Zwar sind die Themen mit denen ich mich hauptsächlich beschäftige doch recht groß, nicht nur in ihrer Umsetzung auch in ihren Erscheinungsformen, aber auch jedes große Übel kann man im Kleinen anfangen zu verbessern. Ich denke, dass es gerade Aufgabe von uns Jusos ist, die Dinge im Kleinen anzufangen und tatsächlich zu leben, um zu zeigen, dass es möglich ist etwas gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus und generelle Ungerechtigkeiten an Ort und Stelle zu erreichen. Meine Hoffnung ist dabei nicht nur in den eigene Reihen sondern vor allem der Gesellschaft zu zeigen, dass es möglich ist Gerechtigkeit zu fordern und zu leben und so die Welt Tag für Tag zumindest ein klein wenig schöner zu machen. Ich hoffe auf eine Gesellschaft in der nicht das Geschlecht oder die Herkunft, sondern der Mensch im Vordergrund steht, in der die Menschen und nicht Wirtschaft unsere Politik beeinflussen – kurzum in einer gerechten und sozialen Gesellschaft.

 

Mit sozialistischen Grüßen

Jana Marie Deworetzki

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