Verbandsleben

Veröffentlicht am April 20th, 2015 | von Filippos Kourtoglou

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Raus aus dem Parteihaus, rein in die politische Aktion – Kandidatur für den stlv. Vorsitz der Jusos Hessen-Süd

Liebe Jungsozialistinnen und Jungsozialisten,

nach der Nominierung meiner Person für den stellvertretenden Vorsitzenden der Jusos
Hessen-Süd durch die Jusos-Unterbezirke Frankfurt und Kreis Offenbach, erkläre ich hiermit meine Kandidatur für die Bezirkskonferenz 2015 in Frankfurt. Meine Motivation und Anliegen an progressiver Juso-Politik sind nach wie vor vorhanden und will aktiv meinen Beitrag dazu leisten, dass die Jusos Hessen-Süd weiterhin ein kritisch-solidarischer Jugendverband bleiben.

ZU MEINER PERSON

 

Ich bin 28 Jahre alt, arbeite als Fachinformatiker in Frankfurt und studiere neben dem Job im 6. Semester Business Administration (B.A.). Nebenbei bin ich aktiv im Betriebsrat, engagierter Aktivist gegen extreme Rechte und Leiter von Seminaren für die Gewerkschaftsjugend.

Ich lebe in Dietzenbach (UB Kreis Offenbach), bin dort seit 2011 Stadtverordneter und gehöre dem Bezirksvorstand seit 2011 an, seit 2013 als stellvertretender Vorsitzender. Darüber hinaus bin ich Vorsitzender der AfA im Kreis Offenbach und war Vorsitzender der Jusos Kreis Offenbach. Wie ihr erkennen könnt, meine Themenschwerpunkte liegen daher bei Arbeit, Ausbildung, Bildungsarbeit und der Doppelstrategie.

ARBEIT & AUSBILDUNG

 

Für uns Jusos ist Erwerbsarbeit von zentraler Bedeutung. Wir gehen zur Schule, wir machen eine Ausbildung oder studieren, wir arbeiten und irgendwann wollen wir mit der erarbeiteten Rente unsere restliche Lebenszeit genießen. So simpel sieht der fromme Wunsch vieler junger Menschen aus. Wobei die allermeisten von Ihnen einen Anspruch auf Rente bereits für sich ausschließen. Unsere Gesellschaft ist stets im Wandel und es zählt heute zu oft nur noch Wachstum, Profit und Produktivität – oder woher man kommt und welchen Hintergrund man hat. Von Arbeitskräften wird das unmögliche verlangt: international vernetzt, zeitlich flexibel und dem Unternehmen gegenüber höchst aufopfernd. Viele unterwerfen sich diesen Maximen, denn in der regellos globalisierten Arbeitswelt gibt es keinen Platz für Sicherheit und Planbarkeit im Beruf. Es gilt das Motto „der Schwächste fliegt“. Während meiner Ausbildungszeit, als Auszubildendenvertreter und nun als Arbeitnehmer habe ich viel Ungerechtigkeit in der Arbeitswelt aus der erster Hand mitbekommen. Weiterhin will ich diese Expertise in die Juso-Arbeit einfließen lassen.

Im letzten Jahr habe ich einen Kongress zum Thema „Arbeit und Leben“ organisiert und begleite auf Bundesebene im Projekt „Zukunft der Arbeit“ für die Jusos Hessen-Süd die Themen Arbeitszeit, Erosion der Arbeitsverhältnisse und Arbeitsversicherung. Weiterhin müssen wir uns in Zukunft konkret mit einem neuen Thema auseinander setzen: Wie erreichen wir als Jusos mit dieser Thematik Auszubildende und Duale Studis? Dazu wurden schon von erste Kontakte mit dem DGB aufgebaut und diesen will ich im kommenden Geschäftsjahr in Form eines offenen und beteiligungsorientierten Kongresses zusammenfassen. Darüber hinaus müssen wir jungen Arbeitnehmer*innen einen niedrigschwelligen Einstieg in die Juso-Arbeit ermöglichen. Viele werden wegen mangelnder rhetorischer Exzellenz belächelt und fühlen sich mit dem hochtrabenden Vokabular unserer Mitglieder überfordert. Ich will meinen Beitrag dazu leisten, dass eine Willkommenskultur für junge Arbeitnehmer*innen und Auszubildende etabliert wird.

POLITISCHE BILDUNG & DOPPELSTRATEGIE

Für mich sind politische Bildung und die Doppelstrategie zwei elementare Bestandteile unserer Ausrichtung als Jusos Hessen-Süd. Seit zwei Jahren koordiniere ich das Bildungsprogramm des Verbandes. Seither habe ich mich dafür eingesetzt, dass sich unsere Methodik und Didaktik in der Bildungsarbeit geändert hat und wir das Angebot ausgeweitet haben. Wir wollen damit unsere Mitglieder befähigen, sich kritisch mit der Gesellschaft, aber auch mit uns und unseren Strukturen auseinanderzusetzen. Ohne parteiliche Scheuklappen, stundenlanges „Gremienhocken“ und den immer gleichen, langweiligen Methoden (Frontalunterricht). Wir wollen politische Bildung, die selbst organisiert, emanzipatorisch und frei ist. Wir wollen nicht nur Theorie und abstraktes Wissen vermitteln, sondern das Gelernte auch in praktische Politik umsetzen. Daher werde ich mich dafür einsetzen, das Angebot auszubauen und eine Seminar-Evaluation für das letzte Geschäftsjahr anzufertigen. Dies soll dann als Qualitätssicherung etabliert werden.

Das Thema Doppelstrategie begleitet jede Juso-Konferenz und leider muss immer wieder festgestellt werden, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Trotz guter Ideen und Theorien wird die innerverbandliche Debatte meist durch interne Richtungskämpfe bestimmt, die unsere Wirkungs- und Gestaltungskraft meist in Geiselhaft nehmen. Dadurch fällt es uns schwer Anknüpfungspunkte zu anderen Organisationen zu finden. Wir agieren meist unter unserem Potential. Wir können aber auch mit positiven Gegenbeispielen aus jüngster Vergangenheit trumpfen, die maßgeblich unter starker Beteiligung diverser Unterbezirke zu Stande kamen, wie z.B. die Anti-Pegida-Demos in Frankfurt oder die Aktion zum Auftritt von Udo Ulfkotte bei der AfD in Dietzenbach, wo wir ihn mit einer Aktion des satirischen Ungehorsams begrüßt haben. Hier zeigen wir immer wieder, dass Jusos mehr sind als die Plakatiertruppe und die Kaderschmiede der SPD, sondern eigenständiger, linker Richtungsverband.

Daher will ich konkret im Rahmen meiner Schwerpunktthemen verstärkt die Zusammenarbeit mit dem DGB, der Landesschüler*innenvertretung und anderen Organisationen einen Koordinationskreis „Azubis und Berufsschule“ errichten. In diesem Kreis müssen wir uns langfristig vernetzen, Aktionen planen und regelmäßig austauschen, damit wir ein breites gesellschaftliches Angebot schaffen können, welches unsere inhaltliche Ausrichtung bereichert und uns als Jusos in der Gesellschaft, aber auch in der Partei wieder mehr Mitsprache ermöglicht. Daneben will ich mit dem Verband eine sozialdemokratischen Vorfeldorganisationen zur antifaschistischen Arbeit gründen. Die Antifa-Arbeit im Rhein-Main-Gebiet muss besser koordiniert werden. Die bestehenden Antifa Gruppen hätten bei den Jusos und Juso-nahen Organisationen einen festen Ansprechpartner. Denn die antifaschistische Arbeit auf den Straßen ist für uns in der heutigen Zeit – Angriffe auf Flüchtlingsheime, Stimmung gegen Asylbewerber*innen, Islamophobie und wachsende Zustimmung für rechte Parteien – eine zentrale Aufgabe, die wir stärker priorisieren müssen. Unser Motto muss lauten: Solidarität heißt Widerstand – Kampf dem Rassismus jedem Land!

Falls ihr Fragen zu meiner Person oder meinen Vorstellungen haben solltet, könnt ihr mich gerne kontaktieren oder zu einer Sitzung einladen.

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Über den/die Autor*in

stlv. Jusos Bundesvorsitzender, Gewerkschaftssekretär und Antifaschist.



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