Jusos

Veröffentlicht am November 14th, 2017 | von David Wade

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Kandidatur für das Amt des stellv. Landesvorsitzenden

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

auf der kommenden Landeskonferenz der hessischen Jusos bewerbe ich mich um das Amt des stellvertretenen Landesvorsitzenden. Bevor ich Euch über meine politischen Vorstellungen und Ziele berichte, ein paar Fakten zu meiner Person: Ich heiße David Wade, bin 24 Jahre alt, studiere im 9. Semester Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und komme aus dem Hochtaunuskreis. Ich bin Vorsitzender der SPD Grävenwiesbach sowie Sprecher der Jusos Hochtaunus und Vertreter des südhessischen Bezirks im Bundesausschuss der Jusos. Neben der klassischen Parteiarbeit setze ich mich als Mitglied im Verwaltungsrat des Studentenwerks Gießen für die Interessen der Studierenden ein sowie als Gemeindevertreter für ein soziales Miteinander vor Ort.

Mehr Mut und Vision für eine starke SPD von morgen

Die Sozialdemokratie steht zum Ende des Jahres 2017 an einem historischen Wendepunkt. Es geht um die Frage, ob es gelingt, die SPD zukünftig als politisch und gesellschaftlich relevante Kraft zu erhalten und zu stärken oder nicht. Wir befinden uns in einer existenziellen Krise. Ich bin überzeugt davon, dass es gelingen kann, die vielfältigen Probleme zu lösen und den alten Tanker SPD wieder aufzurichten. Die Idee von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie die Vision einer Gesellschaft der Freien und Gleichen sind aktueller denn je.

Der Erneuerungsprozess hin zu einer basisdemokratischeren, offeneren und moderneren Partei kommt aber nicht von alleine. Wir müssen ihn gestalten. Es braucht gerade jetzt Jusos, die sich entschieden und mit Leidenschaft in die Auseinandersetzungen in und außerhalb der Partei einmischen.

In Hessen werden wir nicht alle Probleme lösen können, die es zu bewältigen gilt. Wir können aber einen erheblichen Beitrag dazu leisten. Es liegt an uns, eine Entwicklung zu gestalten an deren Ende eine mutige, entschlossene und vielfältige Sozialdemokratie, glaubhaft für eine bessere Gesellschaft streitet. Unsere Grundwerte geben dabei eine klare Haltung vor: Wir machen Politik für die Vielen nicht die Wenigen.

Es kommt entscheidend darauf an, dass wir diese Grundhaltung in praktisches politisches Handeln übersetzen. Dabei darf es nicht darum gehen, was vermeintlich gerade mehrheitsfähig ist. Vielmehr müssen wir die Auseinandersetzung darüber annehmen, was mehrheitsfähig werden kann.

In Hessen wie im Bund gibt es viele Problemfelder, wo wir ansetzen können und wo wir ansetzen müssen. Dabei sollten wir noch mehr die Erfahrungen, Fähigkeiten und Ideen der breiten Mitgliedschaft einbeziehen.

Gleiche Lebensbedingungen in ganz Hessen

Im Verwaltungsrat des Studentenwerks Gießen habe ich immer wieder für ein breiteres Wohnungsangebot und bezahlbarere Mieten gestritten. Vielfach sind mir die Probleme von Studierenden aber gerade auch von Auszubildenden oder kleinen Familien begegnet, in einer mittelgroßen Stadt wie Gießen, eine finanzierbare und gute Bleibe zu finden. Dabei ist offensichtlich, dass die Situation in Städten wie Kassel oder Frankfurt noch erheblich problematischer ist.

Auf der anderen Seite bin ich in meine Tätigkeit als Gemeindevertreter in Grävenwiebach, der kleinsten Kommune im Hochtaunuskreis, täglich mit der nur unzureichenden Infrastruktur, fehlenden finanziellen Möglichkeiten und einem immer weiteren Auseinanderdriften der Lebensrealitäten zwischen Stadt und Land konfrontiert. Dabei sind die Fragen des sich zuspitzenden Wohnraummangels in den Städten und Ballungsräumen sowie der fehlenden infrastrukturellen Ausstattung in den ländlichen Regionen zwei Seiten derselben Medaille. Hessen versagt darin, gleiche Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen. Die CDU ist nach bald 20 Jahren in der Regierung gescheitert.

Es braucht vielmehr einen echten Hessenplan, der mehr bezahlbaren Wohnraum in den Städten schafft, Privatisierungen stoppt, Spekulationen beendet und die öffentliche Daseinsvorsorge sowie eine gute Infrastruktur in den ländlichen Regionen sicher stellt. Nur wer unabhängig von äußeren Zwängen seinen Lebensmittelpunkt wählen kann, ist frei darin, zu entscheiden, wo das eigene Leben stattfinden soll. Gleiche Lebensbedingungen in ganz Hessen bedeuten mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Ich würd mich freuen, im nächsten Jahr als Mitglied im Landesvorstand meinen Teil dazu beizutragen.

Echte Chancengleichheit schaffen – kein Kind zurück lassen

Darüber hinaus muss der Kampf für echte Chancengleichheit im Bildungssystem einer der zentralen Punkte jungsozialistischer Politik bleiben. Das aktuelle System krankt an vielen Stellen. Es schafft unter Anderem soziale Selektion, lässt Potentiale und Fähigkeiten ungenutzt und Kinder zurück. Noch immer ist der Bildungserfolg entscheidend vom Geldbeutel der Eltern und dem sozialen Hintergrund des Kindes abhängig. Es verfestigt damit die gesellschaftliche Spaltung, statt sie aufzubrechen. Ein System, das erhebliche Fehler aufweist, muss grundsätzlich hinterfragt werden. Als Jusos haben wir vielfach mit unserem Modell der Universalschule aufgezeigt, wie wir Bildung neu organisieren, mehr Chancengleichheit schaffen, besseres Lernen ermöglichen und soziale Fähigkeiten fördern können.

Auch die SPD muss wieder deutlicher das bestehende System hinterfragen und Alternativen formulieren. Gesellschaftliche Veränderung erfolgt durch das grundsätzliche Hinterfragen dessen, was ist. Das gilt auch für die Bildungspolitik. Statt Angst vor der Auseinandersetzung mit den Konservativen zu haben, müssen wir diese offensiv suchen. Wir haben die besseren Antworten für die Schule von morgen. Wir stehen für Chancengleichheit, Beteiligung und Offenheit und dafür, dass kein Kind zurück gelassen wird. Als Jusos müssen wir innerhalb und außerhalb der SPD für eine klare Haltung kämpfen. Gemeinsam mit euch möchte ich dies im nächsten Geschäftsjahr tun.

Kein Platz für Rassismus – gemeinsam gegen rechts

Auch in Hessen ist der gesellschaftliche Rechtsruck zu spüren. Auf die verbale Brandstiftung rechter Hetzer folgt physische Gewalt. Als Jungsozialist*innen müssen wir uns, wo es nur geht, dieser Entwicklung entgegen stellen. Als Verband ist es unsere Aufgabe, die Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zu verstärken, unsere Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu agieren. Daneben braucht es Präsenz auf der Straße und eine klare Haltung in der politischen Auseinandersetzung. Wir dürfen es nicht zulassen, dass menschverachtende Thesen und Deutungsmuster von AfD und Co. den Diskurs bestimmen. Wir müssen mit Menschlichkeit, Respekt und Toleranz reagieren. Gerade im alltäglichen Gespräch müssen wir für unsere Haltung einstehen. Ich weiß, dass das sehr schwer sein kann. In meiner Heimatgemeinde haben rechtsradikale Gruppen bei den letzten Wahlen besonders hohe Zustimmungswerte erhalten. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht vorschnell Menschen verloren geben, Sorgen ernst nehmen und diese aus jungsozialistischer Perspektive beantworten. Klar ist aber auch: Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Gemeinsam mit Nord und Süd

Das Geschriebene gibt natürlich nur einen kleinen Überblick zu den Themen, für die ich mich engagieren und im nächsten Landesvorstand als stellvertretender Landesvorsitzender einsetzen möchte. Dabei verstehe ich den Landesvorstand als Bindeglied zwischen den Bezirken. Die Jusos Hessen-Nord und Hessen-Süd leisten enorm wichtige Bildungsarbeit und stoßen vielfach notwendige Debatten an. Ob bei der Frage der sozialen Sicherungssysteme, der Reaktion auf den globalisierten Kapitalismus oder der Bewältigung der ökologischen Krise – um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.

Gerne möchte ich Ansprechpartner für beide Bezirke sein, dazu beitragen, dass wir Ressourcen bündeln und über Veranstaltungen wie den Basisratschlag im gemeinsamen Austausch bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass durch einen guten Austausch zwischen allen hessischen Jusos nicht nur wir als Gesamtverband profitieren, sondern auch die hessische SPD.

Noch Fragen? Ladet mich ein oder ruft mich an!

Ein solches Bewerbungsschreiben bietet natürlich nur begrenzt die Möglichkeit, einen Einblick über politische Vorstellungen und persönliche Motivation zu geben. Sofern Ihr Fragen oder sonstige Punkte habt, die Ihr gerne besprechen wollt, ladet mich einfach ein oder ruft mich an. Ihr erreicht mich per Mail an davidwade@gmx.de oder unter 0157/85941183. Gerne komme ich bei Euch vor Ort vorbei!

 

Sozialistische Grüße

David Wade


Über den/die Autor*in

ist 24 Jahre alt Sprecher der Jusos Hochtaunus, Mitglied im Bundesausschuss der Jusos und Vorsitzender der SPD Grävenwiesbach. Schwerpunktmäßig arbeitet David zu den Themen Wirtschaft, soziales Europa, Bildung und Energie.



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